Dirks-Computerecke
 

Einführung in Linux


Fragen und Probleme rund um Nicht-Windows-Betriebssysteme wie Linux oder Mac OS gehören hier rein.

Einführung in Linux

Beitragvon viri am Di 11. Jan 2011, 15:17

Ich habe mir mal gedacht, ich fasse für alle eventuellen Linux-Neulinge die wichtigsten Fakten in einem Thread zusammen.

Ich halte es für wichtig, die Prinzipien von FOSS zu erklären.

FOSS steht für Free/Open Source Software. Das heißt, ich kann die Software kostenlos beziehen, verändern und auch weitergeben. Daher sind die meisten Linux-Systeme kostenlos, es fallen keinerlei Kosten im Betrieb oder bei Updates an. Man kann auch nicht strafbar gemacht werden, wenn man am System etwas herumschraubt, weil es keine Einschränkungen gibt. Weil Linux-Entwickler gerne mal ein eigenes System kreieren wollen, steht ihnen nichts im Weg. So entstehen neue Distributionen. Eine Distribution ist ein System, welches den Linux-Kernel verwendet, wie beispielsweise Ubuntu oder Fedora.

Linux-Entwickler opfern Großteile ihrer Freizeit für die Entwicklung eines kompetenten und brauchbaren Systems, wenn also ein Problem besteht, können die Nutzer einfach eine Mail an die Entwickler schreiben und erhalten kostenlosen Support.

Der Unterschied zwischen Linux und Windows ist nicht etwa wie der zwischen Mercedes Benz und BMW sondern viel eher wie der zwischen Auto und Motorrad. Beide bringen einen von A nach B und zwar auf unterschiedliche Art und Weise. Jeder professionelle Autofahrer muss die Bedienung eines Motorrades komplett erlernen, er ist also wieder ein Anfänger. Mehr dazu im unten angehängten Artikel, der genau Auskunft darüber gibt, dass Windows nicht gleich Linux ist.

Wer denkt, Linux bestehe ausschließlich aus blinkenden Unterstrichen, liegt falsch. Viele Distributionen liefern komplette graphische Oberflächen mit, von denen es ca. 10 bekanntere gibt. Trotzdem bleibt die CLI, das Command Line Interface, das wichtigste Werkzeug in einem Linux-Computer. Je mehr man mit Linux arbeitet, umso eher wird man die Vorteile der CLI zu schätzen wissen, weil viele Systemvorgänge unter Linux so einfacher und übersichtlicher gesteuert werden können.

Wichtig ist auch, dass einem Linux nichts vorenthält. Manche Distributionen legen ziemlichen Wert darauf. Zum Beispiel müssen bei ArchLinux alle zusätzlichen Softwarepakete nachinstalliert werden. Am Ende hat man also ein Betriebssystem, das ganz auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt ist. Andere Distributionen wie Ubuntu bringen gleich einen Media Player, eine Office Suite und Instant Messenger mit. Zwar laufen herkömmliche Anwendungen, wie Nero, Photoshop, Microsoft Office, Antivirensysteme, Internet Explorer und so weiter nicht darauf, doch gibt es zahlreiche Alternativen, die meiner Meinung nach teilweise viel benutzerfreundlicher sind. Antivirensysteme sind auf Linux nicht notwendig, weil sich noch keiner die Mühe gemacht hat, extra für die paar Millionen Linux-Nutzer eigene Schadsoftware zu verfassen. Darüber hinaus ist der Linux-Kern viel sicherer, konfigurierbarer und mächtiger als der Windows-Kernel.

Linux eignet sich nur bedingt zum Gamen. Wer Crysis, Call Of Duty oder Need For Speed spielen will, sollte zu Windows greifen. Es gibt unter Linux auch zahlreiche Spiele, die sind aber eher einfach gehalten. Es gibt bestimmte Distributionen, zum Beispiel SuperGamer oder Sabayon, die aufs Gaming ausgelegt sind.

Treiber sind unter Linux kein Problem. Bei fast allen Distributionen sind sie direkt nach der Installation verfügbar, lediglich beim Grafiktreiber muss bei manchen Systemen nachgeholfen werden. Man findet hierzu allerdings zahlreiche Anleitungen.

Wer plant, mit Linux anzufangen, oder es mal zu testen, greift am besten zu Ubuntu:

http://ubuntuusers.de/
http://www.ubuntu.com/

Es ist direkt von einer Live-CD startfähig, das bedeutet, dass Festplatten nicht angetastet werden und eine Installation nicht nötig ist, um ein voll funktionsfähiges Linux zu erhalten. Es besteht auch die Möglichkeit, Ubuntu und Windows auf einem PC zu betreiben.

Hier nun der oben versprochene Artikel:

http://www.felix-schwarz.name/files/ope ... t_Windows/

Vielen Dank fürs Lesen.
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Re: Einführung in Linux

Beitragvon Amandine am Di 11. Jan 2011, 18:33

Hallo zusammen, :P

ich habe Ubuntu zum Surfen und bin damit in der Tat recht zufrieden damit.
Angefangen habe ich mit Knoppix 6.1 per Live-DVD, mit dem ich anfangs immer ins Internet gegangen bin. Mir war es (und ist es noch) wichtig, ins Net gehen zu können, ohne mir ständig den Kopf darüber zerbrechen zu müssen, ob und wann ich mir einen Virus einfange ...
Dann hat mir ein Freund eine 2. Festplatte eingebaut und Ubuntu 9.04 draufgemacht. Später dann habe ich es upgedated zu 9.10.

Mit Ubuntu (ich denke, das gilt auch für die anderen Linux-Distributionen) lernt man zwangsläufig eines recht bald: daß das Terminal beim Umgang damit unvermeidlich ist. Anfangs habe ich es mit etwas Skepsis betrachtet - ich saß davor und fragte mich, was damit tun, mit absolut null Erfahrung :? ? Nach und nach ergab es sich dann, daß manches nicht so funktionierte, wie es sollte; hie und da hakte es ... ich suchte mir die Befehle im Net zusammen und merkte, daß dieses Terminal gar nicht so "bedrohlich" ist, wie es für mich als Anfänger schien. :D
Manchmal ist es ein wenig schwierig, sich alles so einzurichten, wie man es braucht. Die Programminstallation ist ja vollkommen anders als bei Windows; man installiert sie durch die "Paketverwaltung", "Anwendungen hinzufügen" oder mit dem Terminal. Aber es war doch eine interessante Herausforderung für mich, mich da durchzukämpfen, und ich habe doch einiges dazugelernt, seit ich Ubuntu habe.

Was ich besonders gut finde, auch wenn es etwas umständlich erscheint, ist die Tatsache, daß alles Passwortgeschützt ist, was das System verändern kann - auch die Updates gehen nur mit Passworteingabe. Obwohl es für Linux und Co. sowieso sehr wenige Viren geben dürfte, sind einem Einschleichen von Schädlingen damit erhebliche Grenzen gesetzt. Und auch wenn man eigentlich kein Virenprogramm braucht (wenn man Noscript im Firefox hat und eine Firewall installiert hat, ist das meiner Erfahrung nach sicher genug), so bin ich doch froh, daß es welche gibt, denn ich benutze auf einer 2. Platte noch Windows 2000, und so kann ich Dateien, die ich hier brauche, auf Ubuntu scannen und damit auf Nummer Sicher gehen. ;) Mein Windows rauszuwerfen käme für mich auch allein deshalb nicht in Frage, weil ich viel schreibe und manchmal Dateien mit etwa 400 Seiten habe; und Open Office streikt bei so großen Dateien schlicht und einfach - vielleicht auch oder vor allem deshalb, weil mein Computer nicht der neueste ist. (Ach ja, übrigens lassen sich Texte im Open Office auch als .doc-Datei speichern.) Und die Bildbearbeitung geht mit Windows auch besser - PhotoImpact, Photoshop und Co. lassen sich auf Linux ja nicht installieren.

Alles in allem finde ich, daß sich Windows und Linux sehr gut ergänzen können und Linux und Co. vor allem fürs Internet sehr nützlich ist. ;)

Liebe Grüße, Amandine
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Re: Einführung in Linux

Beitragvon viri am Di 11. Jan 2011, 18:46

Für mich kommt Windows nicht mehr in Frage. Ich finde es bei Aufgaben wie Folding@Home viel zu träge. XP ist nicht SMP-Fähig und Vista und 7 schlucken viel zu viele Recourssen, was F@H sinnlos macht. Die Windows-Games nerven durch die ständige Bindung an irgendwelche Accounts. Und für Cloud Computing ist Linux bzw UNIX einfach Vorraussetzung.

Zurück zu Linux; Genauer gesagt Ubuntu.

Kubuntu, Xubuntu, Lubuntu, Crunchbang und so sind alles Derivate mit unterschiedlichen Desktops. Sie sehen komplett anders aus, doch findet unter der Oberfläche überall das selbe statt. Man kann also mit dem Befehl "apt-get install vlc" das Programm VLC Media Player bei allen *buntus laden und installieren.

In Sachen Benutzerfreundlichkeit liegt Linux klar vorne. Man erreicht alles viel einfacher und schneller. ;)

Meine Meinung ist jedenfalls, dass jedes System seine Vorzüge hat, und Linux nur für die geeignet ist, die einen definitiven Vorteil aus der jeweiligen Distribution interpretieren. Wie zum Beispiel Amandine auf Nummer sicher gehen will. Linux will halt, dass man sich etwas einliest.
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