Fünf Tipps, wie Sie mit Ihrem privaten Computer Steuern sparen können

Arbeitsmittel – also Gegenstände, die der Erledigung beruflicher Aufgaben dienen und weitaus überwiegend für diese Zwecke genutzt werden – sind als Werbungskosten abzugsfähig und mindern damit die Steuerlast. Das kann auch private Computer betreffen, sofern sie auch beruflich genutzt werden. Und das ist häufig der Fall!

Eine Computeranlage kann in mehrere Teile zerlegt werden, die unterschiedlich abschreibbar sind:

  • Bestandteile im engeren Sinn sind alle Teile, die mit dem Computer fest verbunden sind und ohne die er unvollständig wäre (das ist für das Finanzamt eine bunte Mischung aus Festplatte, interne Laufwerke, Prozessor, Kühler, Motherboard, Arbeitsspeicher, Grafikkarte, sonstige Einbauteile und interne Steckkarten, Kabel).
  • Externe Peripheriegeräte sind Geräte, die sich außerhalb des Computers befinden. Sie sind mit dem Computer zum Beispiel durch Kabel oder Infrarotschnittstellen verbunden und dienen der Ein- und Ausgabe (zum Beispiel Monitor, Drucker, Tastatur, externes Laufwerk, Maus, Scanner, externes Modem, Lautsprecherboxen, Headset).
  • Zur Software gehören insbesondere Anwenderprogramme und Betriebssystem.

Für die Abschreibung der einzelnen Teile einer Computeranlage ist der Kaufpreis auf die Jahre der voraussichtlichen Nutzung zu verteilen: Die Nutzungsdauer beträgt für PC/Mac, Notebooks und externe Peripheriegeräte wie Drucker und Scanner, die seit dem 1.1.2001 angeschafft wurden, drei Jahre. Der Abschreibungszeitraum von Software liegt in der Regel bei drei bis vier Jahren.

Beispiel: Sie kaufen im Juli einen Computer für 1.200 Euro, der über drei Jahre abgeschrieben wird. Der Anteil der beruflichen Nutzung beträgt 60%.

AfA im ersten Jahr (1.200 Euro : 3, davon 6/12, davon 60%) 120 Euro
AfA im zweiten Jahr (1.200 Euro : 3, davon 60%) 240 Euro
AfA im dritten Jahr (1.200 Euro : 3, davon 60%) 240 Euro
AfA im vierten Jahr (1.200 Euro : 3, davon 6/12, davon 60%) 120 Euro
(Quelle: Steuertipps.de)

1. Wie viel ist abzugsfähig?

Fünf Tipps, wie Sie mit Ihrem privaten Computer Steuern sparen könnenWer seinen eigenen Computer (PC, Mac, Notebook/Laptop, PDA, Tablet) nicht nur privat, sondern auch für berufliche Zwecke nutzt, kann die Computerkosten mit dem beruflichen Anteil wie folgt als Werbungskosten abziehen:

  • Wird der Computer zu mehr als 90% beruflich genutzt, dürfen 100% der Kosten abgesetzt werden. Diese fast ausschließlich berufliche Nutzung muss grundsätzlich nachgewiesen (z.B. durch Aufzeichnungen der Computernutzung) bzw. glaubhaft gemacht werden (z.B. weil für die privaten Anwendungen ein zweiter PC zur Verfügung steht).
  • Wird der Computer zu 90% oder weniger beruflich genutzt, können die Aufwendungen entsprechend aufgeteilt werden und mit dem beruflichen Anteil als Werbungskosten geltend gemacht werden.

Zum zweiten Punkt gibt es eine tolle Vereinfachungsregelung: Wenn der Nachweis des genauen beruflichen Anteils nicht möglich ist, darf geschätzt werden! Aus Vereinfachungsgründen kann die Hälfte der Computerkosten als Werbungskosten anerkannt werde. Das hat der Bundesfinanzhof in einem Urteil (Az. VI R 135/01) bestätigt.

Außerdem gilt: Der Computer muss nicht unbedingt in einem steuerlich anerkannten Arbeitszimmer stehen, sondern kann ebenso gut auch in jedem anderen Raum untergebracht sein. Denn Arbeitsmittel sind unabhängig von ihrem Standort abzugsfähig.

2. Einen neu gekauften Computer abschreiben

Der Computer und seine Bestandteile können nur als Einheit über die Nutzungsdauer verteilt abgeschrieben werden. Sollten die Anschaffungskosten insgesamt nicht mehr als 410 Euro (ohne MwSt.) betragen, kann der Computer oder das Notebook sofort abgesetzt werden.

Externe Peripheriegeräte sind ohne einen Computer nicht brauchbar und deshalb (für das Finanzamt) nicht selbstständig nutzungsfähig. Die Folge ist, dass die Anschaffungskosten immer auf die Nutzungsdauer verteilt werden, auch wenn die Geräte weniger als 410 Euro (ohne MwSt.) gekostet haben. Ein Sofortabzug ist nicht erlaubt.

Eine Ausnahme gilt für Kombi-Geräte (Multifunktionsgeräte, All-in-one-Geräte), die nicht nur als Drucker, sondern unabhängig vom Rechner auch als Fax und/oder Kopierer genutzt werden können. Die Anschaffungskosten können sofort abgesetzt werden, wenn sie nicht höher als 410 Euro (ohne MwSt.) sind. War das Kombi-Gerät teurer, muss es über drei (Drucker), sechs (Faxgerät) bzw. sieben Jahre (Kopierer) abgeschrieben werden.

Wird ein Betriebssystem zusammen mit der Hardware in einem Paket angeboten und dafür beim Computerkauf kein gesonderter Preis auf der Rechnung ausgewiesen, bildet beides eine Einheit und ist einheitlich auf die Nutzungsdauer verteilt abzuschreiben – also über drei Jahre. Bei separater Anschaffung von Software kann diese unabhängig von der Hardware abgeschrieben werden, bei mehr als 410 Euro (ohne MwSt.) über mehrere Jahre entsprechend der Nutzungsdauer, bei weniger als 410 Euro (ohne MwSt.) sofort.

3. Nachträglich Komponenten hinzukaufen und abschreiben

Wird der Computer nachträglich aufgerüstet, spricht das Finanzamt von nachträglichen Anschaffungskosten. Diese werden unabhängig von der Höhe des Kaufpreises dem Restwert des Computers hinzugerechnet und mit ihm zusammen auf die verbleibende Restnutzungsdauer verteilt.

Ist die Nutzungsdauer des Computers beim Kauf der neuen Bestandteile schon abgelaufen, dürfen die nachträglichen Anschaffungskosten unabhängig vom Computer im Jahr der Anschaffung geltend gemacht werden.

Wenn später Peripheriegeräte wie z.B. Drucker oder Scanner gekauft werden, werden diese Geräte separat vom Computer auf ihre Nutzungsdauer verteilt abgeschrieben. Leider gilt das unabhängig von der Höhe der Anschaffungskosten. Das bedeutet: Auch wenn der Scanner weniger als 410 Euro (ohne MwSt.) gekostet hat, wird er über mehrere Jahre abgeschrieben (in der Regel drei) und spart nicht sofort Steuern.

Zur Erinnerung: Abzugsfähig ist auch hier nur der Anteil der beruflichen Nutzung. Es wird dabei derselbe Prozentsatz zugrunde gelegt wie beim Computer selbst. Wurde zum Beispiel für den Computer ein beruflicher Nutzungsanteil von 70% nachgewiesen, gilt dieser auch für den Drucker und die anderen Peripheriegeräte.

4. Kaputte oder veraltete Komponenten durch neue ersetzen

Wird ein defekter oder veralteter Computerbestandteil (z.B. die Festplatte) durch einen etwa gleichwertigen ersetzt, spricht das Finanzamt von Erhaltungsaufwand. Das ist besser fürs Steuer sparen, denn es bedeutet, dass die Aufwendungen sofort abziehbar sind und die Grenze von 410 Euro (ohne MwSt.) hier keine Rolle spielt.

Aber Achtung: Wird ein Computer durch den Austausch von Bestandteilen in seiner Funktionsweise erweitert oder in seiner Leistungsfähigkeit gesteigert (z.B. schnelleres CD-/DVD-Laufwerk, größere Festplatte, größerer Arbeitsspeicher, leistungsfähigere Grafikkarte), behandelt das Finanzamt die Aufwendungen für solche Teile oft als nachträgliche Anschaffungskosten. Dann ist es wie im Punkt 3, und die Kosten werden dem Restwert des PCs hinzugerechnet und mit ihm zusammen auf die verbleibende Restnutzungsdauer verteilt.

Werden wesentliche Bestandteile des Rechners (z.B. Prozessor) ausgetauscht, darf das Finanzamt sogar ausnahmsweise seine Restnutzungsdauer neu schätzen und somit verlängern.

Ist die Nutzungsdauer des Computers beim Kauf neuer Bestandteile bereits abgelaufen, können deren Kosten im Jahr der Anschaffung geltend gemacht werden.

Werden Peripheriegerät wie Drucker oder Scanner durch ein neues Gerät ersetzt, wird dieses separat vom Computer auf seine Nutzungsdauer verteilt abgeschrieben –unabhängig davon, was es gekostet hat.

Wenn ein Computerprogramm durch eine neue Version ersetzt (Update) wird, müssen Kosten über 410 Euro (ohne MwSt.) auf die Nutzungsdauer verteilt abgeschrieben werden. Neue Software-Versionen, die nicht mehr als 410 Euro (ohne MwSt.) kosten, dürfen sofort abgesetzt werden.

5. Noch mehr Kosten rund um den Computer absetzen

Mit dem beruflichen Nutzungsanteil abzugsfähig sind auch Aufwendungen für

  • Hilfsmaterial wie CD-/DVD-Rohlinge, USB-Sticks, externe Festplatten, Etiketten, Boxen für Datenträger, Computerkabel, Batterien für Funktastatur und -maus, Druckerpapier und -patronen, Tonerkartuschen, Laptoptasche usw. Bei Anschaffungskosten bis 410 Euro (ohne MwSt.) setzt man diese Gegenstände der Einfachheit halber sofort ab, auch wenn sie nicht selbstständig nutzbar sind (wie z.B. Kabel).
  • Reparaturen, die am Computer durchgeführt werden.

Einen Computertisch oder einen Druckertisch darf man sogar in voller Höhe absetzen – auch dann, wenn der Computer selbst nur teilweise für berufliche Zwecke genutzt wird.Fünf Tipps, wie Sie mit Ihrem privaten Computer Steuern sparen können

Wer spezielle berufsspezifische Software verwendet und zu 100% beruflich nutzt, kann auch die dazugehörige Computer-Literatur, die sich mit der Erläuterung dieser Software beschäftigt, in voller Höhe als Werbungskosten geltend machen. Mit „normalen“ Computerzeitschriften lassen sich leider nur dann Steuern sparen, wenn man richtig gute Argumente hat, Normalerweise erkennt das Finanzamt diese Kosten nicht als Werbungskosten an.




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