Kann man Leiterplatten eigentlich selbst herstellen?

Wenn man sich umschaut, findet man sie überall: Leiterplatten. In sämtlichen elektronischen Geräten sind die Bauteile auf Leiterplatten untergebracht und über Bahnen miteinander verbunden, um ihre Funktionen zu erfüllen. Egal ob es sich dabei um eine Grafikkarte, ein Mainboard oder auch ein Smartphone handelt.

Viele Hobbyelektroniker oder Bastler fragen sich immer wieder: kann man Leiterplatten eigentlich selbst herstellen? Natürlich geht das. Allerdings sollte man sich vorab überlegen, ob sich der Aufwand wirklich lohnt. Besonders wenn es sich um komplexe Verdrahtungstechnologien handelt ist es oft fragwürdig.

Leiterplatten-Herstellung: Der Aufwand

Kann man Leiterplatten eigentlich selbst herstellen?Was man unter allen Umständen benötigt, sind säurefeste Schalen, damit die Platinen geätzt werden können. Damit die Schaltung auf die Platine gebracht werden kann, sollte man zusätzlich in der Lage sein, die am PC entworfene Schaltung mittels Folie auszudrucken. Die Platinen sind über das Internet problemlos erhältlich.

Den so hergestellten Film legt man auf die beschichtete Platine und bestrahlt sie mit ultraviolettnahem Licht. Sind diese Vorgänge abgeschlossen, müssen meist noch Bohrungen hinzugefügt werden. Dazu benötigt man in der Regel eine Platinenbohrmaschine. Bei doppelseitigen Platinen muss man die Bohrungen zusätzlich noch durchkontaktieren.

Ätzen der Platinen

Zu beachten ist bei allen Arbeiten mit Platinen, dass die Augen besonders geschützt werden müssen. Ebenfalls wird empfohlen Gummihandschuhe zu tragen und die Kleidung zu schützen. Nach dem Ätzvorgang müssen die Chemikalien entsorgt werden.

Da diese als Sondermüll deklariert sind, müssen diese zu einer Schadstoffannahmestelle gebracht werden um entsorgt zu werden. Verwendet man Masseflächen kann der Verbrauch an Chemikalien deutlich reduziert werden, da diese den nicht genutzten Bereich der Platine ausfüllen und stören nicht.

Ätzmittel

Als Ätzmittel werden Eisen(III)-Chlorid, Ammoniumpersulfat, Kupfer-II-Chlorid und Natriumpersulfat benötigt. Bei allen Chemikalien sollte eine gute Lüftung gewährleistet sein. Noch besser ist die Verwendung einer Absaugvorrichtung.

Welche Ätzgeräte können verwendet werden?

  • Küvettenätzanlagen: Sie bestehen aus einem hohen und durchsichtigem Gefäß, einer Halterung für die Platine, einer Heizung, sowie einer Luftpumpe.
  • Schaumätzanlagen: Diese sind eher für den professionellen Einsatz gedacht und recht teuer.
  • Sprühätzanlagen: Sie liefern deutlich die besten Ergebnisse, sind aber recht teuer. Bei diesem Verfahren wird die Flüssigkeit über Düsen auf die Platinen aufgesprüht.
  • Schalenätzanlagen: Für den Einsteiger sicherlich am besten geeignet. Man benötigt lediglich eine Schale aus Glas oder Kunststoff mit einem hohen Rand. Dort wird die Ätzflüssigkeit eingefüllt und unter Rütteln wird die Platine geätzt.

Was bleibt am Ende noch zu tun?

Um genaue Löcher zu bohren sollte man eine Ständer-Bohrmaschine verwenden. Dabei sollte die Bohrerdrehzahl zumindest 6000 U/min betragen. Der Fotoresist-Lack muss von der Platine entfernt werden. Dazu nutzt man entweder Spiritus oder Aceton.

Sollte die Platine nicht auf der Stelle verarbeitet werden, muss sie noch vor Oxidation geschützt werden. Zum Schluss muss die Platine noch verzinnt werden. Dies geschieht durch ein Zinnbad oder mittels Heißverzinnen.

Fazit

Für den ambitionierten Hobbyelektroniker ist die eigene Herstellung von Platinen sicherlich eine interessante Alternative. Auf einer Internet-Bestellplattform für Leiterplatten bekommt man das benötigte Material selbst für komplexe Verdrahtungstechnologien.

Wer die Anschaffung nicht scheut und sich an die Sicherheitsmaßnamen hält, der kann auf einfache Weise seine eigens entworfenen Schaltungen ohne Probleme selbst verwirklichen.Kann man Leiterplatten eigentlich selbst herstellen?




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