Wie sitzt man nun eigentlich beim Arbeiten mit dem Computer gesund?

Oder besser gefragt: Wie sitzt man viele Stunden lang täglich vor dem Rechner ohne dass der Rücken weh tut? Wir IT-ler kennen das, wenn es im Rücken mal wieder zwickt. Ob es wirklich schmerzhaft wird, stellt sich aber oftmals erst nach langer Zeit klar heraus. Es ist so ähnlich wie mit Wanderschuhen: Beim Testen und Herumlaufen in der Wohnung mag ein Schuh noch nicht drücken, aber nach vielen Stunden des Umherwanderns und der Belastung kann man dann bei einem schlechten Schuh doch bemerken, wie sich an den Zehen oder am Ballen Schmerzen einstellen.

Genauso verhält es sich mit einem schlechten Sitz auf einem ergonomisch schlechtem Bürostuhl: Erst nach langer Zeit sagt der Rücken „Hallo“ und man merkt, dass die Sitzhaltung wohl doch nicht so perfekt war, wie man vielleicht dachte. Das ganze merkt man dann erst richtig in Form von Schmerzen, Rückenverspannungen oder gar einem Bandscheibenvorfall.

Das Worst-Case Szenario: Bandscheibenvorfall

Wie sitzt man nun eigentlich beim Arbeiten mit dem Computer gesund?Viele Rückenschmerzen sind auf Probleme der Bandscheiben zurückzuführen. Dazu muss man den anatomischen Aufbau einer Bandscheibe genauer ins Auge fassen: Bandscheiben sind runde Scheiben aus Knorpel, die eine Art Knautschzone zwischen den einzelnen Wirbelsegmenten darstellen und verhindern, dass diese aneinander reiben. Diese Scheiben sind im Inneren mit einem flüssigen Gallertkern gefüllt.

Wenn man sich nun in einer falschen Sitzhaltung befindet, passiert folgendes: Die Wirbel der Säule werden auf einer Seite zu stark zusammengedrückt, was den Gallerkern in die andere Richtung quetscht. Wird der Druck irgendwann zu stark, tritt die Gallertmasse heraus in drückt dann selbst gegen den Spinalnerv des Rückenmarks. Die Folgen sind oft nicht gerade unerhebliche Schmerzen.

 

Gegenmaßnahme Nr. 1: Der richtige Bürotisch

Die richtige Sitzhaltung fängt zuallererst beim Bürotisch an. Ist diese zu niedrig eingestellt, nimmt man automatisch eine falsche Haltung während der Arbeit an. Der Bürotisch sollte daher immer in der Höhe an den entsprechenden Nutzer eingestellt sein. Die meisten Bürotische bieten einen Höhenverstellbarkeit von einigen Zentimetern an und die Höhe ist innerhalb einer oder auch zwei Minuten eingestellt.

Gegenmaßnahme Nr. 2: Sitzhaltung auf dem Bürostuhl

Fakt ist, dass die Gewichtsbelastung der einzelnen Wirbel beim Sitzen am Bürotisch immer größer sein wird als im Stehen, denn im Stand sind mehr Muskeln aktiviert, die die Wirbel zusätzlich heben und stützen. Wenn man also vor dem Bildschirm schon nicht stehen kann, sollte zumindest der Rücken in eine solche Position gebracht werden, dass die Belastung bei allen Wirbeln gleichmäßig verteilt wird, und das geht nur, indem man möglichst aufrecht sitzt und gestützt wird.

Richtig geformte Rückenlehnen, die der Doppel-S-Anatomie der Wirbelsäule angepasst sind, helfen beim Abstützen auf allen Ebenen. Besser sind natürlich auch Bürostühle, die zusätzliche Nackenstützen haben. Auf Gesäßebene muss die Lehne zudem etwas vorgeschoben sein, um zu verhindern, dass das Becken beim nach vorne lehnen nach hinten abknickt.

Ebenso wichtig ist natürlich eine gute Sitzfläche mit Polsterung. Ein Federmechanismus ist wünschenswert, da andernfalls die Wirbelsäule hier ebenfalls gestaucht wird, wenn man sich jedes Mal in den Bürostuhl fallen lässt. Sämtliche Einstellungen am Drehstuhl sollten individuell verstellbar sein, damit er für alle Mitarbeiter gut zu benutzen ist.

Dynamisches Sitzen für die Zukunft?

Wie sitzt man nun eigentlich beim Arbeiten mit dem Computer gesund?

Trotz aller Verbesserungen, die man an Bürostühlen durchgeführt hat, bleibt immer noch ein grundsätzliches Problem: In Starre verfällt ein menschlicher Körper immer, egal wie gut er auch abgestützt ist. Eine Empfehlung ist daher das dynamische Sitzen. Darunter versteht man ein regelmäßiges Wechseln der Sitzhaltungen, mal gerade Sitzen, mal nach hinten lehnen und mal nach vorne beugen, damit die Muskulatur nicht einschläft und keine Verspannungen auftreten.

Ergonomische Bürostühle können das dynamische Sitzen unterstützen, indem sie Feder- und Wippmechanismen  integriert haben. Darunter fallen etwa sanft zurückfedernde Rückenlehnen und ein mitkippender Sitz. Dann gibt es auch noch Aktiv-Sitzhocker, runde Sitze mit extra starker Federung und ohne Rücken- und Armlehnen, welche ganz auf das dynamische Sitzen ausgerichtet sind. Die Personen die darauf sitzen, werden durch die dem Sitz innenwohnende Dynamik zum aktiven Sitzen regelrecht gezwungen. Für eine längere Sitzdauer sind sie allerdings mit Vorsicht zu genießen.

Man sieht also, dass man sich schon ein wenig mit seinem Computerarbeitsplatz auseinandersetzen sollte, um nicht später schmerzverkrümmt am Bürotisch zu hocken.




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