Wie kann ich den Betreiber einer Webseite herausfinden?

Manchmal möchte man wissen, welche Firma oder Person hinter dieser steckt. Dies kann verschiedene Gründe haben, beispielsweise weil das Design gelungen ist, man technische Probleme hat, die nur vom Support behoben werden können oder man sich nicht sicher ist, ob man den fremden Personen seine Daten anvertrauen möchte, wenn es sich beispielsweise um einen Online-Shop handelt.

Wie kann man also den Betreiber einer Webseite herausfinden?

Die erste Anlaufstelle – Das Impressum

Wie kann ich den Betreiber einer Webseite herausfinden?Im Allgemeinen besteht im Internet eine sogenannte „Impressumspflicht“, die auch als Anbieterkennzeichnung bezeichnet wird. In Deutschland wird diese Kennzeichnung durch das Telemediengesetz des bürgerlichen Gesetzbuches geregelt und besagt, dass gewerbliche und geschäftsmäßige Webseiten im Internet ein Impressum führen müssen. Im Impressum steht dann die zuständige Redaktion oder der Anbieter inklusive seiner Kontaktdaten und der amtlichen Kennzeichnung.

Dies könnte beispielsweise die Wirtschaftsidentifikationsnummer oder der Eintrag im Handelsregister sein. Außerdem muss das Impressum einwandfrei als solches erkennbar sein. Ein Link mit der Beschreibung „meine Daten“ oder „Über uns“ wird von der Impressumspflicht nicht anerkannt.

Etwas schwieriger wird es, wenn es sich nicht um eine deutsche Webseite handelt, denn in vielen anderen Ländern besteht ein solches Gesetz nicht.

Eine zweite Möglichkeit – Das Internetprotokoll „whois“

Das Internetprotokoll „whois“ (englisch: Wer ist) stammt noch aus den Anfangszeiten des Internets, als eine einzige Datenbank, die DARPA, für die Verwaltung und Vergabe von Domains, also Webseiten, zuständig war. Das Protokoll wurde jedoch beibehalten und bis heute ist es möglich, über ein Whois Lookup, den Betreiber einer Webseite herauszufinden.

Die Anwendung des Protokolls ist jedoch nicht ganz einfach, denn mittlerweile gehört die whois-Abfrage nicht mehr zu den Standardprotokollen von Betriebssystemen. Wer versucht, die Syntax whois in den Browser oder die Kommandozeile einzugeben, wird zumindest bei Windows und iOS enttäuscht, in Linux kommt es stark auf die Distribution an, die man nutzt.

Glücklicherweise ist es aber gar nicht nötig, diesen Befehl von seinem eigenen Rechner auszuführen, denn es gibt einige Webseiten, die einen sogenannten „whois-Proxy“ anbieten, beispielsweise denic oder heise für deutsche Webseiten und whois.net für internationale Anfragen. Hier gibt man einfach die gewünschte Domain ein und erhält als Ergebnis den Namen, die Anschrift und die E-Mail-Adresse des Betreibers oder des Serverproviders, falls der DNS (Domain Name Service) nicht in der Lage war, den Hostnamen aufzulösen, weil zum Beispiel ein Fehler aufgetreten ist.

Jetzt wird es kompliziert – nslookup und whois-Protokoll (für erfahrene Nutzer)

Im Regelfall sollte man mit den zwei oben genannten Methoden in der Lage sein, den Betreiber fast jeder Webseite herauszufinden. Es gibt jedoch ein paar schwarze Schafe, die das whois-Protokoll auf dem Server blockieren und die Anfragen zurückweisen. Möchte man dennoch zumindest den Betreiber des Netzwerks ermitteln, ist man auf kompliziertere Methoden angewiesen, die Anfänger jedoch überfordern könnten.

Dafür ermittelt man zunächst die IP-Adresse der Domain, führt einen Trace aus und kann anschließend mithilfe eines whois-Proxys den Betreiber ermitteln. Die benötigten Kommandozeilenbefehle dafür sind „nslookup“, das über den DNS den Namen der Domain in die betreffende IP umwandelt, tracert, der die Knotenpunkte darstellt, die ein Paket vom Sender zum Empfänger durchläuft sowie whois, um schließlich den Namen des Betreibers herauszufinden.Wie kann ich den Betreiber einer Webseite herausfinden?