LTE-Technologie im Kommen

LTE tritt seinen Siegeszug an: In nur wenigen Jahren konnte das neue Mobilfunknetz so weit ausgebaut werden, dass die beiden LTE-Marktführer in Deutschland, Telekom und Vodafone, mittlerweile jeweils über 60% Abdeckung erreichen. Und ein Ende ist nicht abzusehen: Erst kürzlich haben beide Netzbetreiber angekündigt, den Ausbau weiter massiv voranzutreiben und die Maximalgeschwindigkeit von bislang 100 MBit/s mit 150 MBit/s zu toppen.

Bislang mangelte es hauptsächlich an bezahlbaren Endgeräten, die überhaupt in der Lage waren, das 4G-Netz zu empfangen. Neue, günstigere Smartphones und Tablets sollen das jetzt ändern. Gleichzeitig drehen erste Provider an der Preisschraube für die bislang eher teuren LTE-Tarife.

LTE vs. UMTS: Neuer Standard mit klaren Vorteilen

LTE-Technologie AntennenVergleicht man die Bandbreite von UMTS-Datenflats mit jenen von LTE, wird der Unterschied offenkundig: Während die Geschwindigkeit im UMTS-Netz in der Regel bei 7,2 MBit/s gedrosselt wird, kann LTE mit mindestens 21,6 MBit/s überzeugen – Premiumverträge erlauben in Städten sogar schon 100 MBit/s.

Doch der beträchtliche Speed ist nicht alles, was die neue Technik zu bieten hat. So sind dank der neuen Funkfrequenzen höhere Reichweiten möglich, wodurch auch weit abgelegene Regionen mit schnellem Internet versorgt werden können. Außerdem sinkt die Reaktionsgeschwindigkeit: Was Online-Gamern als Ping bekannt ist, war bisher im Mobilfunknetz ein besonders problematisches Thema.

Denn auch wenn die Bandbreite von UMTS nicht immer gering ist, sorgt die Verzögerung durch die sogenannte Latenz für einen langsamen Aufbau von komplexen Websites. Für das Herunterladen eines jeden Elements, also von Bildern, Textblöcken und Ähnlichem, muss bei UMTS diese Reaktionszeit abgewartet werden – was teilweise einiges an Geduld abfordert.

Anders bei LTE: Dank kürzerer Latenzzeiten wird auch von unterwegs aus ein flüssiges, angenehmes Surfen wie über stationäres DSL möglich. Nicht zuletzt ist der Umstieg von UMTS auf LTE auch unbedingt erforderlich, denn immer mehr Nutzer greifen auf die mobile Datenübertragung zurück und wollen auch große Dateien und Videos übermitteln.

Das UMTS-Netz ist im Gegensatz zum 4G-Netz nicht dazu in der Lage, dem stetig steigenden Datentraffic standzuhalten.

Auswahl der LTE-Anbieter lässt noch zu wünschen übrig

Angeboten werden LTE-Verträge derzeit von den Netzbetreibern Telekom, Vodafone und O2. E-Plus betreibt noch kein eigenes LTE-Netz an und scheidet damit aus. Ein weiterer Unterschied zu den übrigen Mobilfunktarifen besteht in der Tatsache, dass es derzeit noch kaum Provider gibt, die LTE-Tarife über die eigene Marke verkaufen – das Geschäft liegt also noch fast exklusiv bei den Netzbetreibern.

Einzig der neue Discounter PremiumSIM bietet derzeit mit LTE-Flatrates im Vodafone-Netz eine (günstigere) Alternative an. Es ist davon auszugehen, dass damit der Auftakt für weitere Anbieter gegeben ist.

Smartphones mit LTE: Immer mehr Geräte für das 4G-Netz verfügbar

Bei den mobilen Endgeräten mit integrierter LTE-Technik ist die Auswahl in den letzten Monaten deutlich angestiegen: So funken die aktuellen Geräte von Apple, das iPhone 5C und 5S, im neuen Netz – und zwar nicht mehr nur auf dem Frequenzband der Deutschen Telekom, sondern auch den D2- und E2-Frequenzen.

Auch die Android-Konkurrenz setzt zunehmend auf die zukunftsweisende Technik: Samsungs Bestseller Galaxy S4 und Galaxy Note 2 sind zumindest optional mit LTE-Empfang für sämtliche Netzbetreiber ausgestattet. Und auch wer weitaus weniger ausgeben und einen LTE-Vertrag mit einem günstigen Smartphone kombinieren möchte, kommt auf seine Kosten: Das LG Electronics Optimus True HD LTE ist preislich in der Einsteigerklasse angeordnet und kann alle deutschen LTE-Frequenzen verarbeiten.