vServer oder Webhosting: Eine Entscheidungshilfe

Viele stehen vor der Entscheidung: Brauche ich ein Webhosting oder gar einen vServer für mein neues Projekt? Was sind eigentlich die Unterschiede? Wie viele technische Kenntnisse brauche ich wofür? In diesem Beitrag stellen wir dir beide Varianten vor: vServer und Webhosting.

Wir sprechen von den jeweiligen Vor- und Nachteilen und geben dir Tipps, was für welche Anwendungsfälle am geeignetsten ist. 

Was ist Webhosting?

Webhosting auf einem Server im Internet

Mit Webhosting wird die Bereitstellung von Speicherplatz bezeichnet, um eine Internetseite auf dem Server des jeweiligen Providers abzulegen. Der Speicherplatz wird hier auch Webspace genannt. Die Daten liegen auf einem Webserver, der 24/7 online ist, da ja auch die Website jederzeit und auch von überall auf der Welt abgerufen werden kann. 

Bei einem Webhosting teilen sich mehrere Kunden den Server und können den je nach Tarif gebuchten Speicherplatz nutzen. Der Kunde hat keinen Zugriff auf das System an sich und muss sich auch nicht um Wartungen, technische Updates oder Sicherheitsupdates kümmern. 

Webhostingtarife sind so konfiguriert, dass Content-Management-System wie WordPress oder Joomla! per Klick auf dem Webspace installiert werden können. Großes Fachwissen ist demnach nicht nötig, um eine eigene Website auf einem Webhosting-Paket zu installieren. 

Wozu kann ich Webhosting nutzen?

Mit Webhosting kannst du kleinere Webseiten oder Blogs betreiben, die jeweils keine allzu große Komplexität haben. Du kannst damit besonders Projekte umsetzen, die mit gängigen Web-Anwendungen wie WordPress oder Joomla! realisiert werden sollen. 

Vorteile von Webhosting

  1. Webhosting ist günstig: 

Da du dir als Webhosting-Kunde die Server-Ressourcen mit anderen Kunden teilst, ist das Webhosting-Paket recht günstig. Vor allem im Vergleich zu einem eigenen Server. 

  1. Keine Server-Kenntnisse:

Bei einem Webhosting musst du dich nicht mit Installationen, Wartungen oder den Betrieb von Hard- oder Software beschäftigen. Das erledigt der Hoster deines Vertrauens für dich. 

  1. Leichtes Anlegen von E-Mail-Postfächern:

Das Anlegen von eigenen, professionellen E-Mail-Postfächern ist ein Kinderspiel. 

  1. One-Klick-Installationen:

Mit einem einfachen Klick kannst du beliebte Anwendungen installieren – zum Beispiel Content-Management-Systeme (CMS). 

  1. Inklusivdomains:

Die meisten Hoster bieten dir zu deinem Webhosting-Paket gleich noch Domains an, die du nicht extra bezahlen musst.

Alles in allem ist Webhosting also für kleine bis mittelgroße Online-Projekte bestens geeignet. 

Und nun kommen wir zu den vServern:

Was ist ein vServer?

vServer, wird auch VPS (Virtual Private Server)

Ein vServer, wird auch VPS (Virtual Private Server) genannt oder als Cloud-Server bezeichnet. vServer ist die Kurzform von „virtueller Server“ und bezeichnet ein System, das auf einem dedizierten Host-Server virtualisiert bereitgestellt wird. 

Das dedizierte Host-System vereint mehrere virtuelle Server, die sich die Leistungen wie Arbeitsspeicher, Festplatte und die Kerne teilen. Wenn du dich für einen vServer entscheidest und diesen buchst, dann gehört dir dieser allerdings allein, lediglich die Hardware-Ressourcen werden zwischen mehreren Kunden aufgeteilt. 

Die vServer haben je nach gebuchtem Tarif festgelegte Ressourcen, die du dann ganz allein nutzen kannst. Statt wie beim Webhosting hast du bei einem vServer mehr als nur den Speicherplatz: Mit einem vServer hast du darüber hinaus garantierte Rechnerleistungen. Dein vServer verfügt außerdem über eine eigene IP-Adresse. Du kannst ihn selbst verwalten und konfigurieren oder an- und abschalten. Auch bei der Wahl des Betriebssystems hast du die freie Wahl: Windows oder Linux – wie du es magst. 

Wichtig ist bei der Wahl eines vServers: Du musst unbedingt technisches Verständnis mitbringen und solltest dich wirklich fundiert mit der Serveradministration auskennen. 

Was kann ich mit einem vServer machen?

Dafür hast du mit einem vServer weitaus mehr Möglichkeiten als mit einem Webhosting: Du kannst einen vServer für deutlich komplexere und anspruchsvollere Anwendungsfälle nutzen. Wir haben dir einmal einige Anwendungsfälle aufgelistet, wobei diese Liste auf keinem Fall vollständig ist, deiner Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt:

  • E-Mail-Server 
  • Daten-Server
  • Web-Server
  • Testsystem
  • Game-Server
  • Privater Cloud-Speicher
  • Server für Kalender & Aufgaben 

Noch konkreter kannst du mit einem vServer folgendes umsetzen: 

  • Open Source Video Chat-System Big Blue Button
  • CMS TYPO 3 
  • DokuWiki
  • Elastic Search 
  • Grafana via Docker 
  • MySQL-Server 
  • Moodle 
  • Jitsi Meet 
  • LAMP System
  • Mailserver Mailcow per Docker 
  • Maria DB Server 
  • Matomo 
  • Mattermost 
  • Minecraft Srver 
  • ownCloud 
  • MongoDB 
  • Nextcloud per Docker 
  • nginx via Docker 
  • OnlyOffice 
  • OpenSSH Public Key Authentifizierung 
  • Plwx MediaServer 
  • Portainer per Docker 
  • RocketChat per Docker 
  • Screaming Frog SEO Spider 
  • Shopware 
  • Mastodon Server 
  • Teamspek 
  • Traefik Reverseproxy 
  • Uptime Monitor/Statping 
  • WordPress 

Anleitungen zu den genannten Beispiel-Installationen und vieles weitere mehr rund um vServer findest du in dem sehr umfangreichen VPS-Tutorial von dogado.

Vorteile von vServern

  1. Server-Anwendungen deiner Wahl: 

Du kannst auf einem vServer viele Server-Anwendungen problemlos installieren. Und damit sind wir schon bei dem größten aller Vorteile, der für einen vServer spricht: Der Hoster schränkt dich bei einem vServer kaum ein. 

  1. Konfiguriere wie du möchtest:

Einen vServer kannst du individuell auf deine Bedürfnisse und Wünsche abstimmen, um die optimale Performance zu erzielen. 

  1. Preisvorteil gegenüber Dedicated Server:

Im Gegensatz zu einem Dedicated Server, bei dem dir ein kompletter Server allein zur Verfügung steht, hast du mit einem vServer einen deutlichen Preisvorteil. 

  1. vServer flexibel buchen

vServer kannst du auch meist mit einer kurzfristigen Laufzeit von nur einem Monat buchen, so dass du wirklich äußerst flexibel bist. 

  1. Eigene IP-Adresse: 

Mit einem vServer kannst du eine eigene IP-Adresse nutzen. Das hast du bei einem Webhosting leider nicht. 

Auch noch wichtig: vServer kannst du als „Managed“ oder „Unmanaged“ buchen. Aber: Bei einem Managed vServer hast du in der Regel keine Root-Rechte.

vServer oder Webhosting?

So, nun haben wir die jeweiligen Vorteile analysiert. Du merkst also: Es ist ganz wichtig, dass du dir im Klaren bist, was du genau machen möchtest.   

Diese Fragen solltest du daher vor der Wahl von Webhosting oder einem vServer beantworten:

  • Was hast du vor? 
  • Welchen Anwendungsfall stellst du dir vor? 
  • Wie hoch ist dein technisches Wissen? 
  • Wie flexibel möchtest du sein? 
  • Wie komplex ist die Software, die du einsetzen möchtest? 
  • Wie viele Besucher erwartest du auf deiner Website? 

Zusammenfassung

Wenn dein Projekt oder dein Blog online präsentiert werden soll, dann ist ein Webhosting die richtige Wahl. Für größere Online-Projekte ist ein vServer geeigneter, da du auch deutlich flexibler bist und damit eine stärkere Hardware als Basis hast. 

Mehr zum Thema vServer findest du in dem vServer-Tutorial von dogado. Dort zeigen dir beispielsweise Schritt-für-Schritt-Anleitungen, wie du ownCloud, Nextcloud per Docker, einen Minecraft-Server oder einen Mail-Server auf einem vServer installierst. 

Zum vServer-Tutorial von dogado

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.