Was ist ein Skype Resolver und ist der Einsatz legal?

Sie werden beschuldigt vertrauliche und hochsensible Daten von jungen, unschuldigen und leichtgläubigen Opfern ausgespäht und für Ihre Zwecke missbraucht zu haben. Sie haben Bankkonten von fremden Menschen geplündert, Websiten lahmgelegt und fremde Rechner mit Viren infiziert. Sie haben Webcams manipuliert und sind damit in die Intimsphäre fremder Menschen eingedrungen. Und das alles mithilfe eines Programmes namens Skype Resolver.

Soweit die Anklage. Doch kann ein einzelnes Programm für Cyber-Kriminelle wirklich der Schlüssel sein, um ihre kriminellen Machenschaften so leicht in die Tat umzusetzen?

Das ist meine IP-Adresse

Was ist ein Skype Resolver und ist der Einsatz legal?Ein solches Programm ist mir nicht bekannt. Selbst wenn es dutzende Versionen von solchen Skype Resolvern im Netz gibt, und die gibt es, bin ich nie damit in Berührung gekommen. Die Verteidigung eines Resolver Nutzers klingt simpel und nicht gerade glaubwürdig. Aber muss er sich denn überhaupt verteidigen? Wer sagt denn, dass der Einsatz eines solchen Resolvers illegal bzw. strafbar wäre?

Das Programm ermittelt lediglich die IP-Adresse eines fremden Skype Nutzers über dessen Benutzernamen. Wozu sollte das Erlangen einer fremden IP-Adresse nützlich sein? Jeder einigermaßen in IT- Dingen versierte Spezialist weiß doch, dass IP-Adressen lediglich darüber Auskunft geben, mit welchem Internetprovider (z.B. Telekom, 1&1 etc.) sie sich ins Netz einwählen anzeigen, in welcher ungefähren Region man sich aufhält sich nach jeder Internetsitzung bzw. bei jeder Neueinwahl automatisch (dynamische IP-Adressen) ändern.

Der Homo Digitalis hat also niemals (s)ein Leben lang nur dieselbe IP-Adresse

Kaum Chancen für Hacker Kapital aus fremder IP-Adresse zu schlagen?

Hacker werden also so gut wie nie, nur durch den Besitz einer fremden IP-Adresse, Zugriff auf Ihre reale Wohnadresse kriegen. Sie können gerade einmal in Erfahrung bringen, wo Ihr ungefährer Standort ist. Je nachdem, von wo aus das Einwählsignal gesendet wird. Solche Funkstationen sind in ländlichen Gegenden eher rar gesät. Die Auswahl, wo der Standort der fremden IP- Adresse ist, ist dementsprechend größer.

Erlaubt ist es nur staatlichen Behörden (wie z.B. der Polizei) die IP-Adresse auf die private Anschrift des Nutzers zurückzuverfolgen. Dazu muss allerdings ein richterlicher Durchsuchungsbeschluss und der Anfangsverdacht einer Straftat vorliegen. Die Behörde fragt dann unter Vorlage des richterlichen Beschlusses beim Internetprovider nach den Daten des Anschlussinhabers. Dieser ist gesetzlich dazu verpflichtet, diese dann herauszugeben.

Weitere Hürden für Hacker im Umgang mit fremden IP Adressen

Firewall gegen Hacker ToolsSchlechte Chancen also für Hacker etwas mit einer fremden IP-Adresse anzufangen. Wenn sie sich nicht gerade als Maulwurf in eine staatliche Behörde eingeschlichen haben, um in Hollywoodgangstermanier den Verdacht bei ihrem auserwählten Opfer zu streuen, es hätte eine Straftat begangen und man müsste das zurückverfolgen. Denn auch sonst lohnt es sich nicht fremde IP-Adressen auszuspähen.

Will der Cyber-Kriminelle mithilfe der fremden IP-Adresse den PC nach Sicherheitslücken ausschnüffeln, stellt sich ihm nämlich zumeist die Firewall des Internetuser in den Weg. Diese ist geradezu darauf ausgerichtet solche Angriffe zu stoppen. Außerdem verfügt ein Großteil aller Haushalte heutzutage ja über einen Router, mit dem eine Verbindung zum Internet aufgebaut wird. Auch ein Router besitzt eine dynamische IP- Adresse, die es erst einmal zu überwinden gilt. Der Faktor Zeit spielt für einen Hacker bei solchen dynamischen IP-Adressen dann natürlich eine nicht unwesentliche Rolle.

Hacking Tools online: So funktioniert der Skype Resolver

Was bedeutet das jetzt für den „Angeklagten?“ Richtig, er hält den Einsatz eines Skype Resolver für harmlos und völlig legitim. Funktioniert ja auch ganz einfach. Da braucht man nicht einmal ein externes Programm downloaden. Die Hacking Tools sind online über Seiten wie skyperesolver.net oder skypeipresolver.net verfügbar.

Bevor er auf eine dieser Seiten geht, um den gewünschten Skype Benutzernamen seines Opfers mithilfe des „IP-ADRESSE herausfinden Buttons“ in die gesuchte IP-Adresse umzuwandeln, muss er nur wie folgt vorgehen:

  • Er muss in Skype angemeldet sein und das Programm öffnen
  • Links im Skype-Fenster auf einen Kontakt klicken
  • Oben im Fenster das Profi-Icon des Kontakts wählen
  • Es öffnet sich daraufhin das Profil des Skype-Nutzers mit sämtlichen Daten
  • Darunter ist auch der Nutzername. Diesen sollte man sich notieren. Die Groß- & Kleinschreibung dabei berücksichtigen.

Warum Hacking Tools Online wie Skype Resolver trotzdem strafbar sind

Zu früh gefreut. „Der Gesetzgeber als oberster Hüter von Recht und Ordnung hat entschieden, dass der Einsatz solcher Programme strafbar ist. Warum? Weil solche Programm einzig und allein dem Zweck dienen, den Nutzer der fremden IP-Adresse anzugreifen. Wozu braucht man sonst eine fremde IP-Adresse? Wie wir bereits festgestellt haben, kommt man durch die ermittelte fremde IP-Adresse kaum an verlässliche Daten (Internetprovider oder unpräzise Lokalisierung) ist wenig interessant für Hacker. Zumal Datenklau bzw. fremde erschlichene Daten selbst schon ein Straftatbestand an sich sind.

Nur Hacker, die in Bereicherungsabsicht handeln oder Racheaktionen gegenüber Privatpersonen oder auch Firmen anzetteln wollen, benötigen eine fremde IP-Adresse. Mittels speziellen Scansystemen versuchen sie dann den PC nach Sicherheitslücken zu durchforsten, um Bots (ferngesteuerte und mit unzähligen PCS vernetzte Schadprogramme) zu installieren.

Somit ist es also doch offensichtlich: Der „Angeklagte“ will mit solchen Hacking Tools nur an die Bankkontodaten des Users kommen oder mithilfe der Bots seinen Rechner lahmlegen. Wenn dann plötzlich so eine Seite a la „Ihr Computer wurde gesperrt. Zahlen Sie x Euro, um ihn freizuschalten“, erscheint, dann ist er doch schuldig.

bs19