Darum kann Football Manager vermutlich nie ein echter eSport werden

Der eSport nimmt weltweit immer mehr Fahrt auf. Vor allem Sportspiele erfreuen sich besonderer Beliebtheit, unter denen der Fußball angesichts seines Status in den meisten Nationen die Nummer 1 einnimmt. Doch anstatt neben FIFA und PES aufzutauchen, fristet der Football Manager im eSport ein Schattendasein. Woran das liegt und ob es sich eines Tages ändern wird, klären wir hier.

Football Manager: Detailverliebtheit ist ein Hindernis

Football Manager spielen auf der Konsole
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Die Bundesliga veranstaltet derzeit eine eigene FIFA-Challenge zwischen den Vereinen, die ein eigenes Team ins Rennen schicken wollten. Gleiches gilt für die Premier League und Copa Libertadores, wo ebenfalls viele Profis den Rasen gegen den Controller eintauschten. Der eSport wächst weltweit und spricht vor allem durch solche Kooperationen immer mehr Fans an, die sich vorher ausschließlich auf das „echte“ Produkt konzentrierten. Auch in andere Branchen wirkt sich die Entwicklung aus.

Bei Sportwettenanbietern gibt es bereits jetzt die Möglichkeit, auf virtuelle Spiele zu wetten. Mit dem bet365 Angebot können Nutzer ihre ersten Wetten sogar mit zusätzlichem Guthaben abschließen. Es handelt sich um einen etablierten Anbieter auf dem Markt, der zudem oftmals die meisten Wettoptionen aufweist.

Ein Spiel, das jedoch immer unter den eSport-Highlights fehlt, ist der Football Manager von Sports Interactive, der jährlich von Sega veröffentlicht wird. Dabei handelt es sich ohne Zweifel um ein großartiges Spiel, das sich auch hierzulande großer Beliebtheit erfreut, wie unzählige Serien auf YouTube zeigen. Die größte Stärke des Spiels ist allerdings zur gleichen Zeit auch die größte Schwäche: der Detailreichtum.

450.000 Spieler befinden sich im Spiel und können durch einen Editor sogar noch ergänzt werden. Die Lizenzen aus aller Welt ermöglichen ein so realistisches Manager-Erlebnis wie in keinem anderen Spiel. Vom kleinsten Detail wie Vormittagstraining am Dienstag bis zur Aufstellung am Spieltag hat der Spieler alles unter Kontrolle.

Eine Saison zu simulieren dauert sehr lange

Fußball als eSport Game
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Entsprechend dieser riesigen Zahl an Tätigkeiten im Spiel dauert es lange, überhaupt von Spiel zu Spiel zu gelangen, wenn bestimmte Bereiche nicht vernachlässigt werden sollen. Wenn nicht gerade gespielt wird, muss schließlich das Scouting vorangetrieben oder die Statistiken aus anderen Wettbewerben studiert werden.

Diese lange Spieldauer ist scheinbar nicht das, woran die meisten Gamer interessiert sind, sodass es sich um ein Nischenspiel handelt. Dieser Identität sind sich die Verantwortlichen bei Sports Interactive durchaus bewusst, weshalb das Unternehmen diesen Status pflegt.

Besonders bekannt ist man für Talente, die weit vor den meisten Proficlubs entdeckt wurden, etwa beim jetzt in Dortmund auftrumpfenden Erling Haaland.

Weiterhin besitzt das Spiel im Vergleich zu FIFA und Co. eine extrem steile Lernkurve. Der Einstieg ist schwierig, da die vielen Informationen neue Spieler zunächst eher überrumpeln. Es kommt vor, dass Gamer jahrelang Football Manager spielen, aber trotzdem immer wieder von ihren Klubs entlassen werden.

Für einige ist das entmutigend, für andere ein umso größerer Anreiz. Auch das Design entspricht noch nicht dem der modernen Blockbuster-Games, setzt viel auf textbasierte Elemente.

Aus diesen Gründen bietet das Spiel auf Twitch ein weniger actionreiches Streamingerlebnis als man es von anderen eSports gewohnt ist. Deshalb ist nicht davon auszugehen, dass der Football Manager in Zukunft in die Phalanx der beliebtesten Sportspiele einbrechen wird. Das muss er allerdings auch nicht, um viel Spaß zu machen.

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