Was taugt Game-Streaming mit Geforce Now?


Heutige AAA-Computerspiele verlangen mit ihrer Grafik-Power nach Spitzenklasse-Hardware, die ziemlich schnell ins Geld gehen kann. Alle paar Jahre muss ein neuer Rechner her oder das aktuelle Gerät muss teuer aufgerüstet werden. Eine Ratenzahlung direkt beim Fachhändler ist dann manchmal die einzige Option, oder man schließt einen Niedrigzins-Kredit bei einem Online-Anbieter wie der Norisbank ab.

Inzwischen entwickelt sich aber ein neuer Trend, der nachhaltige Auswirkungen auf die Spieleindustrie haben könnte: Game-Streaming. Nein, damit ist nicht die Übertragung des eigenen Gameplays auf Plattformen wie Twitch.tv gemeint, sondern das Abrufen von Spielen über die Cloud, ähnlich dem Schauen von Filmen über Videostreaming-Dienste wie Netflix und Co. Der Kauf von Hardware und Spielen entfällt, denn der Titel läuft auf einem externen Rechner des Anbieters. Neben Sony, das mit mehr als 400 Games auf PlayStation Now bereits dick im Geschäft ist, schält sich aktuell noch eine weitere Branchengröße heraus: Der Hardware-Hersteller Nvidia, dessen Streaming-Dienst Geforce Now seit Herbst letzten Jahres in der offenen Beta-Version für PC und Mac läuft.

Game-Streaming mit Geforce Now

Vorteile: Tolle Titel sofort und in Bestform

Beim sogenannten Grid Gaming erhält der Spieler Zugriff auf aktuell über 100 Titel, darunter PlayerUnknown’s Battlegrounds und Call of Duty: World War II. Alle Spiele sind stets auf dem neuesten Stand, Fortschritte und Trophäen werden in der Cloud gespeichert und können von überall aus abgerufen werden. Ständig kommen neue Games hinzu, langfristig soll Geforce Now auch mit den beliebten Plattformen Steam, Origin, Uplay, Battle.net und Gog.com funktionieren.

Da Nvidia in seinen Cloud-Rechnern hauseigene Grafikchips benutzt, hat das Unternehmen den klaren Heimvorteil, was die Bereitstellung von Full-HD-Spielen mit 1080p und 60 Hertz angeht. Häufig gespielte Titel können auch gekauft und heruntergeladen werden, oft gibt es gleich einen Download-Code für die PC-Version dazu. Für „click-heavy“-Games wie League of Legends oder World of Warcraft kann man zudem Maus und Tastatur per Bluetooth koppeln.

Nachteile: Nicht ganz kostenloser Breitbandfresser

Ein Geforce-Now-Konto kostet nach einem gratis Probemonat eine Gebühr von 9,99 Euro – verglichen mit dem Standard-Abo von Netflix für 10,99 Euro pro Monat also ein ganz üblicher Preis – aktuell kann man noch einen kostenlosen Beta-Zugriff anfordern. Notwendig ist zudem die passende Receiver-Set-Top-Box namens Shield TV, die auch 4K-Inhalte wiedergibt und viele weitere Funktionen enthält. Die Basisversion mit 16 Gigabyte Speicher und ergonomischen Controller im Lieferumfang gibt es für 200 Euro.

Wichtigste Voraussetzung und leider auch größte Herausforderungen für den tollen Dienst ist aber eine schnelle Breitbandinternetverbindung. Nvidia empfiehlt für Minimalqualität, HD und Full-HD jeweils 10, 20 und 50 Mbit/s. Ein bekanntes Problem des Breitbandausbaus in Deutschland ist jedoch, dass die vertraglich zugesicherten Verbindungsgeschwindigkeiten vielerorts kaum erreicht werden. Zudem können andere Geräte im Heimnetzwerk Upload- und Downloadraten drücken. Eine verringerte Auflösung und reduzierte Bildrate sind die Folge, was vor allem bei schnellen Spielen wie Shootern stören kann.

Alles in allem ist Geforce Now von Nvidia also eine lohnenswerte Alternative für Gamer, die über einen starken Internetanschluss verfügen und sich nicht ständig neue Hardware kaufen wollen.


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