Künstliche Intelligenz gegen Menschen: Wer pokert besser?

Nervenstärke, taktisches Denkvermögen, Menschenkenntnis und Mut zum Risiko: Mit diesen Eigenschaften haben Pokerfans gute Chancen, im beliebtesten Kartenspiel der Welt gute Erfolge einzufahren und Fähigkeiten immer weiter auszubauen. Was als wichtiger Bestandteil eines guten Pokerprofils gilt, wird durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) infrage gestellt: Geht es auch ohne menschliche Soft Skills? Die Poker-Software Pluribus scheint diese These auf verblüffende Art und Weise zu beweisen. 

Der Wettstreit zwischen Menschen und Maschine scheint in unserer technologisierten Gesellschaft keine Grenzen zu kennen. Besonders spannend wird es, wenn es der KI gelingt, ihren Erschaffer zu schlagen. Eine spannende Entwicklung gibt es derzeit bei Tests, die im Pokerspiel zwischen Menschen und Computern durchgeführt wurden. Erstmals konnte ein Poker-Programm gleich mehrere Profis an die Wand spielen. Die Poker-Software Pluribus ist seither in aller Munde.

Verantwortlich für diesen beachtlichen Erfolg sind die preisgekrönten Entwickler Noam Brown, der bei Facebook AI Research tätig ist, und Universitätsprofessor Tuomas Sandholm von der Carnegie Mellon University, Pittsburgh. Ihr Projekt ließ die Frage aufkommen: Sind die Lerngrenzen von Künstlicher Intelligenz noch gesetzt?

Künstliche Intelligenz gegen Menschen: Wer pokert besser?
Künstliche Intelligenz ist in unserer Realität angekommen. (Quelle: Pixabay)

Was kann Pluribus?

In über 10.000 Runden konnte das Programm im Spiel No Limit Texas Hold’em prozentual öfter gegen Profis gewinnen, als es je in einem Spiel mit menschlichen Gegnern möglich war. Wichtiges Detail dabei: In dieser Poker-Variante trat die Software, wie die Spielvariante es gebietet, gegen fünf Personen an, während die ebenfalls von Brown und Sandholm entwickelte Software Liberatus bisher stets von nur einem menschlichen Gegner herausgefordert wurde.

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Je mehr Spieler der Künstlichen Intelligenz die Stirn bieten, desto anspruchsvoller die Programmierung. Pluribus und seine Algorithmen gelten aktuell als fortschrittlichste, technische Superlative in der Szene. Wie weit die Programmierung der neuen Software ist, zeigt der Spielausgang zwischen beiden Programmen: Pluribus hat auch Liberatus souverän im Spiel geschlagen.

Ohne Frage wird Pluribus derzeit in Fachkreisen als übermenschlich gefeiert. Die Software hat mehr zu bieten, als vorprogrammierte Steps. Die selbstlernende Technik registriert als Künstliche Intelligenz jede Reaktion ihrer menschlichen Gegenspieler, speichert neue Spielzüge ab und wertet sie innerhalb weniger Millisekunden aus.

Stellt sich die Frage nach dem als typisch menschlich und unabdingbar geltenden Pokerface. Das beherrscht Pluribus ebenfalls auf seine ganz eigene Art und Weise. Nicht nur logische Reaktionen auf Spielzüge, auch ganz gezieltes Bluffen gehört zum Repertoire der Software. Was daraus folgt, begeistert die Programmierer und Poker-Fans gleichermaßen: Pluribus ist ein absolut unberechenbarer Gegner mit nie zuvor gesehenen Strategien, an dem sich auch gewiefte Spieler am Pokertisch oder beim Online Poker immer wieder die Zähne ausbeißen.

Verblüffend bleibt die Tatsache, dass die Spieltaktiken keine eingepflanzten Algorithmen sind. Bis auf Basiswerte, die zur Funktion notwendig sind, erlernte Pluribus seine Strategien alle selbst. In der Entwicklungsphase wurde Pluribus gegen Pluribus-Kopien ins Spiel geschickt. Aufgrund der intelligenten Prozesse setzte das Selbstlernen ein.

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