LAN-Partys – Nostalgie pur

In vergangenen Zeiten, in denen nicht jeder über einen Internetanschluss (geschweige denn einen mit hoher Bandbreite) verfügte, war das gemeinsame Zocken nur dann möglich, wenn alle Mitspieler sich in ein und demselben Raum befanden. Auf sogenannten LAN-Partys brachte jeder seinen eigenen Rechner und die entsprechenden Peripheriegeräte mit, um nächtelang mit Freunden seine Lieblingsgames zu zocken.

Heute lässt sich das Herumschleppen der nicht gerade kompakten Gaming-Rechnern konsequent vermeiden, indem man über das Internet gemeinsam mit Freunden oder Gamern aus der ganzen Welt zockt. Dennoch sind LAN-Partys keinesfalls ausgestorben und können durchaus noch ein Revival erleben.

Gemeinschaftliches Zocken statt gemeinsames Zocken

Gemeinschaftliches Zocken auf LAN-Partys

LAN-Partys wecken bei älteren Zockern meist nostalgische Gefühle. Das gemeinsame Treffen in Keller oder Garage, Rechner aufbauen und vernetzen – im Gegensatz zu heute stellte sich dabei meist ein Gemeinschaftsgefühl ein, echtes Zusammentreffen ist etwas ganz anderes, als weitgehend anonym mit anderen Spielern zu interagieren.

Nicht selten traf man sich bei dem Freund, mit dem größten Keller und oftmals war dieser so ausgestattet, dass sämtliche Bedürfnisse, die Gamer haben können, während langen Sessions auch gestillt werden konnten. Dazu zählen vor allem Snacks und Getränke, allen voran Energiedrinks und Kaffee, doch auch die eine oder andere Bierzapfanlage stand zur Verfügung, um sich nach anstrengenden Sessions kurz zu erfrischen.

Sinkende Hardwarepreise sorgten für mehr Interesse

Klassiker auf LAN-Partys in den 90er Jahren waren Games wie Quake, Counterstrike oder auch Call of Duty. Fans von Strategiespielen griffen bevorzugt zu Command & Conquer oder Age of Empires. Wenn man diese Spiele heute zockt, stellt sich ebenfalls eine Nostalgie ein, die einen sofort an die vergangenen Tage erinnert. Im Laufe der Zeit wurde das Interesse an LAN-Partys größer und nicht mehr nur „Nerds“ (die Geeks von heute) konnten sich für das gemeinsame Zocken begeistern. Auch die Preise für Computer wurden immer erschwinglicher und so kam es dazu, dass sich die ersten Clans bildeten.

Noch heute wird der Begriff Clan verwendet, dabei handelt es sich prinzipiell um eine organisierte Mannschaft im E-Sport. Durch die zunehmende Anzahl an Spielern reichten Keller oder Garage irgendwann nicht mehr aus, sodass entsprechende Räumlichkeiten wie Gemeindehäuser oder Sporthallen angemietet worden mussten. Infolge des Amoklaufs von Erfurt im Jahr 2002, gerieten LAN-Partys dann zunehmend ins Visier der Medien, die den als „Killerspiele“ bezeichneten Games wie Counterstrike eine Mitschuld an dem Amoklauf gaben.

Schneller, höher weiter

Nachdem sich die Debatte um sogenannte Killerspiele langsam wieder beruhigt hatte, wurde das kommerzielle Potenzial von LAN-Partys langsam deutlich und immer mehr professionelle Veranstalter begannen sich für das Thema zu interessieren. Noch bis 2020 wurde in Leipzig beispielsweise die „DreamHack“ ausgetragen, einer Veranstaltung auf der bis zu 2080 Teilnehmer gemeinsame Turniere in der LAN-Area ausgetragen haben.

Mittlerweile kann man sagen, dass sich die ursprünglichen LAN-Partys stark dazu beigetragen haben, dass sich die E-Sports-Szene entwickeln konnte, wie sie sich entwickelt hat. Austragungen im professionellen Bereich locken Millionen Zuschauer live in die Hallen oder vor den Bildschirm und machen die besten Spieler zu reichen Menschen. Mit der Nostalgie und der ursprünglichen Faszination für Computerspiele haben diese kommerziellen Veranstaltungen aber kaum noch etwas gemeinsam.

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