Sportlicher Ehrgeiz: Wie Fußballvereine dem eSport folgen


HUAWEI

Realer Fußball und eSport sind mittlerweile kaum noch voneinander zu trennen. Immer mehr Vereine aus der 1. Bundesliga erkennen, dass es längst kein Trend mehr ist, ihre Mannschaften auch virtuell auf das Feld zu schicken. Schon länger hat sich aus dem einst belächelten Freizeitvergnügen ein lukratives Geschäft entwickelt.

Bereits über die Hälfte aller Vereine in der Fußball-Bundesliga beschäftigt sich inzwischen mit dem Thema eSport. Das Team, das in der Szene derzeit wohl am besten aufgestellt ist, ist der FC Schalke 04. Der Verein aus Gelsenkirchen schickt seine virtuellen Athleten nicht nur in Spielen wie FIFA oder „Pro Evolution Soccer“ auf den Rasen, sondern spielt aktuell auch in der höchsten europäischen Liga im Game „League of Legends“. Andere Vereine wie Werder Bremen, Hertha BSC Berlin und der VfL Wolfsburg konzentrieren sich derzeit noch ausschließlich auf FIFA.

Auch Mannschaften aus der 2. Bundesliga wie der 1. FC Nürnberg, Hannover 96 und der VfB Stuttgart haben den Trend erkannt und positionieren nach und nach ihre Teams. Der FC Bayern München und Borussia Dortmund setzen sich zwar ebenfalls mit dem Thema auseinander, zögern bisher jedoch, noch weitere Teams für Turniere aufzubauen – zumindest nicht im Genre-Klassiker FIFA. Die Münchner stellen immerhin mit „Bayern Ballers Gaming“ ein Team für den virtuellen Basketball. Uli Hoeneß hatte bereits weit fortgeschrittene Pläne für FIFA aus Gründen der Priorisierung der Vereinswerte wieder verworfen.

Wie Fußballvereine dem eSport folgen

Vereine wachsen beständig

Da der virtuelle Sport noch ein recht junges Thema bei den Bundesliga-Clubs ist, lässt sich ein enormes Wachstum noch nicht feststellen. Allerdings ist zu erkennen, dass die Vereine darauf Wert legen, ihre Aktivitäten auszuweiten. Zum Beispiel hat der bisher größte Bundesliga-Verein im Sport vor der Konsole FC Schalke 04 seit der Gründung im Jahr 2016 an Spielern in „Pro Evolution Soccer“ zugelegt.

Startete man 2016 noch mit einem Spieler im Line-up, repräsentieren heute vier Spieler den Verein. Kein Wunder also, dass der elektronische Sport stetig an Beliebtheit und Medienpräsenz gewinnt.

Das haben beispielsweise auch etablierte Sportwettenanbieter wie bet365 bereits erkannt und führen den eSport als alleinstehende Kategorie in ihrem festen Repertoire auf. So werden Live-Wetten zu den beliebtesten Games wie LOL oder DOTA2 angeboten. Es ist also äußerst wahrscheinlich, dass die Sportart in den kommenden Jahren noch größer und beliebter werden wird. Das bewies auch das virtuelle Team des FC Schalke 04.

Neuesten Prognosen zufolge steigt das Interesse am elektronischen Sport bis zum Jahr 2022 nochmals drastisch an. Hören die Vereine auf die statistischen Erhebungen, sollten noch mehrere Klubs dem Beispiel vom FC Schalke 04 folgen. Auch außerhalb von Deutschland erkennen immer mehr Vereine, dass ein reges Interesse am Sport vor der Konsole besteht. So verzeichnen auch beispielsweise Paris Saint-Germain, AS Rom und Ajax Amsterdam ein ansteigendes Interesse an ihren Teams.

Ob der virtuelle Fußball dem klassischen Rasensport den Rang ablaufen kann, bleibt abzuwarten.

Geschäft mit Zukunft

Trotz der wohl immer bleibenden Vorurteile, mit denen sich Sportler im eSport herumschlagen müssen, konnte sich der Trend bis heute stark entwickeln. Immer mehr Menschen zieht es zu den Events, ganze Stadien können mittlerweile gut gefüllt werden. Gerade die Konsolen-Sportler von Schalke 04 konnten international bereits große Erfolge für Deutschland verbuchen – unter anderem der erste Platz bei der Europameisterschaft in FIFA im Jahr 2017, sowie der zweite Platz bei der Weltmeisterschaft im gleichen Jahr.

Ob der virtuelle Fußball dem klassischen Rasensport den Rang ablaufen kann, bleibt abzuwarten. Tatsache ist aber, dass sich die Jungs am Controller vor den Helden auf dem Feld nicht zu verstecken brauchen.


ESDownload.de