YouTube, Twitch und Vimeo – worin unterscheiden sich die Streaming Plattformen?


Videostreaming ist das neue Fernsehen – so sehen es viele Experten und Verantwortliche in der Internetszene, aber es wird auch deutlich, dass viele Menschen immer weniger lineares Fernsehen schauen und dieses Medium mehr und mehr an Interesse einbüßt. So bietet es vielen Personen, wie sie meist sagen, ganz simpel nicht mehr das an, was sie sehen wollen. Im Internet hingegen ist das ganz anders. Dort kann man als Zuschauer selbst bestimmen, was man wann sehen will und ist nicht daran gebunden, dass ein Sender einem vorschreibt, was wann ausgestrahlt wird, sodass man seine Termine danach ausrichten muss, wenn man eine bestimmte Sendung sehen möchte.

Stattdessen kann man selbst entscheiden, wann einem danach ist, eine Serie, einen Film oder eine Dokumentation zu sehen oder einfach nur das obligatorische Katzenvideo zum Dahinschmachten. Ein Entertainment-All-you-can-eat-Buffet!

YouTube, Twitch und Vimeo im Überblick

YouTube, Twitch und Vimeo im Überblick

So ist es auch möglich, dass sich sogenannte Binge-Watching-Events etabliert haben, bei denen aufgrund des direkten Vorhandenseins von ganzen Staffeln von TV-Serien zum Serienstart, gleich drei, vier, fünf oder noch mehr Folgen direkt am Stück geschaut werden können und man nicht eine ganze Woche auf die nächste Episode mehr warten muss. Ein Phänomen, das sich auch die Forschung momentan intensiv anschaut. Natürlich trifft dies größtenteils auf Plattformen wie Netflix, Amazon Prime Video und Co. zu, aber es gibt ja auch noch andere Dienste, auf denen der endlose Fluss von Videos fließt. Hier soll es um die drei bekanntesten dieser Plattformen gehen: YouTube, Twitch und Vimeo und darüber, wie genau diese sich eigentlich voneinander unterscheiden bzw. welcher Nutzer auf welcher Plattform am ehesten fündig wird.

Im Jahr 2004 gegründet, ist Vimeo die älteste der drei Plattformen, die alle aus den USA stammen. Die Seite versteht sich als die Heimat für hochwertige Videos und ist seit Anfang an vollständig werbefrei, eine Eigenschaft, die sie in der heutigen Zeit in Bereich des Streamings von Privatcontent sehr von jeglicher Konkurrenz abhebt. Die Seite erinnert vielleicht etwas an die Plattform eines hippen Museums; Vimeo hat generell auch viele Gemeinsamkeiten mit einem solchen, denn der Fokus liegt in der Tat auf qualitativ sehr hochwertigen Inhalten und zusätzlich bietet die Seite einen Service an, der Videos kuratiert und für die Zuschauer vorauswählt: natürlich per Hand und nicht durch einen Algorithmus.

Das Angebot kommt allerdings auch nicht ganz kostenlos daher. Wenn auch das Anschauen der Videos vollkommen kostenfrei angeboten wird, beinhaltet das kostenlose Konto nur wenige Datenmengen zum Upload. Daher muss für das Hochladen von Videos ein monatlicher Beitrag von 6 – 70€ bezahlt werden, wenn häufiger Inhalte geteilt werden sollen. Darüber hinaus existieren auch Videos, die nur gegen Bezahlung angeschaut werden können und neu ist außerdem ein Live Streaming-Dienst, der allerdings im direkten Wettbewerb mit anderen Live-Streaming-Diensten steht.

Twitch – Live Streaming von Videospielen und E-Sports Events

Die neueste der drei Plattformen ist Twitch. Diese wurde erst 2011 aus der Webseite Justin.tv abgespaltet und konzentriert sich ganz auf das Streamen von Videospielen, E-Sports Event Übertragungen und auf Zuschauerinteraktion. Während bei Vimeo das Live Streaming noch sehr neu ist, gehört es bei Twitch zum Standardrepertoire. 2014 wurde das Unternehmen vom Amazon Konzern übernommen und mit dem Angebot von Amazon Prime verknüpft. Auch auf Twitch ist das kostenlose Schauen möglich, aber auch hier können Premiuminhalte gegen Bezahlung abonniert werden. Typische Spiele auf Twitch sind Fortnite, League of Legends, Dota 2 oder Hearthstone. Poker ist ebenfalls eines der populärsten Games auf Twitch. Das klassische Kartenspiel wird von vielen Streamern kontinuierlich gezeigt, Lex Velduis ist hier einer von den erfolgreichsten Streamern. Auf seinem Twitch-Kanal sorgt er regelmäßig für Furore mit hochklassigen Erfolgen, dabei versammeln sich Tausende von Zuschauern. Über 94.000 Follower konnte der Niederländer bereits auf sich vereinen.

Natürlich darf in dieser Liste der Platzhirsch YouTube nicht fehlen. Das Unternehmen gehört schon seit 2006 fest zum Google Konzern und verzeichnet allein in Deutschland über 30 Millionen aktive Nutzer im Monat. Ein bestimmter Fokus ist nicht erkennbar, auf YouTube laufen sowohl Webserien, Dokumentationen als auch die unterschiedlichsten Privatvideos. Eine Mitgliedschaft ist kostenlos und wird automatisch mit einem Google Konto abgeschlossen. Auch das Hochladen kostet kein Geld, was sicherlich dazu beigetragen hat, dass YouTube die größte und beliebteste Plattform für Video Streaming geworden ist. In den USA gibt es bereits einen Abonnement-Service, der zusätzliche bezahlte Inhalte verfügbar macht, dieser ist allerdings noch nicht in Deutschland erschienen. Hierzulande finanzieren sich Plattform und Inhalteanbieter vollständig über vor und in die Videos geschaltete Werbung sowie über Produktplatzierungen.

Twitch - Live Streaming von Videospielen und E-Sports Events

Klar ist, die Streaming-Szene boomt und das nicht erst seit Kuzem. Während das klassische Fernsehen in Deutschland bei den jüngeren Generationen kaum noch Bedeutung hat, geht es nun auch dem Kino mehr und mehr an den Kragen, denn im Internet gibt es keine Sendeplätze und so findet auch die kleinste Serie ihr Publikum. Zerstörung von Fernsehen und Kino oder Liberalisierung des Mediums? Einmal gestreamt, möchte man die Vorteile des Service meist nicht mehr missen.