Den alten Gaming-PC aufrüsten – Lohnt sich das?

Passionierte Gamer legen viel Wert auf eine hohe Framerate, die optimale Auflösung und maximale grafische Details. Damit das Spielerlebnis allen Anforderungen gerecht wird, braucht es selbstverständlich die richtige Hardware. Aber auch der beste Gaming-PC kommt mit der Zeit in die Jahre und ab einem gewissen Punkt leidet die Game-Performance unter den veralteten Spezifikationen. Der Vorteil bei einem Desktop-Computer: einzelne Komponenten lassen sich bei Bedarf austauschen. Wir haben uns angesehen, in welchen Fällen sich das Aufrüsten lohnt und wie stark die Kosten der möglichen Upgrades zu Buche schlagen.

Leistungscheck der bestehenden Hardware

bestehenden Hardware im Gaming-PC

Die Ansprüche an einen Gaming-PC sind hoch. Nicht selten soll er auf dem neusten Stand der Technik sein und aktuelle Titel bestmöglich wiedergeben. Da die Anschaffung eines selbst- oder vorkonfigurierten Desktop-PCs ziemlich teuer sein kann, sehen viele ihn als langfristige Investition. Doch was, wenn der neuste Teil des bevorzugten Videospiel-Franchises nur noch ruckelt, abstürzt oder sich gar nicht erst starten lässt? Bevor Sie sich voreilig eine neue Grafikkarte oder einen aktuellen Prozessor zulegen, sollte der bestehende Gaming-Rechner durchgecheckt werden. In manchen Fällen genügt nämlich schon der gezielte Austausch bestimmter Hardware-Elemente.

Ob das Upgrade möglich ist, hängt nicht zuletzt von dem verbauten Motherboard (auch Mainboard) ab. Das Mainboard ist die Hauptplatine eines Rechners und damit ausschlaggebend für das einwandfreie Zusammenspiel der kompletten Hardware. Mit einem Blick auf das Board ist schnell klar, wie viel Steckplätze für weitere RAM-Module noch zur Verfügung stehen.

Über den Hersteller und das Datenblatt lässt sich zudem die DDR-Generation und die Prozessor-Kompatibilität ermitteln. Viele technische Informationen lassen sich auch über die „Ausführen“-Funktion (Win + R) und die Eingabe des Befehls „msinfo32“ auslesen. Achten Sie auf folgende Eckdaten:

  • CPU-Taktfrequenz und Anzahl der Kerne
  • Größe und DDR-Generation des RAM
  • Speicherplatz der Festplatte(n)
  • GPU-Takt und Grafikspeicher
  • Nennleistung des Netzteils

Neukauf eines PCs oder Gaming-Notebooks als Alternative

Wenn der alte Gaming-PC bereits runtergerockt ist, dann lässt sich die neuste Hardware ohne den Austausch von Motherboard und Netzteil meistens nicht mehr installieren. Sollte dies auf Ihren Gaming-PC zutreffen, dann ist die Anschaffung eines neuen PCs oder Gaming-Notebooks eine echte Alternative. Vor allem Personen, die technisch wenig versiert sind, fahren mit einem Neukauf oft besser. In jedem Fall aber, wenn fast die komplette Hardware ausgetauscht werden müsste, um einen alten Computer wieder flottzumachen.

Wer sowieso schon überlegt hatte seinen Desktop-Tower gegen einen praktischen Laptop auszuwechseln, der kann auch ein Gaming-Notebook kaufen. Wenn die Vorkenntnisse auf diesem Gebiet fehlen, ist eine kompetente Gaming-Notebook-Kaufberatung empfehlenswert.

Gaming-PC mit Monitor auf dem Schreibtsich

Bessere Performance durch einen erweiterten Arbeitsspeicher

Soll der PC auch beim Hantieren mit großen Datenmengen noch reibungsfrei laufen, ist genügend Arbeitsspeicher dringend notwendig. Mit einem modernen 64 Bit-System und dem entsprechenden Mainboard können Sie in der Theorie bis zu 128 GB RAM verbauen. Praktisch nutzbar sind allerdings maximal 32 GB. Noch vor wenigen Jahren war man mit 8 GB RAM noch im High-End-Bereich unterwegs.

Games der neusten Generation verlangen diese aber mittlerweile schon, damit ein Spiel überhaupt lauffähig ist. Glücklicherweise sind RAM-Riegel relativ günstige Komponenten. Die empfohlenen 16 GB bekommen Sie bereits für unter 100 €.

Mehr Speicherplatz durch schnelle SSD

Auch Speicherplatz ist dank günstiger SSD-Speichermedien im Laufe der Jahre immer erschwinglicher geworden. Selbst bei alten PCs mit langsamer HDD-Festplatte (Hard Disc Drive) lohnt sich das Upgrade, sofern der Anschluss einer SSD (Solid State Drive) möglich ist. Sie müssen die Festplatte nicht einmal wechseln, sondern können sie auch ergänzend verbauen.

Da der Zugriff über eine SSD-Festplatte schneller vonstattengeht, sollten Sie häufig genutzte Daten jedoch auf diese überspielen. Empfohlen sind Modelle mit einem Speicher von 1 TB, die teilweise schon für weniger als 150 € erhältlich sind.

Der Prozessor – Das Herz des Gaming-PCs

Klar braucht es für ein gutes Gaming-Erlebnis mehr als nur genügend Arbeits- und Festplattenspeicher. Die „Central Processing Unit“ ist der Taktgeber und bestimmt letztendlich, wie schnell ein PC operiert. Daher ist die Prozessorleistung fundamental wichtig für die Perfomance von PC-Spielen. Auch wenn der Einbau etwas aufwendiger als das Einsetzen neuer RAM-Module ist, lässt sich dies durchaus bewerkstelligen.

Das Problem ist eher, dass alte Mainbord-Platinen in vielen Fällen gar nicht kompatibel mit zeitgemäßen CPUs sind. Unter Umständen ist es aber möglich und sinnvoll, den verbauten Prozessor durch ein leistungsstärkeres Modell derselben Baureihe zu ersetzen.

Falls das technisch machbare Upgrade nicht den erwünschten Performance-Schub bringen würde, kann an dieser Stelle über den Neukauf eines Komplett-PCs nachgedacht werden.

Framerate und Auflösung mit neuer Grafikkarte optimieren

Am tiefsten müssen Gamer für Grafikkarten in die Tasche greifen. Schon vor der Preisexplosion durch das Aufkommen des Krypto-Minings waren gute Grafikkarten kein Schnäppchen. Manche aktuelle GPU (Graphics Processing Unit) ist jedoch so exorbitant teuer, dass die Anschaffung gut überlegt sein sollte.

Gleichzeitig belohnen teure Karten den Spieler mit einer High-End-Auflösung und butterweicher Bildrate. Außerdem bieten die Grafikkarten so viel Power, dass viele Games diese erst in zwei oder drei Jahren ausreizen werden. Somit handelt es sich durchaus um eine langfristige Investition.

Wer nicht bereit ist derart hohe Preise zu zahlen, der sollte zu einer älteren GPU greifen, mit der sich auch aktuelle Spiele noch zocken lassen.

Fazit: Eine Frage von Kosten und Aufwand

Ob Sie aus einem alten Schätzen mit wenig Kosten und Arbeit noch einen lauffähigen günstigen Gaming PC machen können, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend sind immer die eigenen Ansprüche. Wer nur liebgewonnene Klassiker oder nicht sehr anspruchsvolle Spiele genießen möchte, der kann gezielt aufrüsten.

Sollen es jedoch die neusten Trend-Games sein, müssen Sie meist gleich diverse Komponenten erneuern. Liegen bereits mehrere Hardware-Generationen zwischen Ihrem Computer und der aktuellen Technik, lohnt sich daher oft der Neukauf eines Gaming-PCs.

Wenn Sie zudem gerne mal auf dem Sofa oder auch im Urlaub zocken möchten, empfiehlt sich ein Gaming-Notebook.

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