DroneX Pro Test: Wie die originale Drohne Eachine E58 missbraucht wird

Es gibt eine Wunderdrohne auf dem Markt, die durch einen unglaublich günstigen Preis, starker Kamera, langer Flugzeit und Hindernissensoren bestechen soll. Hierbei handelt es sich um die DroneX Pro, die in sozialen Netzwerken aggressiv beworben wird. Was kann die Wunderdrohne aber wirklich? Wir haben uns das Modell näher angeschaut.

DroneX Pro – starke Ähnlichkeit mit der Eachine E58 Drohne

Eachine E58 Drohne Frontscheinwerfer eingeschaltet

Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich die DroneX Pro als komplett baugleich wie das Modell Eachine E58. Diese Einsteigerdrohne wird mit einem neuen Marketingkonzept im deutschsprachigen Raum unter dem Namen DroneX Pro vertrieben.

Der einzige Unterschied ist hierbei der Preis. Die DroneX Pro kostet fast das doppelte und im Lieferumfang ist nur ein Akku enthalten. Die gleiche Drohne gibt es bei anderen Shops, wie z.B. Banggood, für die Hälfte des Preises und mit einem viel größeren Lieferumfang. Weitere Namen für dieselbe Drohne sind z.B. „Blade 720“.

Auf den Webseiten der vermeintlichen Affiliatepartner dieser Drohnen finden sich weiterhin falsche Informationen. Die Drohne soll Videos mit einer 4K-Auflösung produzieren und Hindernissen automatisch ausweichen können – beide angeblichen „Fakten“ sind komplett falsch. Wir haben uns das Modell jedoch genauer angesehen und erklären was ihr von der Drohne tatsächlich in der Praxis erwarten könnt.

Eachine E58 Praxistest: Foto, Video, Flugzeit

Eachine E58 Praxistest: Foto, Video, Flugzeit

Der vermeintliche DJI Mavic Klon ist ebenfalls eine faltbare Drohne, die jedoch deutlich kleiner ist als das originale Modell. Die genauen Abmessungen im ausgeklappten Zustand sind 27 x 19.5 x 5 cm. Die Drohne kann in zwei unterschiedlichen Varianten gekauft werden. Entweder mit einer 0,3 MP oder einer 2 MP Kamera.

Die 2 MP-Version kann Videos im HD-Format, also 1280x720p produzieren. Die Mini-Drohne besitzt kein Gimbal, sodass die Videoaufnahmen auch immer stark verwackelt sein werden. Fotos und Videos können auf einer SD-Karte abgespeichert werden. Hierbei werden Speicherkarten bis zu einer Größe von 64 GB unterstützt, wobei eine kleinere SD-Karte vollkommen ausreicht, da die Fotos und Videos auf Grund der geringen Qualität nicht viel Speicherplatz einnehmen.

Die Drohne kann entweder mit der mitgelieferten Fernsteuerung oder per Handy mit Hilfe einer App gesteuert werden. Das Livebild der Drohnenkamera wird auf das Handy per Wifi übertragen, sodass der Drohnenpilot die Flugroute genau verfolgen kann. Die Drohne kann auch mit einer VR-Brille geflogen werden. Die entsprechenden Einstellungen zur Steuerung der Drohne mit einer FPV-Brille finden sich in der App, die sowohl für Anrdroid als auch iOS verfügbar ist.

Die Flugzeit der E58 liegt bei knapp 7 bis 8 Minuten, je nachdem wie stark ihr die Drohne in der Praxis beansprucht. Weiterhin gibt es drei unterschiedliche Geschwindigkeitseinstellungen, die über einen Knopfdruck des rechten oberen Buttons an der Fernsteuerung verändert werden kann. Eine ausführliche Anleitung inklusive eines Videos findet ihr in diesem Eachine Testbericht. Bei Windstille kann die Drohne eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 20 km/h erreichen. Für eine Spielzeugdrohne ist das auf jeden Fall ein ordentlich Wert.

Vor jedem Flug muss die Eachine E58 kalibriert werden, damit diese dann in der Luft nicht abdriftet. Das Austarieren dauert in der Regel zwischen 15 bis 30 Sekunden, je nachdem unruhig das Wetter gerade ist. Der Quadrokopter besitzt kein GPS und damit folglich auch keine Return-to-Home Funktion. Es gibt an der Fernsteuerung zwar einen Knopf, der die Drohne zurück zum Startpunkt bringen soll, jedoch funktioniert dies in der Praxis mehr schlecht als Recht.

Neben einer Schwebefunktion, bei der die Drohne genau in jene Richtung fliegt, in die der Pilot das Handy neigt, gibt es auch die Möglichkeit Flips durchzuführen. 360° Flips können über den rechten hinteren Knopf an der Rückseite der Fernsteuerung und anschließender Betätigung der Richtungshebel ausgeführt werden. Hierbei ist zu beachten, dass die Drohne nach jedem Flip ein wenig an Höhe verliert und sich erst wieder auf das Ausgangsniveau begeben muss. Gerade Anfängerpiloten können mit dieser Funktion jede Menge Spaß haben.

Die Qualität der Videos ist für Einsteigerflieger ausreichend, wird jedoch gehobenen Ansprüchen von Fotografen und Videofilmern auf keinen Fall gerecht. Die Qualität der Fotos ist durchschnittlich und eignet sich z.B. dazu auf einem Geburtstag ein Foto aus der Luft zu schießen. Dennoch darf man hierbei keine Wunderbilder erwarten.

Das Flugverhalten ist wirklich angenehm, wenn die Drohne auskalibriert ist und kein zu großer Wind geht. Die Reichweite der Drohne liegt bei knapp 50 m, danach reist die Verbindung zur Fernsteuerung komplett ab. Wenn die E58 kein Signal mehr empfängt, dann leitet diese eine Notlandung ein und begibt sich zurück auf den Boden, unabhängig davon ob unter der Drohne ein Baum, Haus oder Auto ist. Hierbei ist also etwas Vorsicht geboten, damit keine unschönen Unfälle passieren. Trotz allem Lob muss an dieser Stelle deutlich darauf hingewiesen werden, dass die Drohne keine Hindernissensoren und genauso wenig eine Kamera besitzt, die Videoaufnahmen in Ultra-HD aufzeichnen kann.

Die Eachine E58* ist und bleibt eine Einsteigerdrohne, die ein gutes Preis- Leistungsverhältnis bietet. Jedoch sollte man die Angebote hinsichtlich des Preises genau prüfen, da einige Betrüger im Netz unterwegs sind, die versuchen den maximalen Profit aus dem Modell zu schlagen.

Die Drohne wiegt weniger als 250 g und benötigt deswegen auf Grund der deutschen Drohnenverordnung kein Kennzeichen, jedoch ist eine Haftpflichtversicherung unbedingt notwendig.