ICC-Profile: Wenn der Drucker einen Farbstich hat


Drucker versprechen ihren Anwendern oftmals brillante, wirklichkeitsgetreue Farben und Kontraste. Doch nicht selten passiert es, dass selbst nachbearbeitete Photos nicht wie gewünscht aussehen. Der Ausdruck hat einen Farbstich oder wirkt in farblich zumindest abweichend im direkten Vergleich zum Quellbild.

Woran liegt das? Farbmanagement heißt hier das Stichwort.

Ursachenforschung für Farbfehler

Ausdruck-mit-ICC-ProfilAusdruck-ohne-ICC-Profil

Logischerweise muss ein Monitor kalibriert werden, um einen möglichst geringen Delta-E-Farbwert zu erhalten. Je geringer dieser ist, desto echter werden Farben reproduziert. Farbverfälschungen werden bei absteigenden Werten immer geringer. Nur wenn der Monitor Farben akkurat wiedergeben kann, ist eine zuverlässige Entscheidung über die Farbauswahl in einem Bildbearbeitungsprogramm möglich.

Leider ist es damit alleine nicht getan. Ein weiteres, wichtiges Glied in der Kette ist der Drucker selbst. Die Kalibrierung des Bildschirms ist in erster Linie für die korrekte visuelle Ausgabe an den Betrachter zuständig – der verbundene Drucker weiß vorerst nichts davon. Hier liegt das Problem: Genauso wie Monitore unterschiedliche Qualität aufweisen, haben auch Drucker eigene Stärken und Schwächen.

Verwendete Tintenpatronen und das genutzte Papier spielen entscheidende Faktoren, wenn es um die Farbe geht. Refill-Tinte und günstiges Ersatzpapier kann hier bereits den Fehlerteufel mit sich bringen. Papier saugt beispielsweise je nach Beschaffenheit die Farbtropfen unterschiedlich auf. Die Konsequenz aus diesem Wissen: Der Computer benötigt genaue Informationen, um die Farben für die zu druckenden Bilder entsprechend anzupassen. Farben müssen in ihrem Wert reproduzierbar sein.

Hier für wird ein ICC-Farbprofil genutzt. Das International Color Consortium, kurz ICC, kümmert sich bereits seit Anfang der 90er Jahre um ein universell einsetzbares Farbmanagementsystem. Eine praktische Lösung, die beteiligte Geräte in ihren Farbräumen untereinander abstimmt. Mit eingeschlossen sind hier nicht nur Drucker und Monitor, sondern auch Scanner und Digitalkameras.

Kameras stellen aber einen gesonderten Fall dar. Nur wenn mit gleicher Brennweite in identischer Arbeitsumgebung eine Photoserie erstellt wird, rechtfertigt sich hier der Aufwand einer Kalibrierung.

Wie man den Farbstich entfernen kann

Natürlich besitzen Geräte häufig mitgelieferte Standardprofile, die grob ihre Arbeit für ungeübte Augen zumindest anständig verrichten. Zudem gibt es auch herunterladbare ICC-Profile für das eigene Computersystem. Logischerweise muss genau bekannt sein, welche Geräte in diesem System eingebunden sind. Trotz allem unterliegen Monitore und Drucker immer auch einer gewissen Schwankung in ihrer Qualität.

Wer sicher und professionell vorgehen will, kommt um eine manuelle Kalibrierung nicht herum. Für den Monitor kann diese visuell mit kostenlosen Programmen vorgenommen werden. Ein geschultes und erfahrenes Auge ist hier aber unabdingbar. Für kommerzielle Einsätze muss mit professioneller Software und Spektralfotometern nachgeholfen werden.

Arbeitsumgebung einrichten

Unersetzlich für eine Kalibrierung sind optimale Lichtbedingungen. Hier kann mit einfachen Handgriffen wichtige Vorarbeit geleistet werden. Einfallendes Tageslicht auf den Bildschirm sollte vermieden werden. Indirektes, gleichmäßiges Licht ist zu bevorzugen. Eine nützliche Hilfe bieten hier auch Blenden, die den Monitor zusätzlich abschirmen.

Drucker kalibrieren

Den Drucker kalibrieren, ist ohne technische Hilfsmittel nicht so ohne weiteres möglich. Trotzdem ist es immer ratsam, Reinigungsprogramme und Testseiten auszudrucken. Die Tintenpatronen könnten verbraucht oder verstopft sein und für ungewollte Resultate sorgen. Ein vorhandenes ICC-Profil nimmt viel Arbeit ab, muss aber exakt auf die verwendeten Druckerkomponenten abgestimmt sein. Für diese Aufgabe gibt es kommerzielle Software und Dienstleistungsanbieter, die Laien unter die Arme greifen.

Software und Technik nutzen

Software kann einem enorm viel Arbeit abnehmen und zumindest die Feinjustierung der Monitorfarbwerte in einem preislich akzeptablen Rahmen garantieren. Kolorimeter messen den ausgestrahlten Lichtwert und legen die notwendigen Korrekturen in einem ICC-Profil für Monitore an. Für Drucker, Patronen und Tinte gibt es ebenfalls eigenständige Software, die meist deutlich teurer ausfällt.

Dienstleistungen für ICC-Profile

Verschiedene Firmen bieten Online ihre Dienste für eine individuelle ICC-Profilerstellung an. Nach einer genauen Anleitung werden Testseiten ausgedruckt und an die Firma übergeben. Dieser Testdruck wird mit passender Technik ausgewertet und das passende ICC-Druckerprofil gegen eine Gebühr verkauft. So lässt sich Geld sparen, denn Spektralfotometer sind nach wie vor nicht günstig zu haben. Will man im privaten Bereich den Farbstich beim Drucker entfernen, ist dieses Angebot durchaus eine Überlegung wert.



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