Wie funktioniert der Plastikkartendruck? – Kartendrucker und deren Druckverfahren

Bedruckte Plastikkarten begegnen uns regelmäßig im Alltag. Seit Oktober 2010 ist sogar der Personalausweis der Bundesrepublik Deutschland im beliebten Scheckkartenformat unterwegs. Kein Wunder, denn die praktischen Karten passen bequem in jede Brieftasche und können heutzutage unter anderem mit modernen RFID-Technologien ausgestattet werden und bedienen somit eine ganze Reihe an Anwendungen. Viele Unternehmen folgen also dem Trend und schaffen sich eigene Kartendrucksysteme an, um in eigener Sache beispielsweise Mitarbeiterausweise, Gutscheinkarten, Bonuskarten etc. selbst produzieren zu können.

Doch Kartendrucker ist nicht gleich Kartendrucker. Bei den Kartendrucker Systemen gibt es verschiedene Druckverfahren und Technologien, die besonders bei der Anschaffung eines Kartendruckers eine wichtige Rolle spielen und somit potentiellen Käufern ein Begriff sein sollten.

Kartendrucker Beispiele und Hersteller Logos

Die gängigen Druckverfahren von Desktop Kartendruckern sind:

  • Thermotransfer
  • Thermosublimation
  • Retransfer
  • Thermo-Rewrite

Thermotransfer Druckverfahren

Der Thermotransferdruck erfolgt monochrom, also einfarbig und wird daher sehr häufig für die Personalisierung von Plastikkarten verwendet. Dabei wird ein einfarbiges, folienähnliches Farbband am Druckkopf des Kartendruckers erhitzt, wodurch sich die Farbe der Folie löst und auf die Plastikkarte übertragen wird. Durch den direkten und unmittelbaren Transfer vom Farbband auf die Karte, kann eine vergleichsweise schnelle Druckgeschwindigkeit erzielt werden.

Allerdings kann mit dem Thermotransferdruck keine vollflächige Bedruckung erfolgen und es besteht die Gefahr des Druckausfalls an manchen Stellen der Karte, durch kleine Unebenheiten an der Oberfläche.

Thermosublimation

Dieses Druckverfahren kommt beim 4-Farbdruck  zum Einsatz. Genau wie beim Thermotransferdruck kommen hier folienähnliche Farbbänder zum Einsatz, die hierbei aus mehreren Farbzonen (YMCK) bestehen. Das Farbband wird ebenfalls am Druckkopf thermisch erhitzt, bis die Farbe kurzzeitig „verdampft“ und auf die Karte sublimiert (aufgedampft) wird. Während des Druckprozesses wird die Karte mehrmals an den Farbzonen vorbeigeführt.

Das Thermosublimation Druckverfahren garantiert eine hohe Farbtiefe und Farbintensität, die durch die Regulierung der Hitze des Druckkopfes angepasst und verändert werden können.

Retransfer Kartendruck

Das Thermo-Retransfer Druckverfahren gehört zu den hochwertigsten Druckverfahren im Bereich des Plastikkartendrucks. Technisch funktioniert es so: Wieder kommen die folienartigen Farbzonenbänder zum Einsatz, die in diesem Verfahren allerdings spiegelverkehrt auf einen Trägerfilm drucken. Dieser Film wird dann in einem zweiten thermischen Schritt auf die Plastikkarte aufgebracht.

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Der große Vorteil bei diesem Druckverfahren ist die Unabhängigkeit der zu bedruckenden Kartenoberfläche – minimale Unebenheiten, wie Sie zum Beispiel bei RFID Karten an der Position des Transponders zu finden sind, führen zu keinem Druckausfall. Auch der randlose Druck von Plastikkarten ist mit diesem Verfahren möglich.

Thermo-Rewrite

Beim Thermo-Rewrite Druck ist es möglich Karten wiederholt zu bedrucken. Dazu benötigt man allerdings Thermo-Rewrite fähige „TRW Karten“, die mit einer thermosensitiven Schicht ausgestattet sind. Das Druckverfahren kommt ganz ohne Farbband oder Farbpatrone aus und funktioniert ausschließlich über Hitze.

Die besagte Schicht dieser TRW Karten reagiert auf die Hitze mit einer Farbveränderung. Karten lassen sich so wiederholt bedrucken, wieder löschen und wieder bedrucken. Die klassische Anwendung hierzu findet sich beispielsweise bei Studentenausweisen: Die Gültigkeit in Verbindung mit dem Semesterticket wird jedes Semester aktualisiert.

Zusammenfassung und Fazit

Auf welches Druckverfahren man als interessierter Käufer eines Kartendruckers setzen sollte, hängt letztendlich von den eigenen individuellen Anforderungen ab. Wenn Sie Chip- oder RFID Karten vollflächig bedrucken möchten, dann sollten Sie in einen Retransfer Kartendrucker investieren. Lassen Sie Ihre Mitarbeiterausweise beispielsweise extern im Offsetdruck produzieren, und Sie selbst planen lediglich eine darauffolgende Personalisierung von Name und Foto, eignet sich ein Thermosublimationsdrucker.

Möchten Sie Plastikkarten mit einem Barcode oder einer einfarbigen Nummer bedrucken, reicht Ihnen ein einfacher Thermotransfer Drucker aus. Die größten Anbieter Deutschlands verfügen über Modelle der weltweit führenden Hersteller wie HID, Nisca, SwiftColor, Evolis, Zebra, Datacard und Matica.*

*Quelle: https://www.youcard.de/produkte/kartendrucker/

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