Ratgeber AV-Receiver: Was vor dem Kauf zu beachten ist

Da ein AV-Receiver das Zentrum eines ambitionierten Heimkinosystems ist, ist es wichtig, sich vor dem Kauf mit der Thematik auseinanderzusetzen. So wird der Kauf nicht zum Reinfall, sondern zum Erfolg und zur langfristigen Investition. Wir haben für Sie die wichtigsten Kriterien zusammengefasst, die beim Kauf eines AV-Receivers unbedingt beachtet werden müssen.

Lesen Sie hier, was Sie bezüglich Material- und Verarbeitungsqualität, Bedienung, Funktionen und Anschlussmöglichkeiten wissen sollten.

Stimmt die Material- und Verarbeitungsqualität?

© [ellobo]/123rf.com

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An Ihrem AV-Receiver wollen Sie im Idealfall lange Spaß haben, schließlich kosten brauchbare Geräte mindestens 250 Euro – nach oben gibt es kaum Grenzen, davon können Hi-Fi-Enthusiasten ein Lied singen. Deshalb sollten Sie zuerst die Material- und Verarbeitungsqualität des AV-Receivers begutachten. Sind die Materialkomponenten wertig? Achten Sie auf die eingesetzten Materialien des Gehäuses, der Gehäusefront, auf die Bedienelemente und das Display.

Lassen Sie sich nicht von einem scheinbar schicken Design blenden, prüfen Sie die Beschaffenheit der Oberflächen, die Anfälligkeit auf Kratzer und Staub, die Sauberkeit von Übergängen und das Verhalten von Reglern und Knöpfen. Nach Möglichkeit sollten Hochglanzoberflächen vermieden werden. Wackeln und klappern schon bei der ersten Begutachtung Bedienelemente, ist vom Kauf abzuraten.

Nach Möglichkeit empfiehlt sich immer die Begutachtung sowie ein ausgiebiger AV-Receiver Test vor Ort bei einem Fachhändler. Ist dies nicht möglich, helfen unabhängige und sachliche Testberichte von Fachzeitschriften oder von Kunden im Internet.

Bedienkonzept auf Praxistauglichkeit prüfen

© [Lars Zahner]/123rf.com

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Ein AV-Receiver sollte einfach und intuitiv zu bedienen sein, aber trotzdem ausreichend manuelle Einstellmöglichkeiten bieten. Prüfen Sie nicht nur die Auswahl und Position der Bedienelemente am Gerät selbst, sondern auch die Fernbedienung. Optimal ist es, wenn der AV-Receiver auch mit der normalen TV-Fernbedienung verwendet werden kann.

Hierzu können Sie die Hinweise des Herstellers studieren – diese geben Aufschluss darüber, mit welchen Fernsehern ein AV-Receiver direkt kompatibel ist. Die Installation und Inbetriebnahme des AV-Receivers sollte unkompliziert möglich sein, so ist etwa die Lautsprecherkalibrierung via Mikrofon nützlich.

Auch bestimmte Funktionen können im alltäglichen Betrieb sehr komfortabel sein, etwa ein vollautomatischer Lautstärkeangleich oder manuell regelbare Pegel und vordefinierte Equalizer.

Welche Funktionen brauche ich wirklich, was will mir der Hersteller schmackhaft machen?

Werbung soll verkaufen. Lassen Sie sich deshalb nicht von verlockenden Versprechen täuschen. Prüfen Sie stattdessen vor dem Kauf eines AV-Receivers genau, welche Funktionen Sie wirklich brauchen werden. Denn je mehr Ausstattungsmerkmale und Anschlussmöglichkeiten ein Gerät bietet, desto teurer ist es. Auch wenn viele Features in bestimmten Szenarien sinnvoll sind, braucht nicht jeder Nutzer alle Funktionen.

Entscheiden Sie für sich persönlich, ob Sie beispielsweise ein Farbdisplay, Bluetooth, Wireless LAN, USB-Anschluss oder bestimmte Anschlussmöglichkeiten benötigen. Wenn Sie beispielsweise nur Musik hören möchten, bringt Ihnen ein 7.1-Kanal-System herzlich wenig.

Haben Sie kein Smartphone, Tablet-PC oder ein anderes Bluetooth-Gerät, brauchen Sie auch keine entsprechende Schnittstelle. Diese Argumentation kann fast endlos weitergeführt werden und soll eines verdeutlichen: Lassen Sie sich
nichts verkaufen, was Sie nicht brauchen.

Art und Anzahl analoger, digitaler und netzwerkfähiger Schnittstellen beachten

© [Igor Terekhov]/123rf.com

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Ein ebenfalls wichtiges Kriterium bei der Auswahl des geeigneten AV-Receivers ist die Art und Anzahl der Schnittstellen. Neben analogen und digitalen Audio- und Video-Schnittstellen gibt es auch kabelgebundene und drahtlose Netzwerkanschlüsse sowie USB-Anschlüsse.

Entscheiden Sie auf Grundlage vorhandener oder geplanter Endgeräte, welche Schnittstellen Sie in welcher Anzahl zwingend benötigen. So können Sie erkennen, welche Schnittstellen Sie sofort oder in Zukunft benötigen werden und welche nicht.

Wichtige Anschlussmöglichkeiten und ihr Verwendungszweck

Zu den verbreitetsten Anschlussmöglichkeiten zählen die optisch-digitale Schnittstelle (SPDIF / TOSLINK), die optisch-koaxiale Schnittstelle, HDMI-Eingänge und HDMI-Ausgänge und die analoge Schnittstellen Cinch, 3,5-mm-Klinke und Aux-In. Weitergehend sind USB-Schnittstellen zum kabelgebundenen Anschluss von externen Festplatten und anderen Massenspeichergeräten und Netzwerkanschlüsse verbreitet.

Mittels Ethernet kann eine kabelgebundene Internet- oder Netzwerkverbindung hergestellt werden, Wireless LAN ist das drahtlose Pendant dazu. Bluetooth eignet sich zur drahtlosen und unkomplizierten Übertragung zwischen AV-Receiver und Bluetooth-Gerät ohne ein bestehendes WLAN – durch die geringe Bandbreite geht dies aber zu Lasten der maximalen Bitrate, also der Qualität.

Entscheiden Sie für sich persönlich, welche Art von Schnittstelle Sie wirklich benötigen und in welcher Anzahl diese vorhanden sein sollte. Außerdem sollten Sie entscheiden, ob Sie kabelgebundenes oder drahtloses Musikstreaming aus der Cloud oder von Netzwerkgeräten bevorzugen – oder diese Technik überhaupt nicht brauchen.

Entscheiden Sie auf Grundlage vorhandener und eingeplanter Geräte, die mit Ihrem Heimkino verbunden werden sollen. Im Zweifelsfall sollten Sie lieber eine Schnittstelle mehr als weniger einplanen, damit Ihr System auch in Zukunft erweitert werden kann.

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