Smart-Home-Sicherheit: Das können moderne Alarmanlagen

Wer sein zu Hause vor Einbrechern schützen möchte, kann sich schon für wenige hundert Euro ein komplettes Alarmsystem selbst installieren. Über die Smart-Home-Zentrale lässt sich die Alarmanlage auch mit weiteren Geräten kombinieren und per Smartphone steuern. Doch wie sicher sind diese Anlagen wirklich? ExpertenTesten hat sowohl die Funktionsweisen als auch Sicherheitslücken unter die Lupe genommen.


Moderne Alarmanlagen bestehen aus mehreren Modulen, die man sich beim Kauf je nach Bedarf zusammenstellen kann. Oft gibt es auch ein „Basis-Set“ vom Anbieter zu einem günstigeren Preis, welches man dann noch mit Einzelkomponenten erweitern kann.

Der Sicherheitsumfang moderner Alarmanlagen

moderne Alarmanlagen gegen Einbrecher

Ein smartes Alarmanlagen-System besteht üblicherweise aus:

  • Außensirene (mit Ton und Licht)
  • Innensirene (an der Zentrale)
  • Bewegungsmeldern (mit Kameraaufzeichnung)
  • Fenstersensoren
  • Türsensoren
  • Smart-Home-Zentrale
  • Zusatzkomponenten zum Alarmsystem sind:
  • Rauchmelder
  • CO2-Melder
  • CO-Melder
  • Wassersensoren

Außerdem kann die Smart-Home-Zentrale auch mit

  • smarten Lichtsystemen
  • smarten Jalousien
  • Heizung und Klimaanlage
  • sämtlichen smarten Haushaltsgeräten

verbunden werden. In Bezug auf die Alarmanlage macht in erster Linie eine Kombination mit Licht Sinn. So kann man einstellen, dass bei einem ausgelösten Alarm automatisch das Licht angeht.

Ist die Alarmanlage über App oder Fernbedienung eingeschaltet, funktioniert es so, dass man immer sofort informiert wird, sobald ein Fenster oder eine Tür geöffnet wurde. Registriert der Bewegungsmelder eine Person, wird man ebenfalls informiert und kann über die Kamera direkt auf dem Smartphone sehen, wer sich dort befindet.

Der Vorteil von smarten Alarmsystemen

Vorteil von smarten Alarmsystemen

Es gibt sowohl lauten, als auch leisen Alarm. Beim Blaupunkt Smart Home Alarm Q3000 (rund 302 Euro) ertönt beispielsweise bei jeder Registrierung ein kurzer Pieps Ton. Mit einem Blick auf das Handy weiß man dann sofort, wo der Alarm ausgelöst wurde und kann der Ursache auf den Grund gehen. Das Praktische bei einer Smarten Alarmanlage ist, dass man auch aus der Entfernung immer informiert ist und die Kameraaufzeichnung sehen kann. Nach Auskunft der Polizei passieren die meisten Einbrüche vormittags, wenn niemand im Haus ist und nicht nachts, während die Bewohner schlafen. Die smarte Alarmanlage ist also gerade dann wertvoll, wenn die Bewohner nicht zu Hause sind.

Erreicht einen der Alarm über das Smartphone, kann man selbst entscheiden, ob man direkt einen Notruf auslöst oder erst mal den Nachbarn anruft. Beim Notruf gibt es bei modernen Alarmanlagen sowohl die Möglichkeit die Polizei zu alarmieren, als auch einen nahe gelegenen Sicherheitsdienst. Natürlich sind die Nummern bereits eingespeichert und über einen einzigen Knopfdruck gleich gewählt. Das Telefon hält man ohnehin schon in der Hand.

Sicherheitslücken bei smarten Alarmanlagen

Als die Stiftung Warentest im Jahr 2017 Alarmanlagen testete, hat das Verbrauchermagazin bereits auf einige Sicherheitshinweise aufmerksam gemacht. Diese sind:

Hackerangriffe

Bei smarten Alarmanlagen soll ein Online Account eingerichtet werden. Laut Stiftung Warentest ist ein solcher Account nicht bei allen Betreibern ausreichend gegen Hackerangriffe geschützt. Durch Hacker kann das Passwort erbeutet werden.

Spionage

Die Stiftung Warentest findet es ebenfalls bedenklich, sich im öffentlichen Raum bei seinem Alarmsystem einzuloggen. Durch einen Blick über die Schulter könnten Gauner die Zugangsdaten ausspionieren und hätten dann über die Kameras Einblick in die Privatsphäre.

Entwendung von Batterien und Akkus

Damit die Alarmanlage auch bei Stromausfall funktioniert, laufen sie über Akkus oder Batterien. Laufen sie leer, wird ein Signal an die Zentrale gesendet. Ist die Alarmanlage allerdings ausgeschaltet, weil im Haus beispielsweise eine Feier veranstaltet wird, könnte ein Partygast die Batterien aus der Zentrale entfernen, dann zu einem späteren Zeitpunkt noch den Strom kappen und in das Haus oder die Wohnung einbrechen.

Störung der Funkfrequenz

Auf Amazon stellt ein Kunde an den Betreiber des beliebten Safe2Home Funk Alarmanlagen Set SP110 (470 Euro) die Frage, was passiert, wenn ein Einbrecher auf der Funkfrequenz der Alarmanlage eine Störfrequenz sendet. Die ehrliche Antwort des Herstellers lautet: dann passiert nichts. Die Alarmanlage sendet in dem Fall keinen Alarm. Doch dafür müsse ein Dieb erst einmal die genaue Frequenz kennen und technisch so gut ausgestattet und versiert sein, dass er auch andere Alarmsysteme austricksen könne.

Fazit

Die smarten Alarmanlagen zum Selbsteinbau schützen laut diverser Praxistests zuverlässig vor klassischen Einbruchversuchen, bei denen eine Person versucht durch Fenster oder Türen einzudringen. Ein Smart-System informiert die Bewohner direkt auf dem Handy. Dies ist sinnvoll, da die meisten Einbruchsversuche dann erfolgen, wenn niemand zu Hause ist. Wenn jemand allerdings professionelle Einbrecher befürchtet, die schon im Vorfeld gezielt Daten ausspionieren oder als Gast die Alarmanlage manipulieren, dann benötigt man ein professionelles System, welches auch von Spezialisten auf dem Gebiet installiert wird. Eine solche Anlage kostet allerdings mehrere tausend Euro.

Was ist in der Zukunft von Alarmanlagen zu erwarten?

Es gibt auf dem Markt besonders zwei Bereiche, die schon verfügbar sind, aber sicherlich noch ausgebaut werden. Zum einen ist es die Sprachsteuerung. So lässt sich die Blaupunkt Funk Alarmanlage Q3200 (310 Euro) beispielsweise auch über Alexa bedienen.

Zum anderen geht der Trend hin zur Gesichtserkennung. Eins der ersten Produkte auf dem Markt ist diesbezüglich das Modell BoddyGuard`s FLARE (499 Euro). So kann die Alarmanlage permanent eingeschaltet bleiben und erkennt Bewohner, Familie und Freunde. Laut einem Test des Fernsehmagazins Taff werden die gespeicherten Personen auch mit Sonnenbrille und Perücke erkannt. Bei fremden Personen wird ein Alarm ausgelöst und der Besitzer bekommt die Videobilder der Überwachungskamera auf sein Smartphone gesendet.

Wer sich unsicher ist, wie Umfangreich das gewünschte Alarmsystem ausgestattet sein soll und wo im eigenen Heim die Schwachstellen sind, der kann sich bei Polizei-Beratung.de fachmännischen und kostenlosen Rat einholen.