SSD-Platten – ein würdiger Nachfolger der klassischen Festplatte?


Wer in nächster Zeit oder in der nahen Zukunft  mit dem Gedanken spielt, sich einen neuen Desktop-PC oder Laptop zu kaufen, sollte schon jetzt darüber nachdenken, auf welche Technik er dabei setzen will. Gerade im Bereich der Datenspeicherung zeichnet sich seit einiger Zeit ein gewisser Trend in Richtung einer moderneren  Art der Massendatenspeicherung im PC-Bereich ab.

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So schickt sich das so genannte Solid State Drive, kurz SSD, seit geraumer Zeit dazu an, die alteingesessene Technik der herkömmlichen Festplatte im PC langsam aber sicher zu ersetzen.

Neue Technik in altem Gewand

Der Hauptunterschied zwischen einer handelsüblichen Festplatte und einer SSD-Platte besteht in der Art und Weise der Speicherung der Daten. So speichert die SSD-Platte die Daten ähnlich wie ein USB-Stick oder der RAM-Speicher eines Computers auf so genannten Flash-Bausteinen. Anders als in dem RAM-Speicher bleiben die auf der SSD abgelegten Daten allerdings dauerhaft erhalten, selbst wenn diese keinen Strom bezieht.

Corsair SSD-FestplatteDies kennt man nicht anders von einer Festplatte. Im Unterschied zu dieser gibt es aber bei einer SSD-Platte keine beweglichen Teile. Konnte bei einem Sturz des Laptops zum Beispiel noch der bewegliche Lesekopf der Festplatte Teile dieser beschädigen – was in vielen Fällen zu einem Datenverlust führte – so ist solch ein mechanischer Schaden aufgrund der Ermangelung an beweglichen Teilen bei einer SSD-Platte ausgeschlossen.

Ein weiterer Vorteil gegenüber der altbewährten mechanischen Festplatte ist die weit höhere Schreib- und Lesegeschwindigkeit. So vermag es eine SSD-Platte Daten drei- bis viermal schneller als eine herkömmliche Festplatte zu übertragen. War die Lese- und Schreibgeschwindigkeit der Festplatte in vergangenen Tagen bei der Berechnung der Gesamtleistung eines modernen und schnellen Computers in den allermeisten Fällen noch der so genannte „Flaschenhals“, vermag es eine moderne SSD-Platte mit ihrer höheren Datenübertragungsrate diesem Attribut wieder neue Blüte zu verleihen.

In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies eine Lesegeschwindigkeit von teilweise über 400 und eine Schreibgeschwindigkeit von über 250 Megabyte pro Sekunde. Herkömmliche 3,5 Zoll Festplatten weisen dagegen lediglich Geschwindigkeiten von rund 115 Megabyte pro Sekunde auf. Es gilt allerdings zu beachten, dass dies Durchschnittswerte sind und diese Geschwindigkeiten nicht bei jeder Schreib- oder Leseaktion erreicht werden.

So spielt eine SSD ihre Vorteile gegenüber einer Festplatte vor allem beim Bearbeiten von kleinen und verstreuten Datenblöcken aus. Moderne SSD-Platten erreichen in diesem Bereich ohne weiteres über 20 000 Schreib- und Lesevorgänge pro Sekunde. Dies entspricht der 100fachen Leistung einer normalen Festplatte. In der Praxis bedeutet dies vor allem ein weitaus schnelleres Booten des PCs sowie deutlich beschleunigte Startzeiten von Programmen.

Begründet liegt dieser Umstand in der Technik: Während SSDs keine mechanischen Teile bewegen müssen um die Daten zu lesen, muss eine Festplatte ihren Lesekopf während dieses Vorgangs viele Male hin und her bewegen.

Technik in Kinderschuhen

Sollte man sich nun für den Einbau, sei es nachträglich oder beim Kauf eines neuen PCs oder Laptops, einer SSD entschieden haben, gilt es im Folgenden die Unterschiede der verschiedenen Modelle untereinander zu beachten. Die beste SSD gibt es nicht. Jedenfalls nicht, wenn man den Markt über einen etwas längeren Zeitraum betrachtet.

Crucial Solid State DriveDa diese Technik im Verhältnis noch relativ neu ist, waten die Hersteller immer wieder mit neuen Entwicklungen und verbesserten Systemen auf, so dass eine Kaufentscheidung oft schwer fällt.

In einigen Fällen schafft es eine hochwertigere SSD-Platte nämlich rund zehn mal mehr Leseoperationen auszuführen, als es einem langsamen Modell möglich wäre. Es ist daher ratsam, verschiedene Modelle auf ihre Leistungsfähigkeit hin zu vergleichen.

Einen großen Nachteil haben SSD-Platten gegenüber herkömmlichen Festplatten allerdings in jedem Fall. So ist ihre maximale Speicherkapazität im Vergleich zu ihren mechanischen Verwandten stark eingeschränkt. Sollte man daher über den nachträglichen Einbau einer SSD in seinen PC nachdenken, ist dies vor allem im Rahmen der Abspeicherung des Betriebssystems und der Programme auf der SSD ratsam um Boot- und Startvorgänge merklich zu beschleunigen.

Große Daten und Dokumente sollten, soweit Platz im Gehäuse vorhanden ist, weiterhin auf einer herkömmlichen Festplatte abgespeichert werden. So vereint man die Vorteile beider Techniken in einem PC. Wer aus Platzgründen, zum Beispiel in einem Laptop, nur ein Gerät verbauen kann und dennoch nicht auf eine große Speicherkapazität verzichten mag, der muss oft tief in die Tasche greifen. Schon 240 Gigabyte Varianten einer SSD kosten zwischen 350 und 400 Euro. Ohne Gehäuse.

Dies klingt vorerst nach teurem Luxus, wer allerdings einmal einen Laptop mit einer SSD booten oder mit Programmen wie Photoshop hat arbeiten sehen, der weiß diese Technik mehr als zu schätzen. Besonders beim Kauf eines Zweitcomputers, etwa einem Uni- oder Arbeitslaptop, auf welchem keine großen Film- Foto- oder Musikdateien abgelegt werden, sollte man deswegen die Integration einer SSD-Platte zumindest in Betracht ziehen.

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