Unterwasserkamera – Das sollten Sie wissen

Wer einen Tauchurlaub plant, sollte unbedingt eine gute Unterwasserkamera im Gepäck haben, um die Eindrücke der einzigartigen Unterwasserwelt angemessen festzuhalten. Doch Unterwasserkamera ist nicht gleich Unterwasserkamera, und es lohnt sich für einen Laien schon, sich vor einem Kauf etwas eingehender zu informieren, damit das Geld auch für die wichtigen Funktionen ausgegeben wird.

Seit einigen Jahren geht auch das Gerücht um, dass eine Outdoor-Kamera genauso gut für einen Taucheinsatz geeignet ist wie eine spezielle Unterwasserkamera. Zwar sind beide extrem robust und wasserdicht, jedoch liegt der feine Unterschied im Objektiv, weshalb sich die Unterwasserkamera doch nicht ersetzen lässt.

Allerdings lässt sich eine Unterwasserkamera nicht nur unter Wasser nutzen, sondern macht auch über Wasser ausgezeichnete Fotos und ist zudem robust genug, auch mal einen Sturz aus 2 Meter Höhe ohne Kratzer zu überstehen. Daher lohnt sich die Investition in eine gute Unterwasserkamera eher als in eine Outdoor-Kamera, auch wenn die Outdoor-Kamera trendy klingen mag.

Unterwasserkamera oder Digitalkamera mit Unterwassergehäuse

Unterwasserkamera - Das sollten Sie wissenDie Frage wird immer wieder gestellt, wenn es um die Anschaffung für die maritime Fotowelt geht und beide Seiten können gute Argumente vorweisen. In der Praxis lässt sich vor allem sagen, wer bereits eine qualitativ hochwertige Digitalkamera besitzt, muss sich keine weitere Unterwasserkamera zulegen, sondern sollte auf ein Unterwassergehäuse zurückgreifen.

Zum einen ist ihm die eigene Kamera vertraut, zum zweiten rechtfertigen die Argumente für eine Unterwasserkamera nicht unbedingt den Kauf einer weiteren kostspieligen Digitalkamera. Jedoch sollte es sich um ein hochwertiges Gehäuse handeln, das aus einer stabilen, flexiblen Plastikfolie besteht und schnell mal 100 Euro und mehr kosten kann.

Leider kann ein Billiggehäuse die Aufnahmen der hochwertigen Digitalkamera ruinieren. Wer meint, dass eine Plastiktüte sogar ein Unterwassergehäuse ersetzt, wird schnell feststellen, warum Unterwasserkameras vor allem auch robust und wasserdicht sein müssen. Die hochwertigen Plastik-Gehäuse sind für eine Tauchtiefe bis 10 Meter geeignet und werden auch gern von Schnorchlern verwendet.

Wer tiefer tauchen möchte, sollte sich ein technisch ausgefeiltes Gehäuse kaufen, das zwar kostspieliger ist, aber dafür starr ist und die normale Bedienung aller Funktionen erlaubt. Diese Modelle können für Tauchtiefen bis 80 Meter ausgelegt sein. Wer allerdings noch keine hochwertige Digitalkamera besitzt, sollte die Gelegenheit nutzen und gleich in eine qualitativ hochwertige Unterwasserkamera investieren, die dann für die entsprechenden Tauchtiefen ausgelegt ist.

Diese Unterwasserkamera lässt sich im normalen Alltag als Digitalkamera nutzen und ist dabei robuster als die üblichen Modelle, weshalb sie sich gut im Outdoorbereich einsetzen lassen.

Die wichtigsten Funktionen im Überblick

Unterwasserkamera - Das sollten Sie wissenEine gute Unterwasserkamera muss an die speziellen Bedingungen der Unterwasserwelt angepasst sein. Sie sollte beispielsweise den mit zunehmender Tiefe schlechter werdenden Lichtverhältnissen anpassbar sein. Auch in einer Tiefe von 20 oder 30 Metern sollte diese Kamera noch farbechte Bilder mit einer überzeugenden Schärfe abliefern. Dazu gehört auch eine natürliche Wiedergabe des Motivs in Bezug auf die Kontraste und die Farbdarstellung.

Zudem braucht sie ein besonders lichtstarkes Objektiv, das aus den eher nachteiligen Lichtverhältnissen ein Maximum an Farbkraft herausholt. Niemand möchte die Fotos der maritimen Welt als dunkle Nebelschwaden festhalten müssen. Gleichzeitig sollte ein leistungsstarker Bildstabilisator vorhanden sein, damit eventuelle Strömungsaktivitäten ausgeglichen werden.

Solche Strömungen können die digitalen Aufnahmen verwackeln. Zum Standard einer guten Unterwasserkamera gehört auch ein optischer Zoom. Dabei handelt es sich um ein mechanisch regulierbares Linsensystem, mit dem auch weiter entfernte Motive vergrößert abgelichtet werden können. Selbstverständlich muss eine Unterwasserkamera absolut wasserdicht bis zu der angegebenen Tauchtiefe sein, was auch den Druck betrifft, der bei zunehmender Tiefe auf das Gerät einwirkt.

Für einen Tauchgang ist ein großes und gut einsehbares Display wichtig, denn der Taucher kann mit seiner Taucherbrille den optischen Sucher seiner Kamera nicht nutzen. Wichtig ist auch, dass sich alle Bedienungsfunktionen auch problemlos mit Neoprenhandschuhen einschalten lassen. Hierbei sind kleine Tasten oftmals hinderlich.

Darauf kommt es bei der Unterwasserfotografie an

Wie immer ist es auch bei der Unterwasserfotografie, dass die Übung den Meister macht. Trotzdem gibt es ein paar Regeln, die auch Anfängern helfen, von Anfang an passable Bilder abzuliefern. Die wichtigste Regel ist wie bei allen Fotos der sogenannte goldene Schnitt, denn er macht aus einem Bild ein Highlight. Der goldene Schnitt, der auch die Drittel-Regel genannt wird, gilt als das Sinnbild für Ebenmaß und Schönheit, der bereits in der Antike errechnet wurde.

Unter Wasser ist er zwar berechenbar, erinnert den Fotografen aber vorrangig daran, sein Motiv genauer zu betrachten statt loszuknipsen, um das möglichst beste Foto zu erzeugen. Ähnliches gilt für die Überlegung, ob ein Hoch- oder ein Querformat für das Motiv sinnvoller wäre. Hochformatige Bilder sind immer dann angebracht, wenn das Motiv nach oben strebt wie Korallenfächer, Schilf oder Trichterschwämme.

Quadratische Bilder werden zwar bevorzugt, jedoch muss dabei auch die Position des Blitzes beachtet werden. Wer sein Bild später noch bearbeiten will, sollte darauf achten, dass die Datei eine entsprechende Größe aufweist, damit es sich auch gut bearbeiten lässt. Und je mehr Tauchgänge ein Unterwasserfotograf absolviert, desto besser werden in der Regel auch die Bilder, denn Erfahrung lässt sich nicht ersetzen.

Richtiger Umgang und Pflegetipps

  • Der richtige Umgang mit einer neuen Unterwasserkamera will ebenfalls gelernt sein und nichts ist so wichtig wie der Tipp, immer vor jedem Tauchgang den Akku aufzuladen. Obgleich dieser Tipp so simpel ist, gehört er zu den Punkten, der von Anfängern und selbst vielen erfahrenen Tauchern immer wieder gern vergessen wird. Also, immer erst den Akku aufladen und das Aufladen überprüfen!
  • Der nächste Punkt ist die Speicherkarte, die parat liegen und mindestens die Größe von 8 GB aufweisen sollte. Auch sie gehört zu den Punkten, die einen Tauchgang ruinieren, wenn sie fehlt.
  • Das Checken der Dichtungen und das Nachfetten sollte vor jedem neuen Tauchgang geschehen, denn ein Wasserschaden ist genauso lästig wie kostspielig. Allerdings sollte das Silikonspray nur sparsam verwendet werden, um die Geschmeidigkeit des O-Rings zu erhalten.
  • Da eine Unterwasserkamera immer einen eigenen Auftrieb hat, sollte sie mit einer Handschlaufe gesichert werden.
  • Für gute Fotos ist eine Streuscheibe unterwegs wichtig, da sie zum einen das unbeliebte Schneegestöber auf den Fotos verhindert und das Blitzlicht einfach gleichmäßiger verteilt.
  • Wer sicher gehen will, ob die Kamera wirklich geschützt ist, sollte eine Probe im Süßwasser machen, um einen größeren Schaden zu vermeiden.

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