Bayern möchte führend im Bereich Blockchain-Technologie werden

Nun will die Staatsregierung die Digitalisierung in Bayern vorantreiben. Schlussendlich steht auch im Koalitionsvertrag geschrieben, dass es darum geht, eine eigene Blockchain-Strategie zu entwerfen. Das erste Maßnahmenpaket wurde vor ein paar Wochen verabschiedet. Profitieren könnten vor allem die Bereiche Wirtschaft, Forschung wie auch Verwaltung, da die Blockchain vielseitig einsetzbar ist.

Was kann man sich unter einer „Blockchain“ vorstellen?

Was kann man sich unter einer Blockchain vorstellen

Bei Blockchains handelt es sich um dezentrale und sich selbst verwaltende Datenbanken. Das bedeutet, dass eine Blockchain nicht auf einem Server liegt, sondern auf mehreren Rechnern gespeichert ist. Die Blockchain wächst zudem mit jeder hinzugefügten Information. Die Besonderheiten? Transaktionen, die hinzugefügt wurden, können nicht gelöscht werden; des Weiteren ist die Blockchain für alle Teilnehmer einsehbar, sodass Manipulationen unmöglich sind. Zudem werden auch Dokumentationen überflüssig. Am Ende werden also die Prozesse sicherer, schneller und auch einfacher.

Der Blockchain kennt – theoretisch – keine Grenzen. So eignet sich die Blockchain für das bargeldlose Bezahlen oder auch für die Organisation öffentlicher Wahlen. Judith Gerlach, die bayerische Digitalministerin, kann sich etwa eine „fälschungssichere Identität“ vorstellen, die etwa für die „Kommunikation im Internet zwischen dem Bürger und dem Staat und auch die Abwicklung von staatlichen Leistungen“ verwendet werden könnte. Das heißt, es wäre dann in naher Zukunft nicht mehr erforderlich, nach der Geburt des Kindes den Kindergeldantrag händisch auszufüllen – die Blockchain wäre in der Lage, die Meldung zu registrieren und automatisch eine Überweisung des Kindergeldes zu veranlassen.

Noch gibt es kaum ein Angebot für alltagstaugliche Lösungen

Aktuell wird im Digitalministerium daran gearbeitet, dass man einen Überblick bekommt, wie weit der Freistaat Bayern überhaupt ist, wenn es um das Thema Digitalisierung geht. In erster Linie dreht sich alles um die regulatorischen wie auch rechtlichen Rahmenbedingungen, weil man auch zum Teil absolutes Neuland betritt. Die Digitalministerin plant, die Blockchain-Technologie in der Wissenschaft und auch in den Bereichen der Aus- wie Weiterbildung zu verankern; des Weiteren will man auf die „geballte Schlagkraft der Blockchain-Community“ setzen.

Die Wirtschaft befindet sich natürlich einen Schritt weiter. Zahlreiche Start-ups versuchen nämlich, die Blockchain-Technologie für das eigene Geschäftsmodell zu verwenden. Jedoch spricht eine Studie, die vom Digitalverband Bitkom in Auftrag gegeben wurde, von einer „Experimentier-Phase“, weil es noch kein „breites Angebot für alltagstaugliche Lösungen“ gibt. Das heißt, ein Engagement von Seiten des Staats wäre durchaus willkommen.

Es gibt auch kritische Stimmen

Geht es um die Digitalisierung, so weiß man, dass Deutschland nicht federführend ist, weil man viele Entwicklungen verschlafen hat. Es wirkt zudem auch so, als wäre die Konkurrenz auf manchen Feldern bereits enteilt. Die chinesische Stadt Tianjin hat etwa einen 16 Milliarden Dollar-Fonds aufgelegt, um so die Erforschung künstlicher Intelligenz vorantreiben zu können. Auch Estland wickelt einen Teil der Verwaltungsleistungen auf Basis der Blockchain ab. Die Technologie ist aber auch im Finanzbereich, etwa beim Schürfen der Kryptowährung Bitcoin, erprobt.

Natürlich gibt es kritische Stimmen, die der Meinung sind, die Blockchain würde überschätzt werden. So sei die Blockchain nicht effektiv, da es mit der Zeit zu einer langen Kette und somit zu einer zu großen Datenmenge, die ja auch transportiert werden muss, kommen würde. Die Beratungsfirma McKinsey vertritt etwa die Meinung, die Blockchain sei für zahlreiche Anwendungen auch einfach zu komplex, zu instabil und zu teuer. Auch würde der enorme Stromverbrauch ein Problem sein.

Der Stromverbrauch beschäftigt auch die Bitcoin-Fans, da sich das Mining, also das Schürfen von Coins, nicht mehr lohnt. Heutzutage benötigt man eine derart hohe Leistung, sodass der Stromverbrauch und die damit verbundenen Kosten nicht in Relation zum Gewinn stehen. Aus diesem Grund investieren viele Bitcoin-Fans über Börsen in den Bitcoin. Wird PayPal von Seiten der Plattform unterstützt, kann auch der Online-Bezahldienst für Einzahlungen genutzt werden – eine Anleitung findet sich auf https://coincierge.de/bitcoin-kaufen-paypal/.

Angst um Job durch Blockchain

Muss man jetzt Angst um seinen Job haben?

Jedoch mag in Bayern nicht nur der Stromverbrauch als Problem gesehen werden. Kritiker gehen davon aus, dass eine Digitalisierung der bayerischen Verwaltung Arbeitsplätze kosten wird. Das Archiv, das bislang von Menschen verwaltet wird, würde durch die Digitalisierung der Vergangenheit angehören.