Beliebte Anbieter für das Streaming: Der Markt wird immer voller

Der Markt der Streaming-Anbieter wird immer größer. Nun mischt auch Disney+ mit und bietet Usern 24 Stunden lang nonstop Filme und Serien. Für diejenigen, die sich für oder gegen einen Dienst entscheiden möchten, wird die Entscheidung immer schwieriger. Wie können sich Verbraucher für einen Anbieter entscheiden und worauf kommt es allgemein an? Dieser Artikel schaut sich das Thema einmal an.

Streaming wird immer beliebter - doch welche Anbieter sind wirklich interessant?
Streaming wird immer beliebter – doch welche Anbieter sind wirklich interessant? Bildquelle: @ Glenn Carstens-Peters / Unsplash.com

Welche Faktoren sind bei einem Streaming-Anbieter wichtig?

Letztendlich gibt es harte und weiche Faktoren. Die harten Faktoren bestimmen den Zugang, die weichen Faktoren hängen mit vom eigenen Geschmack ab. Ein Überblick:

Harte Faktoren

  • Kosten – welche Kosten kommen monatlich oder jährlich auf den Nutzer zu? Sind alle Inhalte in der Gebühr enthalten oder müssen Inhalte mitunter noch gekauft oder geliehen werden?
  • Erreichbarkeit – das ist für viele Verbraucher wichtig. Wie kann der Dienst gesehen werden? Nicht jeder mag via Chromecast vom Smartphone aufs TV übertragen, nicht jeder will den Laptop an das TV-Gerät knüpfen oder gar auf den Displays von Smartphones, Tablets oder Computern schauen. Insbesondere die Verfügbarkeit von Apps ist wichtig.

Weiche Faktoren

Inhalte – welche Inhalte stehen zur Verfügung? Sicherlich ändert sich das mitunter fortlaufend, wenn Verträge nicht verlängert werden, doch wie passt die Masse zu meinen eigenen Interessen?

  • Inklusive? – nicht bei allen Streaminganbietern sind sämtliche Inhalte ohne Mehrkosten verfügbar. Amazon Prime ist hier das bekannteste Beispiel, wenngleich der Anbieter kein reiner Streamingdienst ist. Etliche Inhalte müssen jedoch gekauft oder geliehen werden, wenn ein Zuschauer nicht abwarten will, ob und wann dieser Inhalt in Prime aufgenommen wird. Auch bei den Streamingangeboten, die mit den privaten TV-Sendern zusammenarbeiten, sind manche Inhalte kostenpflichtig.
  • Eigenproduktionen – jeder Streamingdienst setzt mittlerweile vermehrt auf Eigenproduktionen, da diese unabhängig von Verträgen stehen. Qualitativ sind die Produktionen immer, doch muss hier jeder für sich entscheiden, ob er auch Serien oder Filme mit völlig unbekannten Darstellern schaut und ob diese Eigenproduktionen überhaupt für einen selbst interessant sind.

Auf der anderen Seite spielen die Kündigungsmöglichkeiten eine wichtige Rolle. Die meisten Streamingdienste sind jedoch monatlich kündbar, sofern kein Jahresabo abgeschlossen wurde – dieses muss einen Monat vor Ablauf gekündigt werden, damit es sich nicht verlängert.

Was sollen Sportfans tun?

Sport- und Filmfans sitzen durchaus im selben Boot. Denn enden die TV-Verträge, verschwindet auch der Sport aus dem Programm. Allerdings können Sportfans recht gut einsehen, wann dies geschieht, da die Vergabe der TV-Rechte öffentlich gemacht wird. Es ist also nicht so, dass die Bundesliga mitten im Monat aus dem Angebot verschwindet, wie es bei Filmen der Fall sein kann. Auf der anderen Seite gibt es Komplikationen, als Beispiel dient der Fußball:

  • Zerstreuung – es gibt nicht den einen Anbieter für Fußball: Bundesliga, 3. Liga, Champions League, Europa League, DFB-Pokal, Länderspiele – für alle Bereiche gibt es eigene Verträge und somit Anbieter.
  • Mehrfachlösungen – möchten sich Wettfreunde auf dem Laufenden halten und sehen, wie ihre Tippfavoriten spielen, so haben sie schon jetzt mehrere Abos. Etliche Fußballfans nutzen aktuell Sky, DAZN, Telekom Sport und zusätzlich die privaten oder öffentlichen Sender.

Noch komplizierter wird es, wenn ausländische Ligen oder weitere Sportarten mit ins Boot geholt werden. Für den Reitsport ist beispielsweise ein Abo bei FEI TV oder Clipmyhorse notwendig. Wenigstens sieht es aktuell so aus, als gingen die internationalen Wettbewerbe künftig an DAZN plus Amazon, auch die Bundesliga dürfte in Richtung DAZN mit Unterlizenz für Sky gehen. Und: Mehr Spiele sollen im normalen TV gezeigt werden, unter anderem das Champions League Finale. Dies kann auch für Wettfreunde interessant sein, die sich die Spiele gerne anschauen. Wer vorher noch einen Anbieter sucht, findet auf www.anbieter.org einen guten Überblick.

Welche bekannten Anbieter existieren?

Fast jeder Verbraucher kann heute wohl einen Streaminganbieter nennen. Die wohl bekanntesten sind die Folgenden:

  • Netflix – allein in den letzten Wochen vermeldete Netflix über 15 Millionen neue Abonnenten. Die Inhalte sind breit gefächert, doch spürt Netflix, dass Filmstudios mittlerweile ihre eigenen Dienste bieten: Der Großteil aller Filme und Serien unter dem Hause Disney sind nicht mehr im Angebot.
  • Amazon – das Streamingangebot ist kein echter Streamingdienst, da er mit zum Prime-Abo gehört. Grundsätzlich bietet Amazon neben eigenen Inhalten und exklusiven Inhalten sämtliche Filme und Serien an, die auch via Amazon vertrieben werden. Nicht immer sind die Inhalte kostenlos, sondern müssen geliehen oder gekauft werden. Der Vorteil: Amazon arbeitet mit Sky zusammen und erhält Sky-exklusive Inhalte (Game of Thrones, Chernobyl, etc.) am Tag der Erstausstrahlung als Kaufprodukt. Auch BBC-Programme können einzeln gekauft werden. Zudem gibt es fast wöchentlich Sonderaktionen und aktuell Heimkinopremieren.
  • Sky – neben Sport ist Sky auch für Serien und Filme ein heißer Anlaufpunkt. Hier sind alle Inhalte im Preis inbegriffen, wenn das dafür benötigte Paket gebucht wurde.
  • Disney+ – der Dienst startete erst letzten Monat in Deutschland und bezieht sich auf alle Filme und Serien bis 16 Jahren, die unter dem Dach von Disney stehen. Neben den klassischen Comicserien sind Marvel, Star Wars, Pixar und National Geographic zu finden. Aktuell ist das Angebot noch kleiner als beispielsweise in den USA, doch hängt das mit auslaufenden Verträgen zusammen.
  • Joyn – der Streamingdienst dient ebenfalls als Mediathek für die privaten Fernsehanstalten. Zugleich gibt es eigene Inhalte.
  • TV Now – dieser Dienst galt als Mediathek für TV-Sender, doch hat sich das geändert. Mittlerweile werden viele Eigenproduktionen geboten, die sonst nirgends zu finden sind.

Verbrauchern kann eigentlich überwiegend ein echter Ratschlag gegeben werden: Die Probeangebote der jeweiligen Anbieter nutzen. Zusätzlich sollte bei Freunden und Bekannten mit ähnlichen Geschmäckern erfragt werden, was diese bevorzugen. Sportfans haben dieses Glück leider nicht, denn sie müssen nehmen, wo der Verband die Unterschrift runter gesetzt hat.

Es ist gar nicht so einfach, den richtigen Streaming-Anbieter für sich zu finden.
Es ist gar nicht so einfach, den richtigen Streaming-Anbieter für sich zu finden. Bildquelle: @ Charles Deluvio / Unsplash.com

Fazit – es wird kompliziert

Mit der heutigen Fülle an Streamingdiensten ist es wirklich kompliziert, sich für einen Dienst zu entscheiden. Dennoch ist es möglich, obwohl die meisten Verbraucher schließlich bei zwei oder drei Anbietern gleichzeitig enden. Sportfans hingegen sind fest auf die Hoffnung angewiesen, dass die TV-Lizenzen bei möglichst wenigen Anbietern enden. Anderenfalls bekommt der Vorwurf, dass der Spieltag zerstückelt wird, eine ganz neue Bedeutung: Spiel 1 und 2 bei Prime, Spiel 3 bis 5 bei DAZN, Spiel 6 bei Sky usw.

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