Das Darknet – Was ist das und wie komme ich rein?

Das Internet besteht nicht nur aus Google. Das klingt sehr selbstverständlich, jedoch ist für die meisten Menschen Google das Tor zum Internet. Was von der Suchmaschine nicht gelistet wird, das existiert für die meisten Internetnutzer schlicht nicht. Jedoch umfasst das Internet noch viele weitere Sphären. Und eine davon ist das anrüchig klingende „Darknet“. Der Zugang zu diesem dunklen Teil des Internets ist nicht ganz einfach. Doch was ist dieses dunkle Internet und was hat es mit einer Zwiebel zu tun?

Das Darknet – ein verschlüsseltes Netzwerk

Das Darknet – ein verschlüsseltes NetzwerkDas Darknet ist Teil des sogenannten Deep Webs. Das Deep Web bezeichnet den Teil des Internets, welcher von Suchmaschinen nicht erfasst wird. In der Regel können Inhalte des Deep Webs nur durch bestimmte Tools gefunden werden. Vom Darknet spricht man dann, wenn diese Inhalte Teil des Tor-Browsers sind. Im Grunde entstand das Darknet erst mit dem Tor-Browser.

Der erste Code für das Tor-Netzwerk wurde im Jahre 2000 geschrieben. Seitdem wuchs dieses spezielle Netzwerk immer weiter an. Heute geht man davon aus, dass die Suchmaschinen nur einen Bruchteil des gesamten Internets erfassen. Ein großer Teil des Internets versteckt sich hinter dem Kürzel „Tor“. Das steht für „The Onion Router“. Tatsächlich wurde das Projekt zu Beginn vor allem von dem US-Militär entwickelt. Damit sollte es möglich sein, unerkannt im Ausland die Kommunikation aufrechtzuerhalten.

Eine Besonderheit des Darknets liegt darin, wo die Inhalte gespeichert werden. Im regulären Internet befinden sich die Daten auf Servern. Hier sind sie im Grunde immer abrufbar. Beim Darknet hingegen liegen die Daten auf den Rechnern der Nutzer. Eine Seitenaufruf-Anfrage wird an den Rechner anderer Nutzer gestellt. Und sollte diese Person seinen PC ausschalten, sind die Inhalte nicht aufrufbar. Eine weitere Eigenheit liegt in den Linklisten. Ohne diese Links irrt der Nutzer nur ziellos durch das Darknet. Um an Inhalte zu gelangen, tauschen die Nutzer Linklisten untereinander aus.

Darin liegt eine Hürde dieses Netzwerkes: Ohne die Hilfe von jemanden, der sich bereits im Darknet auskennt, verliert man sich schnell. Nach Inhalten zu suchen bringt zumeist nicht viele Ergebnisse und die Links bestehen oftmals aus Kauderwelsch (erdachtes Beispiel: http://ssfefn908sbc.onion). Zwar ist es kein Problem, einen Tor-Browser aufzusetzen. Schließlich ist die Software open-source und Anleitungen gibt es zuhauf. Doch ohne eine Einladung eines Nutzers nützt sie einem nicht viel.

Ein Hort für Kriminelle?

Oftmals wird das Darknet als ein Zufluchtsort für Kriminelle beschrieben. Zweifelsohne wird das Tor-Netzwerk für Cyberkriminalität verwendet. Immer wieder ist von illegalem Drogen- oder Waffenhandel und noch schlimmeren Verbrechen die Rede. Die häufigsten Inhalte dürften raubkopierte Medien wie Filme und Serien darstellen. Das sogenannte „File Sharing“ ist eine der häufigsten Praktiken im Darknet. Weitere kriminelle Aktivitäten umfassen den Handel mit gestohlenen Waren, wie Zugangsdaten und Kreditkartennummern.

Der Grund für die Beliebtheit des Tor-Browsers bei Cyberkriminellen ist sein hoher Grad an Anonymität. „The Onion Router“ erhielt seinen Namen von seinem „Zwiebel-Netzwerk“. Das Netzwerk ist wie eine Zwiebel aufgebaut und besteht aus mehreren Schichten. Jede einzelne Schicht wird verschlüsselt. Stellt ein Nutzer eine Seitenaufruf-Anfrage, dann wird diese über mehrere tausende Übermittlungspunkte weitergeleitet. Und jeder einzelne dieser Schritte wird durch ständige wechselnde Proxyserver verschleiert.

Damit lässt sich die IP-Adresse des Nutzers nicht oder nur sehr schwer nachvollziehen. Das ermöglicht ein äußerst anonymes Surfen. Illegal ist die Nutzung des Netzwerkes trotzdem nicht. Und ein Gutes hat es: In totalitären Ländern bietet das Darknet die beste Möglichkeit, an Informationen zu kommen oder den Widerstand zu organisieren.

mit dem Tor-Browser ins Darnet

Wie kommt man ins Darknet?

Die gängigste Art, ins Darknet zu kommen, stellt die Verwendung des Tor-Browsers dar. The Onion Router lässt sich für jedes Betriebssystem herunterladen und installieren. Tor präsentiert sich ähnlich wie andere Webbrowser. Über den Tor-Browser lassen sich auch anonym reguläre Internetseiten aufrufen. Der Browser schützt zum Beispiel vor dem Tracking durch Cookies. Indem Sie auf „Verbinden“ klicken, surfen Sie anonym im Internet.

In das eigentliche Darknet zu gelangen, das ist schwieriger. Wie schon beschrieben, benötigt man eine Linkliste, um Zugang zu den Inhalten des Netzwerkes zu erhalten. Ohne die ist man aufgeschmissen oder tippt lediglich blind Adressen ein. Eine zentrale Suchmaschine gibt es nicht. Wenn man also niemanden kennt, der einen mit hilfreichen Links versorgen kann, dann bietet einem der Browser nur anonymes Surfen. Jedoch gibt es mit dem thehiddenwiki.org eine sehr hilfreiche Webseite, die sich auch mit regulären Browsern aufrufen lässt. Die Wiki bietet einem eine Vielzahl an .onion-Links, die einem zu weiteren Portalen und Suchmaschinen weiterleitet.

Bisher ging es nur um die Desktop-Nutzung. Jedoch gibt es auch eine Möglichkeit, mittels eines Android Smartphones sich Zugang zum Darknet zu verschaffen. Das Tor-Projekt stellt eine eigene App zur Verfügung. „Orbot“ lässt sich einfach über den Google Play Dienst herunterladen und mit dem Smartphone nutzen. Ein paar Funktionen des Browser sind mit der App eingeschränkt, jedoch reicht es für das Surfen allemal.

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Stand: 11.12.2018 um 10:37 Uhr, * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API