Deutschland auf Wolken: Welche Daten speichern Deutsche in der Cloud?

Mehr als 50 Prozent aller deutschen Internet-User begeben sich regelmäßig auf Wolken – nämlich in die Cloud. Das ergab eine aktuelle Forsa-Studie zum Thema Datensicherheit bei privater Nutzung von Cloud-Technologien. Neben sicherheitsrelevanten Aspekten wurde die Art der Daten ermittelt, die Deutsche in ihrem Cloud-Speicher ablegen. Unter den mehr als 1.000 befragten Bürgern und Bürgerinnen zwischen 18 und 75 Jahren führen visuelle Daten und Audiodateien die Liste an. Wieso landen gerade solche Daten in der Cloud und welche werden eher nicht extern gespeichert?

Boom trotz Sicherheitsbedenken

Cloud-Speicher im Netzwerk und Internet

Cloud-Speicher ermöglichen den ortsunabhängigen Zugriff auf ein ganzes Netzwerk aus internetfähigen Endgeräten. Die Installation spezieller Hardware ist dafür nicht notwendig – der Zugang erfolgt einfach über die Website oder App des Anbieters. Laut der Forsa-Studie im Auftrag von Deutschlands größtem Cloud-Speicher-Anbieter STRATO ist die Cloud-Technologie in der hiesigen Bevölkerung angekommen. Dennoch hat die Mehrheit aller Nicht-Nutzer noch immer große Sicherheitsbedenken.

Das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik fordert Cloud-User in diesem Kontext zu einem möglichst umsichtigen Umgang mit der Wolke auf. Neben Zweifaktor-Authentisierung und einem starken Passwort empfehlen die Experten, insbesondere die Verschlüsselungstechnik und Freigabefunktionen der Cloud-Anbieter zu prüfen. Außerdem rät das Amt vom Zugriff über unsichere Netzwerke wie WLAN-Hotspots ab und empfiehlt aus datenschutzrechtlichen Gründen deutsche Cloud-Anbieter.

2013 hat der NSA-Spionage-Skandal das Cloud-Wachstum erschüttert. Von Cyber-Angriffen bis hin zu Datenverlusten hat es in der Vergangenheit einige Negativschlagzeilen gegeben. So zuletzt 2019, als die Financial Times berichtete, die Spyware Pegasus greife nutzerspezifische Daten aus den Cloud-Servern zahlreicher Anbieter ab.

Zusammenhänge wie diese erklären, wieso Deutsche laut den Forsa-Studienergebnissen mit sensiblen Daten vorsichtig bleiben. Annähernd 80 Prozent aller Befragten vertrauen Cloud-Diensten keine Finanzdaten an. Ganze 73 Prozent würden Passwörter und Logins niemals auf der Wolke speichern und fast genauso viele sagen dasselbe über Gesundheitsdaten.

Wieso Bilder in der Cloud landen

Teilen über Facebook, Twitter, Instagram und CoDass die Deutschen laut Forsa besonders gerne Fotos in der Cloud verwahren, ist in Anbetracht vieler Milliarden geschossener Digitalbilder pro Jahr schlüssig. Fast fünf Billionen digitale Fotos wurden laut Mylio allein im Jahr 2017 aufgenommen und viele Milliarden davon über Social-Media-Kanäle geteilt. Sowohl Smartphones als auch Rechner verfügen lediglich über begrenzten Speicherplatz. Wer ihn entlasten will, kann heutzutage mit nur einem Klick über beliebige Endgeräten auf denselben Cloud-Speicher zugreifen.

Auch das Teilen über Facebook und Co ist auf der Wolke nur einen Klick entfernt. Neben mehr als 75 Prozent deutscher User, die bereits Fotos in Cloud-Speichern ablegen, hielt die Forsa-Studie weitere 14 Prozent fest, die es zukünftig tun möchten. Annähernd 80 Prozent wollen die wertvollen Daten dadurch vor Verlust bewahren. Fast ebenso vielen geht es um den ortsunabhängigen Zugriff auf den Online-Speicher.

Neben Bildern landen vor allem Dateien, Kalenderdaten und Musik auf der Wolke der Deutschen. Anders als Finanz- und Gesundheitsdaten sind solche Inhalte fast schon prädestiniert dafür, mit anderen Menschen geteilt zu werden. Was man andere sehen lassen will, wissen die Deutschen demzufolge gerne auf Wolken aufgehoben. Wovon dagegen niemand wissen soll, legt man nach zahlreichen Datenschutzskandalen nur ungern im Online-Speicher ab.