IP-Adresse verschleiern: Per VPN anonymen Surfen

Es gibt viele gute Gründe, weshalb man im Internet anonym bleiben sollte. Weder der Staat noch Unternehmen noch irgendein Mitmensch hat etwas in der Privatsphäre eines anderen Menschen verloren. Eine Diskussion, ob Menschen etwas zu verbergen haben oder nicht, ist dabei völlig irreführend. Es wird ein grundsätzliches Recht auf Privatsphäre gebrochen, wenn egal wer, in den privaten Daten eines anderen Menschen herumstöbert.

Ganz abgesehen davon, dass solche Daten sehr sensibel sein können und evtl. zu weiteren kriminellen Taten führen können. In Zeiten von Prism, Echelon und ähnlichen Programmen, mit denen selbst Staaten dieses Recht verletzen, obwohl sie es eigentlich schützen sollten, ist es wichtig, seine eigene Privatsphäre und seine Identität im Internet zu schützen.

Eine gute Methode, dies zu tun, bietet die Verbindung zu einem VPN dar. VPN steht dabei für Virtual Private Network und mittlerweile gibt es viele Dienstleister, die eine Verbindung zu ihrem VPN anbieten. Aber wieso ist dies überhaupt notwendig?

Welche Informationen können aus der IP-Adresse abgeleitet werden

IP-Adresse im Netzwerk vom Router

An sich bietet das Wissen über eine IP-Adresse nicht sehr viele Informationen. Bei gewöhnlichen Nutzern wird die IP-Adresse einem Router zugeordnet, aber nicht wem dieser gehört und wer ihn nutzt. Beispielsweise könnte eine ganze Firma ihn nutzen oder auch nur eine einzelne Privatperson. Lediglich eine grobe Angabe des Standorts, aus dem die IP-Adresse stammt, wird angegeben. Sie ist oft auf mehrere hundert Kilometer ungenau.

Dennoch sollte man daraus nicht schließen, dass man im Internet völlig anonym ist. Denn manche Seiten speichern und veröffentlichen IP-Adressen ihrer User. Völlig normal ist dies beispielsweise für User von Wikipedia, die Einträge schreiben und bearbeiten. Durch eine einfache Google-Suche könnte man herausfinden, was ein oder mehrere Nutzer mit dieser bestimmten IP-Adresse sonst noch im Internet gemacht haben.

So könnte man immer mehr Informationen sammeln und am Ende womöglich auch die Identität eines Users aufschlüsseln, wenn dieser beispielsweise seinen Klarnamen irgendwo hinterlegt hat.

Zudem können bestimmte staatliche Institutionen auf Anfrage auch direkt Kundendaten bei Internetprovidern anfragen. Meist muss hierfür jedoch ein gerichtlicher Beschluss vorliegen – zumindest in Deutschland.

Warum sollte man seine IP-Adresse verschleiern?

Daher ist es wichtig, seine IP-Adresse immer zu verschleiern. Im Alltag mag man sich nicht immer darüber bewusst sein, was für Spuren man im Netz hinterlässt. Ein Stalker, ein Arbeitgeber oder ein unliebsamer Nachbar, der sich womöglich auch physisch Zugang zum eigenen Eigentum verschaffen könnte, könnte solcher Informationen aber gegen einen verwenden.

Schon in partnerschaftlichen Beziehungen ist es völlig daneben, ohne Zustimmung des Partners in bestimmten Angelegenheiten herumzuschnüffeln. Umso mehr gilt dies eben für alle anderen Personen, zu denen man ein distanzierteres Verhältnis hat. Man kann nie wissen, in welche Situationen man im Leben gerät.

Man trifft im Leben nicht immer nur auf Freunde und auch kann man nie wissen, wer in 10 oder 20 Jahren ein Land regiert und welche Politik damit in Ämter und Institutionen einkehrt.

Wie kann ein VPN beim anonymen Surfen helfen?

Wie im ersten Abschnitt schon erwähnt, steht VPN für Virtual Private Network. Einfach ausgedrückt gehen dabei alle deine Daten zuerst zum VPN-Betreiber. Egal ob du gerade das WLAN vom Café benutzt und egal welche Seite du besuchst. Diesen Parteien wird dadurch eine IP-Adresse des VPN-Dienstleisters gezeigt.

Dadurch verschwindest du in der Masse der VPN-Nutzer dieses Anbieters. Jedoch sollte dir dabei auch bewusst sein, dass du einem solchen Provider deine Daten anvertraust.

Technische Details, Standort der Server, Userbase und Transparenz über das eigene technische Vorgehen sind hierbei Anhaltspunkte, die man bei der Recherche beachten sollte.

Welche Möglichkeiten gibt es noch die IP-Adresse zu verschleiern?

IP-Adresse verschleiern

Es gibt noch viele andere Möglichkeiten, die eigene IP-Adresse verschleiern zu können. Technisch betrachtet ist die VPN-Nutzung die Nutzung eines Proxy-Servers. Dieser ist bei VPN-Anbietern oft ein SOCKS5 Proxy-Server. Eine sehr sicheres Verschlüsselungsprotokoll.

Es gibt aber auch noch das SSL- und das SSH-Protokoll, die ebenfalls ihre Daseinsberechtigung haben. Servern, die auf diesen Verschlüsselungsprotokollen aufbauen, fehlt es oft an anderen Security-Features, die viele VPN-Dienstleister bieten.

Aber wer nur seine IP-Adresse verschleiern möchte, kann auch solche anderen Proxy-Server benutzen.

Eine weitere Möglichkeit stellt die Nutzung des TOR-Browsers dar. Der TOR-Browser wird von Freiwilligen weltweit betrieben. TOR steht dabei für The Onion Router. Beim Onion Routing werden die Daten durch mehrere Nodes (sozusagen Knoten, in denen Daten verarbeitet werden) gesendet, dabei werden sie je nachdem ver- oder entschlüsselt.

Die einzelnen Teilnehmer können dabei die Daten nicht in entschlüsselter Form sehen. Lediglich der End-User kann dabei die Daten einsehen, die er angefragt hat. Eine Sicherheitslücke besteht nur dann, wenn die Node-Betreiber zusammenarbeiten würden, was bei der Masse an Freiwilligen beim TOR-Browser sehr unwahrscheinlich ist.

Fazit – IP-Adresse verschleiern

Es gibt viele Gründe, seine Datennutzung zu verschlüsseln. Grundsätzlich da man nie wissen kann, in welche Situationen man im Leben gerät und wie das Wissen über bestimmte Daten einem in diesem Fall schaden kann. Das gilt sowohl auf privater als auch auf politischer Ebene.

Das IP-Adressen-System ist kein anonymes, sondern ein pseudonymes System. Je mehr Informationen eine Person oder eine Identität über ein bestimmtes Pseudonym also erlangen kann, desto wahrscheinlicher wird es, dass daraus auf immer mehr Details und evtl. sogar auf die Identität einer Person geschlossen werden kann.

Daher empfiehlt es sich für jeden, sich zu schützen. Die Verschlüsselung über einen VPN-Dienstleister ist derzeit eine gute Möglichkeit, dies zu tun. Dabei bleibt es jedoch einem selbst überlassen, welchem Dienstleister man Vertrauen schenkt. Einziges Mittel, um herauszufinden, welchem Dienstleister du Vertrauen schenken kannst, ist dabei die Recherche.