Online verkaufen: Der Einstieg ins eCommerce

Der Online-Handel boomt. Immer höhere Umsätze werden inzwischen nicht mehr im stationären Einzelhandel, sondern im Internetgeschäft erzielt. Viele möchten daher auf der Erfolgswelle mit schwimmen und ein eigenes Business starten. Allerdings wissen die wenigsten Personen, wie sie überhaupt starten sollen. Wir werfen in diesem Ratgeber einen Blick auf die ersten Entscheidungen, die ein angehender eCommerce-Betreiber treffen muss.

Wahl des Produktes

Einstieg ins eCommerce

Ganz am Anfang muss zunächst einmal das richtige Produkt gefunden werden. Wer online verkaufen möchte, sollte darauf achten, dass sich die Produkte gut für den Versand eignen. Es ist mit Sicherheit nicht unmöglich, ein Klavier online zu verkaufen. Doch der logistische Aufwand ist gigantisch und würde einen Neu-Unternehmer vermutlich überfordern.

Für den Start ist es am besten, auf handliche Produkte zu setzen, die einen Verkaufswert von etwa 25 bis 40 Euro erzielen können. Im Einkauf sollten dafür maximal 5-10 Euro bezahlt werden müssen. Eine Marge vor Kosten von etwa 400% (= Einkaufspreis * 5) ist erstrebenswert, da somit noch genügend Luft für Versandkosten, Verpackungsmaterial und Werbe- sowie Rabattaktionen bleibt.

Wahl der Verkaufsplattform

Um das eigene Produkt zu verkaufen, benötigt man natürlich noch eine entsprechende Verkaufsplattform. Ein eigener Shop ist ebenso denkbar wie der Verkauf auf Marktplätzen.

Einen Online Shop einrichten

Ein Online Shop muss heutzutage nicht aufwändig programmiert werden. Mit wenigen Mausklicks ist er heutzutage voll funktionsfähig eingerichtet. Die am häufigsten genutzte Shop-Software trägt den Namen „WooCommerce“. Es handelt sich dabei um ein kostenloses PlugIn für das ebenfalls kostenlose Content Management System „WordPress“.

Wer es noch etwas komfortabler mag, kann z.B. auf „Shopify“ setzen. Der Anbieter hat sich auf Neueinsteiger im eCommerce spezialisiert und bietet einen perfekt eingerichteten Webshop für eine geringe Gebühr im Monat.

Digitale Marktplätze im eCommerce nutzen

Der größte Nachteil am eigenen Online Shop ist, dass ihn noch keiner kennt. Wenn die Kunden dem Händler nicht vertrauen, werden sie vielleicht keinen Kauf tätigen. Viele Neueinsteiger versuchen daher, den Einstieg in den Online-Handel über einen Marktplatz, wie z.B. Amazon, zu realisieren. Für kleinere Händler wäre noch eBay erwähnenswert. Die anderen Marktplätze (z.B. Otto.de) sind eher etwas für gestandene Größen im eCommerce.

Besonders Amazon ist sehr einsteigerfreundlich gestaltet. Man hat als Verkäufer die Wahl, ob man seine Waren selbst an den Kunden versenden möchte oder den sogenannten FBA-Service (= Forwarding by Amazon) nutzen möchte. Im letzteren Fall schickt man seine Waren direkt an Amazon und die Mitarbeiter vor Ort kümmern sich um die komplette logistische Abwicklung der Bestellungen.

Marktplätze haben den Vorteil, dass die eigenen Produkte potentiell eine hohe Auffindbarkeit haben. Zudem genießen Anbieter wie Amazon Vertrauen beim Kunden und diese können zudem mehrere Produkte von verschiedenen Händlern gleichzeitig kaufen. Es gibt allerdings auch ein paar Nachteile. Amazon erhebt eine Gebühr für das Verkaufen von Produkten und auch den FBA-Service lässt sich das Unternehmen logischerweise vergüten. Darüber hinaus ist man als Händler nicht allein auf der Plattform. Bei ähnlichen Produkten kommt es oftmals zu einem Preiskampf, den man oft nur gewinnen kann, wenn das eigene Produkte einzigartige Merkmale aufweist.

Wer gedenkt, auf Amazon zu verkaufen, sollte in Erwägung ziehen, dabei mit einer qualifizierten Amazon Agentur zusammenzuarbeiten. Die Konkurrenz auf Marktplätzen wird immer größer. Daher ist es sinnvoll – gerade in der Anfangsphase – mit einem Partner zusammenzuarbeiten, der jede Menge Know-How einbringen kann. So bleiben angehenden Online-Unternehmern unnötige Fettnäpfchen erspart.

Angebot bewerben und optimieren

Nachdem das Produkt ausgewählt wurde und man sich für eine Verkaufsplattform entschieden hat, geht es nun an die Bewerbung des Angebotes. Neue Anbieter werden es schwer haben, organisch Besucher zu gewinnen. Organisch bedeutet, dass Personen z.B. nach der Marke des Unternehmens bei Google suchen oder dass der eigene Online Shop direkt bei Google gelistet wird, wenn z.B. ein User nach einem bestimmten Utensil sucht.

Die Suchmaschinenoptimierung kostet ihre Zeit – das gilt sowohl für Google, als auch für Produktsuchmaschinen auf Marktplätzen wie Amazon. Daher ist es – gerade anfangs – unerlässlich, Werbeanzeigen zu schalten, um die eigenen Produkte bekannter zu machen. Sowohl Google als auch Amazon, bieten Möglichkeiten, um Artikel gezielt zu bewerben. Wer seine Marge großzügig geplant hat, kann seine Konkurrenten auf diesem Gebiet ausstechen.

Denkbar sind übrigens auch Kooperationen mit Websites, die thematisch zum eigenen Produkt passen. Hier könnte z.B. ein bezahlter Artikel veröffentlicht werden oder es wird ein Werbebanner eingebaut. Die regelmäßige Optimierung ist fester Bestandteil im eCommerce. Dafür sollte eine Traffic-Analyse-Software wie z.B. Google Analytics (kostenlos) in die eigene Website integriert werden. Eine solche Möglichkeit gibt es aber nur für eigene Online Shops und nicht für Marktplätze wie Amazon.

Es muss das Ziel sein, im Laufe der Zeit herauszufinden, wie die eigene Zielgruppe tickt – und das geht am besten zahlenbasiert. Wer viel analysiert wird letztlich entdecken, welche Angebote und Werbemaßnahmen am besten funktionieren – und das ist die absolute Basis für ein erfolgreiches Internet-Business.