Projekt Loon: Internet für alle aus dem All

Ob mit Hilfe von Drohnen, Satelliten oder Gasballons − Google hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, jedem Menschen auf der Welt Zugang zum Internet zu verschaffen. Doch mit diesen Plänen ist der Internet-Riese nicht alleine. Für die meisten von uns ist der Zugang zum Internet so selbstverständlich wie der Zugang zum Wasser. Dank mobiler Technologie können wir nicht nur mehr Telefonieren, sondern mittlerweile auch unsere Heizung einstellen, wenn wir uns gerade auf dem Heimweg befinden.

Freilich braucht es hierfür ein taugliches Smartphone, aber dank preisgünstiger Angebote oder Rabattaktionen, wie sie problemlos auf diversen Webportalen zu finden sind, ist die Beschaffung längst keine finanzielle Herausforderung mehr. Da klingt es beinahe unvorstellbar, dass immer noch der Hälfte der Weltbevölkerung die Nutzung des World Wide Web verwehrt bleibt. Google will das ändern und hat das Projekt Loon ins Leben gerufen.

Was ist das Projekt Loon?

Projekt Loon: Internet für alle aus dem All

Bei Loon handelt es sich um ein Netzwerk von Gasballons, welche ihre Bahnen in der Stratosphäre ziehen. Also in Höhen, in denen auch das Wetter oder Flugzeugverkehr keine Gefahr mehr darstellen. Die eigens für Loon konstruierten Ballons sind mit künstlicher Intelligenz ausgestattet. Diese Technologie ermöglicht es, dass sich die Ballons an der richtigen Position befinden. Anhand von gesammelten Daten können sie sich eigenständig für die optimalen Windströme entscheiden. So ist es den Ballons auch möglich, auf neue unvorhergesehene Windbewegungen und Wetterphänomene zu reagieren.

Loon ist aktuell im Einsatz

Seit dem ersten Test im Jahr 2013 haben die solarbetriebenen Loon-Ballons bereits Teststrecken von mehr als 26 Kilometern zurückgelegt. Unlängst hielt sich ein Flugkörper ganze 98 Tage in der Luft. Nun wird erstmals unter realen Gegebenheiten getestet – die Ballons sollen die vom Hurrikan Maria völlig verwüstete Karibikinsel Puerto Rico mit Internet versorgen. Die ersten beiden Ballons scheinen bereits zu funktionieren. Am 28. und 29. Oktober ermöglichte Loon dem Karibikstaat laut Google-Mutterkonzern Alphabet zwölf Millionen Anrufe und sechs Millionen Textnachrichten. Mit LTE-fähigen Smartphones ist auch die Internetnutzung möglich.

Loon ist nicht allein

Loon ist aber keineswegs das einzige Projekt, das sich mit der Bereitstellung von Highspeed Internet für die gesamt Weltbevölkerung beschäftigt. Titan Aerospace hatte geplant, mittels einer solarbetriebenen Drohnenflotte Internet auch dort hinzubringen, wo es keine Netzwerkleitungen und Funkmasten gibt. Das Unternehmen wurde von Google übernommen, Anfang des Jahres aber wurde das Aus für Titan Aerospace bekanntgegeben.

Tesla-Chef und Weltraumunternehmer Elon Musk hat vor, anhand seiner SpaceX-Raketen ein Satellitennetz aufzubauen. Für das Vorhaben, bei dem auch Google mitwirkt, hat er bereits einen Antrag gestellt, der ihm erlaubt 4000 Satelliten ins All zu schießen. Die Satelliten sollen die erforderlichen Daten mittels Funk zum Boden schicken.

Selbiges hat auch Greg Wyler mit seinem Unternehmen OneWeb vor. Gemeinsam mit dem britischen Milliardär Richard Branson will Wyler zunächst Satelliten ins All schießen und im Gegensatz zu Musk die Daten über Laser zurück an die Erde senden.

Einen anderen Ansatz verfolgt Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Er setzt auf die Solardrohne Aquila, die in rund 20 Kilometer Höhe ihre Runde dreht und so Internet in jeden noch so entlegenen Winkel bringen soll.

Weltweites Internet – nur eine Frage der Zeit

Es dürfte wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis auch der letzte Winkel der Erde mit Internet versorgt sein wird. Denn die Unternehmen, die sich der Verwirklichung angenommen haben, sind allesamt für ihre Zielstrebigkeit bekannt und verfügen zudem über die finanziellen Mittel, dieses Vorhaben auch zu Ende zu bringen.

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Stand: 11.12.2018 um 09:47 Uhr, * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API