Smart City – Was kommt da alles auf uns zu?

Den Begriff Smart City kennt man mittlerweile bereits seit knapp 20 Jahren. Grundlage ist die Erkenntnis, dass im Zusammenleben der Menschen und insbesondere in städtischen Ballungsräumen ein Umdenken einsetzen muss, um den heutigen Anforderungen aus politischer, wirtschaftlicher und zunehmend auch sozialer Sicht gerecht zu werden. Dabei liegt die Idee zu Grunde, die fortschreitenden technologischen Möglichkeiten sinnvoll, effizient und nachhaltig zu nutzen und einzusetzen.

Insbesondere Städteplaner und Unternehmen wie natürlich auch die Politik und die Öffentliche Verwaltung setzen sich mit diesen Überlegungen auseinander.

Smart City auf dem Vormarsch

Smart City

Hierzu führten vor allem folgende gesamtgesellschaftlichen Problemfelder:

  • Der demographische Wandel: Die städtische Bevölkerung in den Industriestaaten wird zunehmend älter. Immer weniger Jüngere stehen zur Erwirtschaftung der vielfältigen Ansprüche unserer Konsumgesellschaft zur Verfügung. Parallel dazu wächst der Anteil derer, die altersbedingt nicht mehr an der Produktion von Gütern und dem Anbieten von Dienstleistungen beteiligt sein können. Zugleich bedürfen alte Mitbürger aber immer mehr Dienstleistungen der Medizin, der Pflege und der Betreuung. In Drittstatten und teilweise auch noch in Schwellenländern hält dagegen nach wie vor ein deutliches Wachstum der Bevölkerung an. Wie kann hier eine ausreichende Ernährung, die jetzt schon vielfach nicht gegeben ist, gesichert werden?
  • Finanzkrisen: Griechenland, Irland, Portugal und selbst, wenn auch reduziert, Deutschland sind jüngste Beispiele dafür, wie schnell die Wirtschaft in Industrienationen aus dem Gleichgewicht geraten kann.
  • Umweltverschmutzung: Der menschverursachte Klimawandel, die riskante Energiegewinnung durch Atomkraftwerke, oder, ganz aktuell und beispielhaft, die Belastung der Meere mit Plastikmüll.
  • Das Fehlen ausreichender Ressourcen zur Energiegewinnung und Nahrungsmittelproduktion.

Die Idee der Smart City sieht vor, Städte mit Sensoren auszustatten, die die Bedürfnisse der Bewohner einerseits und die zur Befriedigung dessen geeigneten Technologien effizient und sinnvoll zu verknüpfen. Von hervorgehobener Bedeutung sind dabei auch Überlegungen zur Senkung des Energieverbrauchs privater Haushalte und zum Ausbau von Sharing und Mitfahrgelegenheiten. Teilweise kann man sich sogar vorstellen, Privateigentum zu reduzieren, um allen Stadtbewohnern gleichermaßen eine Teilhabe an den zur Verfügung stehenden Ressourcen zu sichern.

Einsatz digitaler Werbetafeln

Ein Teilaspekt ist dabei die Idee einer Ergänzung klassischer Außenwerbung im öffentlichen Raum durch digitale Technologien. Der Kontakt zwischen dem Werbetreibenden und seinen (potentiellen) Kunden soll durch Einsatz technischer Komponenten erweitert und optimiert werden. Hierzu sollen digitale Werbetafeln eingesetzt werden. Diese werden insbesondere dort aufgebaut, wo sich in den Städten die Menschen treffen, also an zentralen Fixpunkten wie am Flughafen, am Bahnhof, in der Innenstadt, am Fußballstadion, in den Einkaufszonen usw.

Dies ist umso erfolgversprechender, als insbesondere die für Werbung vor allem interessante Zielgruppe (Personen zwischen 14 und 49 Jahren) zunehmend mobil sind, die genannten Fixpunkte häufiger als bisher aufsuchen und infolgedessen häufig auf digitale Werbetafeln stoßen werden. Dabei soll die sogenannte Außenwerbung nicht nur werben, sondern auch der Information und der Unterhaltung dienen.

Versteht man es, die Städte mit dieser neuen Form der Werbung nicht zu überfrachten, werden die Bewohner dies mehr unbewusst wahrnehmen und damit auch akzeptieren. Dieser Aspekt dürfte bei den Überlegungen zu Smart City eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen. Denn eine Stadt, die unüberschaubar, grell und nervend ist, wird auf Ablehnung treffen und dürfte alles andere als clever sein.