Social Media benutzt die Mechaniken von Glückspielen und macht die Spieler damit abhängig

Im Jahr 2019 beträgt die Zahl der Internetnutzer weltweit 4,38 Milliarden und die Zahl der Internetnutzer, die sich in sozialen Medien engagieren, beträgt 3,484 Milliarden, was einem Umstand von 9 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Eine andere Branche boomt ebenfalls. Das Engagement in der Welt des Glücksspiels ist auf eine riesige Summe von 25,69 Milliarden Dollar gestiegen – teilweise aufgrund des Wachstums im Online-Glücksspiel, aber auch vor allem durch die steigende Popularität von Spielen wie Starburst.

Man mag Schwierigkeiten haben den Zusammenhang zwischen der spiralförmigen Omnipräsenz der sozialen Medien und einer Praxis zu sehen, die bis in die Altsteinzeit zurückreicht, in Zeiten bevor die geschriebene Geschichte begann. In letzter Zeit wurden die sozialen Medien vor allem wegen ihrer süchtig machenden Mechaniken und Parallelen zu Glückspielen kritisiert.

Viele Nutzer, darunter einige der größten Tech-Player des Silicon Valley, haben beschlossen, ihre Zeit in den sozialen Medien zu drosseln. Viele gehen sogar soweit, Apps zur Kontrolle ihrer Nutzungszeit zu installieren.

Social Media und die Spielautomaten: Wo ist die Verbindung?

Social Media und die Spielautomaten

Soziale Medien wenden einige der gleichen Prinzipien und Formen der Unterhaltung, die wie Glücksspiele, äußerst verlockend sind und süchtig machen können. Smartphones sind im Grunde Slots Spiele im Taschenformat. Viele Aktivisten setzen sich deshalb für eine stärkere Ethik im Silicon Valley, sowie die Tech-Industrie im Allgemeinen ein.

Jedes Mal, wenn Sie beispielsweise nach unten wischen, funktioniert die Mechanik und Psychologie wie bei einem Spielautomaten. Sie wissen nicht, was als Nächstes kommt. Manchmal ist es ein schönes Foto. Manchmal ist es nur eine Anzeige. Das sind kleine Arten von Belohnung bei Spielautomaten und auch bei Social-Media-Aktivitäten.

Diese Funktion wird in die Funktion „Pull to Refresh“ genannt. Jedes Mal, wenn wir nach unten ziehen, um unsere Timeline zu aktualisieren, ob auf Facebook, Twitter oder sogar per E-Mail, wissen wir nicht, was wir bekommen werden. Das könnte eine neue E-Mail von der Arbeit sein, viele überraschende „Likes“ oder eben die Enttäuschung, wenn es einfach mal nichts neues gibt, was uns begeistern könnte.

Die Abwärts-Pull-Aktion, von Designer Loren Brichter entwickelt, wurde in vielen verschiedenen Apps emuliert. Deshalb ist seine Allgegenwart für die Nutzer intuitiv geworden. Gefangen in der Aktion, die auch „ludic loops“ genannt wird, ist sich der Benutzer unsicher, welches Feedback er erhält. So hält man die User in Spannung und die kann letztendlich süchtig machen.

Benutzer wollen Spaß – Benutzer bekommen Spaß

Psychologie hinter den Nutzern von Spielautomaten

Die einfachste Möglichkeit, die tiefe Psychologie hinter den Nutzern von Spielautomaten, insbesondere Online-Slot-Spielen, zu erklären, ist, dass sie Spaß daran haben zu spielen. Der Erfolg der Branche spricht für sich. Der Bericht der britischen Glücksspielkommission zeigt einen massiven Anstieg des Online-Glücksspielsektors um 12,8 %, was im Laufe des Jahres einen Brutto-Glücksspielertrag (GGY) in Höhe von 5,3 Mrd. USD ausmacht.

Bereits im Jahr 2016 erwirtschafteten Online-Spiele im Spielautomatenstil allein in Großbritannien 1,8 Milliarden US-Dollar. Es ist einer der größten Umsatzbringer der Branche und wächst weiterhin von Jahr zu Jahr.

Wo klassische Casinos Techniken wie Luftfiltration und einen Mangel an natürlichem Licht verwendet haben, um ihre Spieler in einem limboähnlichen Zustand zu halten, haben es online-Glücksspiele den Benutzern ermöglicht, überall und zu jeder Zeit des Tages in und aus Spielen einzutauchen und Social Media teilt diese Permanente Verbindung.

Smartphones führen uns aus jeder Situation, in der wir nicht sein wollen, es negiert unangenehme Stille, löscht Langeweile. Wir werden mit Reizen bombardiert und alle Techniken, die aus der Welt des Glücksspiels gelernt werden, halten uns immer mehr online.

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