Studie: Internet wird immer günstiger

Im Jahr 2012 gab es kaum einen Internet-Tarif, der im Effektivpreis günstiger war als 20,00 Euro monatlich. So kostete ein Internetanschluss mit mindestens 16 Mbit/s im Download gute 20,00 Euro monatlich. Für schnelle LTE-Verbindungen wurden sogar über 60,00 Euro fällig. Heute haben sich die Preise deutlich gewandelt, so dass Internet und Telefon mit 50 Mbit/s im Download bereits für 10,00 Euro effektiv monatlich erhältlich sind.

Hauptgründe hierfür sind vor allem ein zunehmender Wettbewerb sowie der fortlaufende Netzausbau, der heute bereits Geschwindigkeiten von bis zu 1 Gbit/s und darüber hinaus ermöglicht. Das Verbraucherportal Preisvergleich.de hat jetzt eine Studie veröffentlicht, die anhand von Abschlussdaten zeigt, wo das Internet in Deutschland am günstigsten und am schnellsten ist.

Darüber hinaus wird aufgezeigt, wie sich die Preise und Internet-Geschwindigkeiten von 2017 auf 2018 verändert haben. Auch hier sind klare Trends erkennbar. Fakt ist: Das Internet wird nicht nur günstiger, sondern auch schneller, um aktuelle Nutzer-Anforderungen wie z. B. hochauflösendes und störungsfreies Internet-TV und Streaming ermöglichen zu können.

Internet in Großstädten am günstigsten

Internet in Großstädten am günstigsten

In der Internet-Studie des Portales Preisvergleich.de zeigt sich, dass die Preise vor allem in Großstädten und Ballungsgebieten am günstigsten sind. Auch dies erklärt sich mit der guten Netz-Infrastruktur, dem hohen Wettbewerb und der damit verbundenen Verfügbarkeit preiswerter (Kabel-Internet-) Angebote. So zahlen zum Beispiel Berliner Verbraucher mit durchschnittlich 20,08 Euro monatlich den günstigsten Effektivpreis für Internet & Telefon in Deutschland. In Hamburg und München sind die Preise ähnlich.

Ein Vergleich der Jahre 2017 und 2018 zeigt zudem, dass die Preise immer weiter sinken. Kostete ein Internetanschluss in Berlin im Juni 2017 noch durchschnittlich 20,30 Euro monatlich, so waren es im Juni 2018 nur noch 18,61 Euro monatlich effektiv. In Hamburg lag der Durchschnittspreis unter Berücksichtigung von Boni und Rabatten im Juni 2018 bei nur noch 16,90 Euro monatlich.

Preisnachteile besonders im ländlichen Raum

Gerade die ostdeutschen Bundesländer Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen hängen hinsichtlich der positiven Preisentwicklung etwas hinterher. In Sachsen-Anhalt zahlen die Verbraucher mit 23,00 Euro monatlich effektiv gar die höchsten Internet-Preise in Deutschland. Im Vergleich mit Berlin sind das durchschnittlich mindestens 36,00 Euro jährlich mehr pro Anschluss. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Preisunterschiede mit zunehmenden Netzausbau weiter sinken. Gerade die zunehmende Verfügbarkeit von günstigem Kabel-Internet lässt die Preise sinken.

Schnelles Internet in Ballungszentren

Die günstigen Internet-Preise in Ballungszentren und Großstädten beruhen vor allem auf der Verfügbarkeit von schnellen Netzen. So gibt es in der Hansestadt Hamburg das schnellste Netz in Deutschland. Laut dem Breitbandatlas des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur haben über 95 % der Hamburger Haushalte die Möglichkeit, mindestens 50 Mbit/s im Download zu nutzen. In der Bundeshauptstadt Berlin sind es immerhin noch 75 bis 95 %. Schlusslicht bilden auch hier Bundesländer wie Sachsen-Anhalt, Thüringen und Hessen.

Laut Studie ist die durchschnittlich verfügbare Internet-Speed in Deutschland von Juni 2017 bis Juni 2018 von 49 Mbit/s auf 81,78 Mbit/s gestiegen. Da es in den Großstädten bereits schnelle Anschlüsse gibt, holen besonders die ländlichen Gebiete in Sachen Geschwindigkeit auf. Einen starken Anstieg gab es u. a. im Saarland, hier wurden im Juni 2018 fast doppelt so schnelle Verbindungen verbucht. Unabhängig davon steigt die verfügbare Internet-
Geschwindigkeit in allen 16 deutschen Bundesländern.

Rechtsanspruch auf schnelles Internet ab 2025

Mit Umsetzung des Digitalisierungsplanes der Bundesregierung unter Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) ist geplant, dass bis zum Jahr 2025 ein schnelles, flächendeckendes Breitband-Internet für ganz Deutschland zur Verfügung steht. Die Frage ist letztlich nur, mit welcher Geschwindigkeit? Bisherige Pläne haben allesamt ihr Ziel verfehlt, so dass eine flächendeckende Glasfaser-Versorgung mit bis zu 1 Gbit/s schon heute als unrealistisch gilt. Ob ein vermeintlicher Rechtsanspruch auf eine schnelle-Breitband-Versorgung daran etwas ändern wird, ist ebenso fraglich.

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