Virtueller Serienkiller: Killware auf dem Vormarsch

Cyberkriminelle, die es auf private Daten oder Geld abgesehen haben, sind Schnee von gestern. Jetzt gibt es Killware. Diese besorgniserregende neue Form der Internetkriminalität schafft es, Krankenhäuser lahmzulegen und wichtige Infrastrukturen zu manipulieren.

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Killware setzt sich aus zwei englischen Begriffen zusammen. Kill bedeutet töten und ware leitet sich von dem Begriff Malware ab, was im Deutschen Schadsoftware bedeutet.

Der Name ist Programm. Killware kann nämlich schwere körperliche Schäden verursachen oder sogar zum Tod führen. Während die meisten Schadprogramme eingesetzt werden, um private Informationen zu stehlen oder Geld von den Opfern zu erpressen, spielt Killware in einer ganz anderen Liga der Cyberbedrohungen. Die Angriffe können sich etwa gegen einzelne Opfer oder gegen die ganze Bevölkerung eines Landes richten.

Wir verbringen heutzutage einen Großteil unseres Lebens im Internet und selbst unsere Häuser funktionieren selten noch ohne vernetzte Geräte. Damit ist jeder von uns an eine nationale und internationale Netzinfrastruktur gebunden. Wird diese von Killware angegriffen, können die Auswirkung verheerend für tausende Menschen sein.

Eine neue Dimension der Cyberbedrohung

Killware neue Dimension der Cyberbedrohung

Während sogenannte Ransomware in der Regel eingesetzt wird, um Geld von einem Opfer zu erpressen, kann die gleiche Art von Software auch als Killware eingesetzt werden.

Ransomware funktioniert, indem sie die Kontrolle über bestimmte Systeme oder Dateien übernimmt und beispielsweise die Datenbanken eines Unternehmens unzugänglich macht. Auf diese Weise kann der Angreifer ein Lösegeld als Gegenleistung für den Zugriff fordern.

Was aber, wenn die gleiche Software dazu genutzt wird, um ein Krankenhaus lahmzulegen? Ein solcher digitaler Angriff könnte das Leben von Menschen in sehr reale Gefahr bringen. An diesem Punkt überschreitet eine herkömmliche Schadsoftware die Grenze zur Killware.

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Dem virtuellen Serienkiller auf der Spur

Es gibt verschiedene Szenarien, in denen Killware katastrophale Folgen für viele Menschen haben würde – und die Gefahr ist realer, als man denkt.

Stromnetze, Wetterwarnsysteme und Wasseraufbereitungsanlagen werden heutzutage alle zumindest teilweise online betrieben und sind daher anfällig für Attacken. Sie sind in der Vergangenheit bereits Ziel von Cyberangriffen gewesen. Anfang 2021 verschafften sich Hacker Zugang zu den zentralen Systemen der Wasseraufbereitungsanlage in Oldsmar und versuchten, dem Wasser gefährliche Mengen an Chemikalien beizumischen. Dieser Angriff konnte zwar verhindert werden, aber der Versuch allein ist alarmierend.

Krankenhäuser sind eines der wichtigsten Einrichtungen in unseren Gesellschaften. Ein reibungsloses Funktionieren entscheidet über Leben und Tod. Wie ein Cyberangriff in Düsseldorf im September 2020 gezeigt hat, kann ein Ransomware-Angriff die Systeme eines Krankenhauses einfach lahmlegen und die Patienten ernsthaft gefährden. Medizinische Einrichtungen in Europa, dem Vereinigten Königreich und den USA waren bereits Ziel von Angriffen. Und es ist nicht davon auszugehen, dass diese Art von Angriff in der Zukunft weniger werden.

Wie smart ist Ihr Zuhause? In Deutschland besitzen bereits über 50 % aller Haushalte mindestens ein vernetztes Gerät. Sprachassistenten und Staubsaugerroboter sind unglaublich praktisch für den Alltag. Es gibt sogar smarte Herde, die sich von unterwegs ein- und ausschalten lassen. Aber wer auch immer sich virtuellen Zugang zu den Geräten verschafft, kann auch einfach über den digitalen Weg in das Haus einbrechen. Hacker können auf diese Weise nicht nur Daten stehlen, sondern auch Geräte einschalten und alle im Haus lebenden Personen in Gefahr bringen.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Abwehr gegen Killware

Es liegt auf der Hand, dass Killware ein Problem ist, das sich in den kommenden Jahren verschärfen wird. Nicht auszudenken, wenn Terroristen oder Kriegführende mit solcher Art Schadsoftware hantieren. Bei Krankenhäusern und Versorgungssystemen ist die Regierung gefragt, für den nötigen Schutz zu sorgen. Für die vernetzten Geräte im Eigenheim kann aber jeder von uns etwas dafür tun, dass man nicht Opfer von Killware wird.

Wenn Sie intelligente Geräte im Haus haben, sollten Sie sicherstellen, dass Ihr WLAN mit starken, einzigartigen Passwörtern geschützt ist. Nutzen Sie dafür eine Mischung aus Zahlen, Symbolen und Ziffern. Hacker können viele herkömmliche Passwörter in Sekunden knacken, machen Sie es ihnen also nicht zu einfach.

Fügen Sie außerdem eine zusätzliche Sicherheitsebene hinzu, indem Sie ein VPN (virtuelles privates Netzwerk) auf Ihrem Router einrichten, sodass der gesamte Datenverkehr innerhalb Ihres Heimnetzwerks verschlüsselt wird. Mit Diensten wie NordVPN wird es für Kriminelle viel schwieriger, Killware – oder eine andere Form von Schadsoftware – einzusetzen, um Ihre vernetzen Geräte zu infiltrieren. Millionen von Menschen nutzen den Service bereits und haben die NordVPN-Erfahrung gemacht – Rundum-Cybersicherheit mit einem Klick.

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