Spiel, Spaß und Sucht – Online-Glücksspiele und ihre Gefahren

Glücksspiele im Internet machen nicht nur jede Menge Spaß, sie können zudem für etwas mehr Geld in den Taschen sorgen. Genauso gut, können Online-Casinos und andere virtuelle Glücksspiele allerdings auch nur Einsatz bedeuten, ohne dass ein Gewinn dabei herausspringt. Das kostet nicht nur viel Geld, sondern kann im schlimmsten Fall zur Spielsucht führen.

Warum Glücksspiele Spaß machen

Der Reiz am Glücksspiel ist nicht neu. Bereits seit vielen Jahrtausenden versuchen Menschen ihr Geld im Spiel zu vermehren und schließen Wetten ab. Sie versuchen ihr Glück am Pokertisch oder tippen beim Lotto ihre Glückszahlen. Der Grund dafür ist vor allem die Abwechslung und Spannung, die uns das Glücksspiel bietet. Zu beobachten, ob der Einsatz sich verdoppelt oder ob Du beim Spiel leer ausgehst, sorgt dafür, dass Dein Gehirn auf Hochtouren arbeitet.

Gewinnst Du das Spiel, werden schließlich zahlreiche Glückshormone ausgeschüttet, sodass Du direkt Lust hast, weiterzuspielen. Kein Wunder also, dass rund 40% der Menschen zwischen 18 und 60 Jahren ihr Glück im Spiel versuchen, rund ein Drittel spielt laut einer Umfrage sogar regelmäßig.

Wann eine Glücksspielsucht besteht

Nur weil Du gerne pokerst oder Fußballwetten abschließt, heißt das noch lange nicht, dass Du spielsüchtig bist. Doch manchmal ist der Unterschied zwischen Spaß am Spielen und einer Abhängigkeit nicht mehr leicht zu bestimmen. Anzeichen, die für eine Sucht sprechen, sind beispielsweise Ausreden und Lügen, die häufiges Spielen rechtfertigen sollen.

Vielleicht entstehen auch finanzielle Probleme, weil Spielen in Spielotheken oder Online-Casinos zu viel Geld kostet. Zudem ziehen sich Abhängige aus ihrem sozialen Umfeld zurück, nehmen nicht mehr an gemeinsamen Aktivitäten teil oder erscheinen gefühlskalt, weil sie scheinbar pausenlos ans Spielen denken.

Online-Casinos sind besonders gefährlich

Warum Online-Casinos besonders gefährlich sind

Etwa sieben Prozent der befragten Menschen zwischen 18 und 60 Jahren versuchen ihr Glück in Onlinecasinos, 13 Prozent investieren ihren Einsatz lieber in Sportwetten. Beide Varianten können online aufgerufen werden, sodass sie jederzeit und überall verfügbar sind. Das Spiel geht schnell, die Langeweile beim Warten auf dem Bus oder im Wartezimmer beim Arzt verfliegt, sodass die Spielenden häufig nicht einmal merken, wie viel Zeit und Geld sie eigentlich investieren.

Noch gefährlicher wird es, wenn der Spielende meint, Einfluss auf den Gewinn zu haben. Das Stoppen des einarmigen Banditen oder die richtige Zahl beim Roulette werden allein vom Spieler gewählt, sodass dieser annimmt, Gewinn oder Verlust bestimmen zu können. In Wahrheit handelt es sich dabei jedoch um reines Glück.

Selbstreflexion notwendig

Menschen, die ihre Spielsucht online ausleben, können dies oft heimlich tun, ohne dass Freunde oder Angehörige etwas von ihrem Verlangen bemerken. Daher ist es wichtig, sich selbst zu reflektieren und sein Verhalten zu überprüfen. Fünf Prozent der Befragten gaben an, täglich zu spielen, gut 20 Prozent spielten wöchentlich – wo siehst Du Dich selbst? Erzählst Du anderen die Wahrheit oder veränderst Du die Realität, um weiterspielen zu können?

Solltest Du die Vermutung haben, in eine Abhängigkeit geraten zu sein, so bitte Freunde oder Verwandte um Hilfe. Alternativ kannst Du auch eine Beratungsstelle vor Ort aufsuchen oder Dich im Netz nach Unterstützung umsehen.

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