Hohe Internetgeschwindigkeit – Segen und Fluch zugleich

Vor ziemlich genau 20 Jahren gab es die Tagesschau erstmals „auf Internet“, wie Uli Wickert es am 01. August 1996 so schön formulierte. Die Bild- und Tonqualität war für heutige Verhältnisse schlichtweg gruselig. Das ist nicht weiter verwunderlich, zumal damals ein 64 Kb „schneller“ ISDN-Anschluss die absolute Highspeed-Variante und HD-Videostreaming in etwa so realistisch war, wie Bill Gates als CEO bei Apple.

DSL ist ganz schön schnell

Seither hat sich viel getan. Zwar lenkt Gates die Geschicke des Konzerns mit dem Apfel aus Cupertino noch immer nicht, das Streamen hochauflösender Videoinhalte über das Internet ohne vorherigen Download ist aber längst Alltag.

Das liegt vor allem daran, dass der heutige Übertragungsstandard DSL ein Vielfaches der Geschwindigkeit von Modem- und ISDN-Verbindungen möglich macht und das Maximum aus den vorhandenen Telefonleitungen aus Kupfer herausholt. Zwar liegt Deutschland im internationalen Geschwindigkeitsvergleich nur auf Platz 25, was vor allem an der noch geringen Verbreitung von Glasfasertechnologie hierzulande liegt, die noch höhere Übertragungsraten ermöglicht.

Hohe Internetgeschwindigkeit – Segen und Fluch zugleich
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Für den Normalverbraucher reichen die verfügbaren Anschlüsse aber vollkommen aus, um das Internet in seiner vollen Bandbreite genießen zu können. Dazu gehört neben Surfen und Dateidownload ganz selbstverständlich das Streamen von Audio- und Videodateien sowie Fernsehkanälen. Zum Beispiel versorgt 1&1 die Nutzer mittlerweile mit Komplettpaketen, die neben einem DSL-Zugang auch Internetfernsehen und Onlinevideotheken beinhalten.

Licht und Schatten

Das Internet ist zum Alleskönner-Medium geworden, das Anwender sowohl zur Informationsbeschaffung als auch für Onlineshopping sowie für den Konsum von Entertainmentprodukten nutzen können.

Schöne, schnelle, neue Internetwelt also? Mitnichten, denn es gibt auch eine Kehrseite der Medaille. Hersteller von Betriebssystemen, Anwendungen und Videospielen haben die Möglichkeit, die Nutzer stetig mit neuen Bugfixes, Updates und Erweiterungen für ihre Programme zu versorgen. Was erst einmal positiv klingt, verleitet aber die Entwickler immer öfter dazu, ihre Produkte unfertig auf den Markt zu werfen, um sie dann nach und nach mit Updates zu verbessern. Ein Umstand, der viele Kunden verärgert.

Bestes Beispiel: das wenig subtile Vorgehen von Microsoft beim kostenlosen Windows 10-Upgrade für ältere Betriebssysteme, das ebenfalls erst durch die globale Verfügbarkeit von Breitbandinternetzugängen überhaupt möglich wurde. Das war 1996 noch anders, als man noch nicht Gigabytes an Daten für ein Windowsupdate herunterladen musste, bevor man sich „auf Internet“ die Tagesschau ansehen konnte.

Hohe Internetgeschwindigkeit – Segen und Fluch zugleich
Bildrechte: Flickr modem_light Leon Wilson CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehaltenHohe Internetgeschwindigkeit – Segen und Fluch zugleich


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