Kontext-bezogene Anzeigen: Mittlerweile Standard im Web


Diese Situation kennen sicherlich viele: Man treibt sich irgendwo in den unendlichen Weiten des Internets herum und plötzlich werden einem auf wild-fremden Website Anzeigen eingeblendet, die einem irgendwie bekannt vorkommen oder anderweitig auf besondere Art und Weise aufmerksam machen. Beispielsweise können dies Werbeanzeigen zu Produkten sein, über die man sich eben noch bei eBay oder Amazon schlau gemacht hat, Versicherungen deren Abschluss man eventuell in Erwägung zieht oder der Nachfolger des momentanen Lieblingsspiels, welches man gerade am PC zockt. Wie kommen diese „Zufälle“ zustande und was genau steckt dahinter? Mit dieser Fragen möchten wir uns hier einmal näher befassen.

Versierte Internetnutzer ahnen es schon – ihr Surf-Verhalten wird in irgendeiner Weise getrackt. Doch speziell dazu gibt es verschiedene Mittel und Wege.

Inhalte die man gerade konsumiert

Bildquelle: Maik Schwertle / pixelio.de

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Am einfachsten ist der Zusammenhang zwischen Werbebannern oder Textanzeigen für den User noch herzustellen, wenn deren Thema den Inhalten ähnelt, die man gerade liest oder anschaut. Hier ist es im Grunde ganz einfach: Spezielle Crwaler filtern die thematische Relevanz zu bestimmten Werbefeldern auf einer Website und übermitteln das Ergebnis dem entsprechend an das Script, welches die Werbung auf einer Website einblendet. Auf diese Art und Weise kommt es dann dazu, dass man zum Beispiel auf einem Tunig-Portal die Werbung eines Felgen-Herstellers oder Autoverkäufers angezeigt bekommt.

Websites auf denen man war oder ist

Doch Seiteninhalte sind nicht die einzige Faktor der sich auf die Themen von Werbeanzeigen im Netz auswirkt. In vielen Fällen bedienen sich Seiten auch an gespeicherten Cookies oder anderen „Hinweisgebern“, die Informationen zu dem liefern können, was der User als letztes im Web getan hat. Sehr mächtig ist in diesem Zusammenhang zum Beispiel Google Adsense. Diverse Seiten im Netz haben Google-Codes wie Analytics integriert, um damit beispielsweise Besucherzahlen oder andere Aktivitäten auf ihrer Website zu erfassen sowie statistisch auszuwerten.

Gleichzeitig ist jedoch auch bekannt, dass derartige Scripte Daten an Dienste zur Werbeanzeige weiterleiten. Da die Anzahl der Websites mit Google-Codes sehr groß ist, entsteht ein weitreichendes Bild über die Interessen desjenigen, der gerade vorm Rechner sitzt und auf ihn zugeschnittene Textwerbung, Bannerwerbung oder auch interaktive Wertung sieht.

Suchanfragen die man formuliert hat

Gleiches trifft, insbesondere im Fall von Google, auch auf Suchanfragen zu. Wer etwa erst kürzlich „Schuhe kaufen“ gegoogelt hat, hat der Datenkrake Google damit grundsätzlich signalisiert, dass er Interesse an einem Schuhkauf hat. „Findet“ Google Adsense genau den gleichen Nutzer auf irgendeiner Website wieder auf der es Anzeigen einblendet, so liegt es für diesen Dienst nahe, Werbung zu verschiedenen Schuh-Webshops zu platzieren.

Was der Browser über einen weiß

Hinzu kommt in einigen Fällen auch noch der Browser als Faktor. Google hat bekanntlich seinen eigenen Browser namens Chrome und es gibt Gerüchte, dass auch dieser Daten zwecks Zielgruppen-orientierter Werbung sammelt. Doch gerade an der Stelle sollte man nicht alleine auf Google „schimpfen“ (auch wenn es sicherlich mit Abstand der größte Vermarkter von Online-Werbeanzeigen ist), denn auch Microsoft wäre in der Lage die Daten zwischen Internet Explorer und Bing Ads zu verknüpfen.

Ebenso Apple mit Safari und iAd. Auch wenn man letzten Endes nicht all zu viel gegen das Datensammeln tun kann – es schadet nichts, ab und zu mal seinen Browsercache zu leeren und seinen Fußabdruck im Web zumindest etwas zu verwischen. Wie das geht steht unter anderem hier unter dem Punkt „PC-Sicherheit im Internet-Browser“.

Weitere Merkmale wie Ort, Verhalten, Uhrzeit, etc.

Nicht zuletzt können sich Serviceprovider für Werbeanzeigen im Regelfall auch noch weitere Daten zunutze machen. Allein aus der IP-Adresse resultieren schon relative genaue Daten, den Standort des Users betreffend. Hinzu kommt, dass auch Informationen wie Betriebssystem oder Auflösung problemlos ausgelesen werden können und mit in eine Werbeschaltung einbezogen werden können.

In einigen Fällen macht auch die Uhrzeit zu der sich ein Nutzer im Web bewegt einen erheblichen Unterschied. Auch das Klick-Verhalten und die Verweildauer auf bestimmten Unterseiten wird häufig analysiert.

Fazit: Ein weitgehend Lücken-loses Gesamtbild

Was folgt nun aus dieser schieren Datensammel-Wut von Diensten, die uns mit Kontext-bezogener Werbung versorgen? Ganz einfach: Ein fast Lücken-Loses Gesamtbild desjenigen, der die Anzeigen konsumiert!

Somit kann man Diesem genau die Werbung einblenden, die am wahrscheinlichsten zu einem Klick und daraus folgend einer Kaufentscheidung führt. Auch das Thema Cross-Selling ist in diesem Zusammenhang relevant: Durch ein maximal vollständiges Profil eines Users kann man diesem, selbst nachdem man ihm bereits zum Kauf bestimmter Produkte bewegt hat, oft noch weitere Kauf-Anreize mit auf den Weg geben. Nicht selten tüfteln Onlinemarketing-Experten genau an der Frage, wie man sämtliche zur Verfügung stehenden Cross-Selling Kanäle ausnutzen kann und sind in diesem Zusammenhang natürlich bestrebt, alle von Diensten und Scripten gesammelten Daten Ziel-gerichtet einzusetzen.Kontext-bezogene Anzeigen: Mittlerweile Standard im Web

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