Mehr Geräte als IPs? Das Internet-Protokoll wird zur Mangelware

Die Anzahl von internetfähigen Geräten steigt weltweit kontinuierlich an. Im vergangenen Jahr erreichte die Anzahl der Geräte die 25-Milliarden-Geräte-Marke – bis 2020 soll die Zahl noch auf 50 Milliarden Geräte ansteigen. Dafür ist nicht zuletzt auch das Internet der Dinge verantwortlich, in dem immer mehr Elektronik mit dem Netz verbunden wird. Damit jedes dieser Geräte im Internet zugeordnet werden kann, verfügen Laptops, Drucker, Tablets, Kühlschränke und Smartphones über eine IP-Adresse, sobald sie sich mit dem Internet verbinden.

Allerdings gehen diese Adressen allmählich zur Neige. Der Grund dafür liegt in dem veralteten IPv4-Protokoll mit dem diese IPs erstellt werden. Als dieses Protokoll 1981 entwickelt wurde, war noch nicht abzusehen, dass die Anzahl der Geräte derart schnell wachsen würde, dass die IPv4-Technik irgendwann nicht mehr ausreichen würde.

Übergangslösung

IP-Adressen werden Mangelware

Um die Knappheit an IP-Adressen zu umgehen, nutzen heutige Router laut diesem Ratgeber die Network-Address-Translation-Technik (NAT). Dabei werden private und öffentliche IP-Adressen voneinander getrennt. Private Netzwerke bündeln dadurch mehrere Geräte in einer gemeinsamen IP und sorgen somit dafür, dass insgesamt weniger IPs verwendet werden, als sonst nötig wären.

Bei dieser Technik handelt es sich allerdings nur um eine Übergangslösung, die ebenfalls an ihre Grenzen stößt, sobald die Anzahl der NATs die möglichen IPs übersteigt.

Verschlafener Generationswechsel

Bereits 1998 wurde daher das IPv6-Protokoll entwickelt mit dem insgesamt 340 Sextillionen IPv6-Adressen bereitgestellt werden können. Damit wäre die Knappheit bis auf weiteres vom Tisch, doch der Übergang schreitet nur langsam voran. Ein Großteil des Internets nutzt immer noch das veraltete IPv4-Protokoll – dafür gibt es laut PC Welt mehrere Gründe.

Zum einen würde eine plötzliche Umstellung der Protokolle zu Chaos im Netz führen, weswegen sie in kleinen Schritten durchgeführt werden muss. Zum anderen sind IPv4 und IPv6 nicht kompatibel, weshalb nicht jede Hardware zum Verarbeiten der IPv6-Protokolle fähig ist.

Daher müssten viele Provider ihre Technik erneuern und ihre Software- und Server-Infrastruktur umstellen – der Umstieg auf das neue Protokoll ist somit auch eine Kostenfrage.

Zusätzlicher Platz?

Viele Provider lassen sich daher weiterhin Zeit mit der Umstellung ihrer Systeme. Recht erhalten sie dabei von einer kürzlich veröffentlichten Studie. Ein Forscherteam hat die Adressaktivität aller IPv4-Adressen in Europa, Asien sowie Nord- und Südamerika untersucht und herausgefunden, dass immer noch ein hohes Potential an ungenutzten Adressen besteht.

Grund dafür sei die weite Verbreitung der NAT-Technik, die nicht nur die Geräte einzelner Haushalte bündelt, sondern es auch ganzen Unternehmen erlaubt, unter einer einzigen IP-Adresse tätig zu sein.


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