Welche Vorteile bietet der Einsatz eines Windows Server im Firmennetzwerk?

Die Frage im Titel ist so eigentlich falsch gestellt. Ein Netzwerk, egal ob Firma oder Privat, besteht immer aus mehreren Computern, die untereinander Daten austauschen können. Sinnvoll ist es je nach Anwendungszweck und Größe des Netzwerks, einen der Computer als reinen Server zu verwenden. Die anderen Computer im Netzwerk sind i.d.R. Arbeitsplätze, die so genannten Clients. Server und Client müssen nicht das gleiche Betriebssystem verwenden.

Was macht ein Server?

Windows Server im Netzwerk

Wie der Name andeutet: Ein Server serviert. Auf ihm kann man z.B. Daten (Dokumentvorlagen, Bilder, Archive etc.) ablegen, auf die dann jeder Client im Netzwerk bequem zugreifen kann. Man kann ihn aber auch so einrichten, dass er E-Mails empfängt und verschickt, Webseiten ins Internet (oder Intranet, also nur im eigenen Netzwerk) stellt usw.

Warum Windows Server verwenden?

Da gibt es gleich mehrere gute Gründe für:

  • Mit einem Windows-Rechner können die meisten Menschen schon relativ gut umgehen. Ein Windows Server bietet einem schon mal eine vertraute Umgebung, auch wenn man kein ausgiebig geschulter Experte ist.
  • Vieles bei einem Windows Server kann man per Mausklick konfigurieren, im Gegensatz zu Linux basierenden Servern, die über eine so genannte Konsole im Textmodus eingerichtet werden.
  • Ein Microsoft Server kann im Allgemeinen auch als Arbeitsplatz verwendet werden, auch wenn das nur eingeschränkt zu empfehlen ist. Aber MS Office und andere übliche Software laufen auch hier.
  • Für kleinere Netzwerke (bis ca. 10 Computer) kann ein Linux-Server schon overkill sein. Der Aufwand für Linux ist immer der gleiche, aber lohnt sich das immer?
  • Treiber für Hardware: Bekommt man beispielsweise einen neuen Drucker, dann kann man sicher sein, auch passende Software für Windows dazu zu bekommen. So ein Drucker am Windows Server angeschlossen kann dann jedem Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt werden.
  • Lizenzen für Microsoft Server sind günstiger als ein weiterer Mitarbeiter
  • Support aus einer Hand: Wenn man doch mal was nicht geht wie erwartet, man aber den Fehler nicht einkreisen kann, dann ist es sicher günstig, wenn man Microsoft (oder einen entsprechenden EDV-Partner) ein homogenes System vorweisen kann.

Warum kein Linux auf dem Server?

Linux LogoJeder Netzwerk-Experte wird einem raten, Linux auf dem Computer zu verwenden, der als Server eingesetzt werden soll. Aber nicht jeder kann so einen einrichten UND regelmäßige Wartungen durchführen. Die meisten Firmen haben extra Mitarbeiter, die sich ausschließlich um solche Dinge kümmern.

Bei einem Windows Server stehen aber die Chancen gut, dass ein „vorhandener“ Mitarbeiter bereit und in der Lage ist, diesen Server als Teil seiner Aufgaben zu betreuen, je nach Server-Anwendungen.

Mit einem Kurs bei der Volkshochschule (Stichwort Bildungsurlaub) wird ein fähiger Mitarbeiter in der Lage sein, einen Microsoft Server korrekt am Laufen zu halten. Für Linux bedarf es da schon längerfristige Ausbildungen. Und wie schon erwähnt: Fachlichen Support für ein Microsoft-Netzwerk wird man immer kriegen.

Ein Server im Netzwerk ist also eine sinnvolle Sache, aber es muss nicht immer Linux sein.