Binge Watching, also zu Deutsch das Betrachten vieler Serienepisoden oder ganzer Staffeln am Stück (auch Serienmarathon oder Komaglotzen genannt), ist ein Trend, der schon seit längerer Zeit aus den USA nach Deutschland übergeschwappt ist. Spätestens seit Netflix und andere Video on Demand (VOD) Anbieter ihr Angebot für den deutschen Markt geöffnet haben ist die Nachfrage nach diesen enorm gestiegen.

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Worauf man früher noch Woche für Woche warten musste steht heute mit einem Knopfdruck zur Verfügung: Serien sind ohne Begrenzung abrufbar – und das ganz ohne Werbeunterbrechungen.

Warum also nicht stundenlang vor dem TV, PC, Smartphone oder Tablet verbringen? Die Möglichkeiten sind vorhanden und niemand ist da, der uns in unserem Konsum begrenzen könnte. Binge Watching gilt zwar als relativ neues Phänomen, doch auch früher war Binge Watching mithilfe der entsprechenden Serien-DVDs oder -Blu-rays möglich. Nur hat das damals noch kaum jemand als Problem wahrgenommen, schließlich musste man auch noch für die DVD oder Blu-ray bezahlen.

In den heutigen Zeiten, in denen Netflix und Co. längst das Wohnzimmer übernommen haben (vgl. Artikel zu VOD) hat jeder die Möglichkeit, per Knopfdruck auf mehrere hundert Serien und Filme zugreifen zu können – und das für wenige Euro im Monat für eine Flatrate. Dabei sollte man bei der Wahl nach dem richtigen Video on Demand Anbieter darauf achten, dass der Anbieter auch genau die Serien anbietet, die einem selbst zusagen. Sonst findet man sich anschließend in dem Phänomen wieder, dass man Serien schaut, die einem eigentlich gar nicht gefallen, man aber trotzdem nach ihnen süchtig geworden ist (mehr dazu gleich). Um den passenden Anbieter mit den richtigen Serien-Highlights zu finden lohnt sich zum Beispiel der Video on Demand Vergleich von Trialo.

Binge Watching – Wie wir nach Serien süchtig werden

Wenn eine neue Serie auf einem Video on Demand Dienst bereitgestellt wird, dann wird meist sofort die ganze Staffel frei verfügbar gemacht (eine Ausnahme bildet hier Netflix mit den Eigenproduktionen, bei denen oft nur eine Folge pro Woche bereitgestellt wird – dies aber vor allem deshalb, da sie gleichzeitig im amerikanischen TV anlaufen und somit noch Werbeeinnahmen kassieret werden können). Dabei gibt es einen psychologischen Aspekt, warum zu einer Serie i.d.R. direkt alle Episoden bereitgestellt werden: In einer Studie von Netflix wurde analysiert, wann man als Zuschauer ein wahrer Fan einer Serie wird – ab wann man also „süchtig“ danach wird.

Dies ist nicht etwa wie man vermuten könnte schon nach der Pilotfolge – die erste Folge macht zwar neugierig auf mehr, aber sie macht uns noch nicht süchtig nach der Serie. Dementsprechend ist es für die Anbieter von Vorteil, wenn wir direkt mehrere Folgen am Stück betrachten können, damit wir schnell süchtig nach einer Serie werden.

In den Ergebnissen der Studie kam heraus, dass es meist zwischen 2 und 6 Episoden benötigt, bis uns eine Serie wirklich packt und wir auch alle weiteren Episoden und Staffeln davon sehen möchten. Breaking Bad und Bates Motel packen den Zuschauer bereits nach 2 Folgen, House of Cards benötigt 3 Folgen, Better Call Saul und Grace and Frankie 4 Folgen, Mad Men 6 Folgen und How I Met Your Mother sogar 8 Folgen, um uns vollends zu überzeugen und zu (süchtigen) Serienfans zu machen.

Hier liegt also der große Vorteil von Video on Demand Anbietern gegenüber den traditionellen TV-Sendern: Man kann uns auf einen Schlag eine große Menge an Episoden bereitstellen, wodurch die Wahrscheinlichkeit steigt, dass wir süchtig danach werden und auch nachfolgende Serienepisoden und Staffeln verschlingen werden.

Binge Watching Analyse

Bild-Quelle: Netflix Studie

Der Vorteil von Binge Watching

Werbefrei und selbst bestimmend entscheiden, wann man etwas gucken möchte ist natürlich wunderbar. Gerade wenn das Wetter nicht so toll ist kann man gemeinsam mit Freunden einen Serienmarathon starten und so den Samstagabend verbringen. Wer mit anderen gemeinsam Serien schaut hat sich im Nachhinein jedenfalls noch etwas zu erzählen.

Dabei gibt es sicherlich viele Serien, die sehr mitreisend sind – Serien, bei denen man es kaum erwarten kann, bis man die nächste Folge schauen kann. Doch leider geht dabei die Vorfreude etwas verloren, wenn man sofort mit einem Klick erfährt wie es weitergeht. Und nicht nur das – Binge Watching hat nämlich auch seine Schattenseiten.

Die Gefahren von Binge Watching

Beim herkömmlichen TV-Programm gibt es meist Unterbrechungen, so dass man nicht durchgehend auf den Bildschirm fixiert ist. Beim Binge Watching kann es dagegen passieren, dass man stundenlang die Augen nicht vom TV lässt. Doch vielleicht kennen viele das Phänomen, dass man sogar erleichtert ist, wenn man eine Serie vollständig durchgeschaut hat, denn dann ist es „endlich“ vorbei. Viele Serien findet man nämlich gar nicht so gut, möchte aber dennoch immer wieder wissen wie es weitergeht, schließlich enden die meisten Serienepisoden stets mit einem Cliffhanger, d.h. sie enden mit einem Höhepunkt und einem offenen Ende.

Natürlich möchte man dann gerne wissen wie es in der nächsten Folge weitergeht – dementsprechend folgt schnell die nächste Episode. Dies kann sich dann so lange hinziehen, bis man alle Folgen und Staffeln gesehen hat. Im Nachhinein ist man dann erleichtert, dass man nun weiß wie es ausgegangen ist – wirklich gefallen haben muss einem die Serie aber nicht. Man war eben nur neugierig.

Nicht wenige werden durch Binge Watching vom Schlaf (oder von der Arbeit) abgehalten. Wenn man zu viele Serien am Stück schaut hat man das Gefühl Teil der Serie zu werden. Man identifiziert sich mit einzelnen Charakteren – und genau hier sollte man einen Schlussstrich ziehen und für sich selbst entscheiden, erst einmal auf Binge Watching zu verzichten. Wer schon einmal ein paar Folgen Walking Dead am Stück geschaut hat und danach durch eine dunkle Gasse gehen musste, weiß genau was ich meine.

Die Zukunft des Fernsehens

Video on Demand hat in sehr kurzer Zeit die heimischen Wohnzimmer erobert – die Frage ist: Wie wird das TV-Erlebnis der Zukunft aussehen? Moderne Smart TVs sind alle mit dem Internet verbunden und bieten dazu zahlreiche Apps – unter anderem eben auch die nötigen Apps, um Video on Demand am TV zu erleben. Wenn man berücksichtigt, dass es YouTube (quasi der VOD-Vorreiter) gerade einmal seit 10 Jahren gibt und was sich seitdem alles getan hat, dann kann man sich kaum vorstellen, dass der Fortschritt weiter so schnell voranschreitet – oder etwa doch?

Es wird sicherlich nicht mehr lange dauern, bis wir mittendrin im TV-Erlebnis sein werden. Virtuelle Welten im Wohnzimmer hören sich zwar noch etwas fern an, doch so fern sind sie gar nicht. Zahlreiche VR-Brillen stehen kurz vor der Marktreife und wer weiß was danach noch alles kommt. Eins ist aber jetzt schon klar: Die TV-Unterhaltung befindet sich derzeit in einem Wandel – es ist vergleichbar mit dem Vorrücken des E-Commerce Markts im Internet im Gegensatz zum Offline-Handel.

Statisches Fernsehen, bei dem man selbst nicht bestimmen kann, wann und wo man etwas sieht, wird es sicher in Zukunft immer weniger geben. Die Konsumenten möchten selbst bestimmen können wie das TV Programm aussieht. Und das ist auch gut so – wichtig ist nur, dass jeder seinen eigenen Konsum unter Kontrolle hat.

Gastartikel, geschrieben von: Sebastian Baake

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