Multimediales Lernen – Ein Vorzug der digitalen Welt

Das digitale Zeitalter verändert zunehmend unser Lernen neuer Inhalte. Mussten wir uns dafür einst ausschließlich vor trockene Bücher setzen, bietet das World Wide Web die Möglichkeit, die trockenen Fakten in aufbereiteter Form aufzunehmen. Auf diese Weise steigt etwa die Bedeutung in schulischen Kontexten deutlich. Doch lernen wir im Internet tatsächlich leichter? Und welche Vorteile können sich für unseren Alltag daraus ergeben?

Inhalte werden greifbarer

Multimediales LernenNatürlich führt nicht einfach die Tatsache zu schnellerem Lernen, dass wir Fakten digital vor uns liegen haben. Vielmehr ist es deren genaue Aufbereitung, welche darüber entscheidet, wie wir sie am Ende des Tages rezipieren. Der trockene Fachtext eines Buchs kann in dieser Form im Internet gelesen werden. Er wird dadurch jedoch nicht einfacher oder verständlicher. Wenn wir ihn jedoch in besonderer Form, wie zum Beispiel in einem Erklärvideo vor uns haben, fällt es uns leichter, mit den Informationen umzugehen. Für uns besitzen diese plötzlich einen Charakter, wodurch es leichter fällt, Verbindungen herzustellen. Verschiedene Reize kommen zusammen und ergeben unter dem Strich ein schärferes Bild.

Beispiel: Mitarbeiterunterweisung

Doch nicht nur für Schüler und Studenten ist dieser Effekte eine wichtige Erkenntnis. Auf der anderen Seite gibt es berufliche Situationen, in denen sich dieses Prinzip in Zukunft nutzen lässt. Die Mitarbeiterunterweisung ist etwa ein wichtiger Aspekt der Arbeit, der darauf abzielt, mit einer möglichst hohen Gesundheit und Sicherheit zu arbeiten. Die enorm wertvollen Informationen werden jedoch meist trocken präsentiert und lassen sich unter diesen Voraussetzungen schwer abspeichern.

Inzwischen bietet ein Unternehmen die Möglichkeit, die individuelle Unterweisung medial aufbereiten zu lassen. So kann ein Teil der Informationen etwa als animiertes Video präsentiert werden. An und für sich ist dies eine Möglichkeit, die Aufnahme auf Seiten der Mitarbeiter zu begünstigen und dadurch den langfristigen Effekt und Nutzen zu steigern. Weitere Informationen finden Sie unter www.unterweisung-plus.de.

Wissenschaftliche Belege gibt es

Lernen in Online-Kursen über das InternetNun ließe sich das leichte digitale Lernen leicht behaupten. Doch gibt es überhaupt Belege für eine solche Theorie? Solche Fragen untersuchen die beiden Psychologen William Maki und Ruth Maki. Beide arbeiten an der Texas Tech University und konzentrieren sich seit fünf Jahren auf dieses Thema. Zuletzt fanden sie heraus, dass ein signifikanter Anteil der Teilnehmer von Online-Kursen bessere Ergebnisse erzielen konnte, als andere Studenten, die einer klassischen Vorlesung folgten.

Sie waren viel eher dazu in der Lage, die behandelten Informationen abzuspeichern und sie zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen der Prüfung wieder zu Papier zu bringen.

Dieses Prinzip, welches an der Texas Tech University untersucht wurde, ist besonders für die kommenden Entwicklungen sehr interessant. Einige Unternehmen arbeiten bereits an großen Online-Universitäten. Diese könnten in Zukunft die alten Institutionen in Teilen ersetzen und ein ähnlich hohes Prestige erlangen. Die Studenten sollen dafür die gesamten Inhalte ihres Studiums digital aufnehmen. Die Erkenntnisse von William und Ruth Maki stellten unter Beweis, dass ein solches Vorhaben zumindest im Hinblick auf die menschliche Kognition gut in die Tat umzusetzen wäre.

Noch immer ist die Technik natürlich für die eine oder andere Grenze in diesem Modell verantwortlich. So ist die Betreuung der Studenten weniger eng gestrickt, als dies an einer klassischen Uni beobachtet werden kann. Auch die Interaktion mit den Professoren und Dozenten fällt im digitalen Raum schmaler aus. In Zukunft ließen sich einige dieser trennenden Aspekte jedoch verkleinern. So schielen manche Forscher bereits auf die Möglichkeiten, welche die Virtual Reality dafür in den kommenden Jahren bereitstellen soll. Unter dem Strich wird sich die Frage stellen, wie wir dazu in der Lage sind, auch vor dem Bildschirm zu lernen, als säßen wir in einem großen Hörsaal voller Studenten.

Digitales Lesen fällt weiterhin schwer

Beim Lesen ergibt sich derweil ein ganz anderes Bild. Viele Universitäten verfügen heute über Plattformen, die Texte in digitaler Form zur Verfügung stellen. So soll den Studenten der ständige Gang in die Bibliothek erspart werden. Auf den ersten Blick handelt es sich hier um ein sehr gewinnbringendes System. Schließlich lässt sich vor allem im laufenden Betrieb viel Zeit sparen. Auf der anderen Seite zeigen aktuelle Untersuchungen, dass die Studenten bei derlei Inhalten deutlich länger brauchen, um die Texte zu erfassen. Gleichsam bleibt in vielen Fällen ein kleinerer Teil der Information tatsächlich bei ihnen hängen.

In der Vergangenheit gingen selbst Experten davon aus, dass der Grund für diese Unterschiede bei der Erfassung des Texts zu suchen ist. Die digitalen Systeme boten zur damaligen Zeit noch nicht die Möglichkeit, Markierungen vorzunehmen und Notizen an den Rand zu schreiben. Inzwischen gibt es aber Apps auf dem Markt, die ihren Nutzern auch diese Option bieten. Doch noch immer ist ein deutlicher Unterschied im Hinblick auf die Geschwindigkeit des Lesens zu erkennen. Auch in Zukunft wird das Papier wohl deshalb eine wichtige Rolle bei unserem Lernen spielen und nicht eins zu eins zu ersetzen sein.

Ein Erfolgsmodell auf YouTube

Lernen mit Videos auf YoutubeLängst gibt es in diesen Tagen Plattformen, die sich den Erfolg des animierten Lernens zunutze machen. Dazu zählt zum Beispiel die Plattform YouTube. Sie wird sehr gerne zunächst mit einfach gestalteten Videos in Verbindung gebracht, bei denen der Fokus ganz klar auf die seichte Form der Unterhaltung gerichtet ist. Inzwischen gibt es auf YouTube jedoch auch andere Inhalte, denen eine große Bedeutung zukommt. Dazu zählen Erklärvideos, die von Experten erarbeitet wurden. Sie setzen sich das Ziel, einen komplexen Sachverhalt so einfach wie nur möglich an den Zuschauer zu vermitteln. In vielen Fällen werden komplexe schulische oder gesellschaftliche Punkte behandelt. Die Klickzahlen belegen auf der anderen Seite deutlich, dass ein Interesse an diesen Inhalten vorhanden ist und auch diese sehr gerne aufgenommen werden.

Setzen sich die neuen Erkenntnisse durch, so könnte zum Beispiel das schulische Lernen in Zukunft noch viel enger von den digitalen Angeboten begleitet werden. Schließlich steht damit doch die Chance in Verbindung, für zusätzlichen Lernstoff zu sorgen, der leichter konsumiert werden kann. Unternehmen werden ihrerseits die Chance suchen, um sich mit neuen Inhalten zu befassen. Sie haben die Möglichkeit, sich mit einem solchen Angebot an eine sehr breite Zielgruppe zu richten. Schließlich sind allerhand Schüler und Studenten daran interessiert, leichter zu lernen und dadurch einen laufenden Vorteil zu erzielen.

Das Fernsehen macht es vor

Abseits von all diesen Argumenten lassen sich noch weitere Faktoren ausmachen, welche für diese Form des Lernens sprechen. Vor allem das Beispiel des Fernsehens zeigt deutlich, wo diese Vorzüge begründet liegen. Für uns gibt es in der Regel eine sehr niedrige Hemmschwelle, uns vor den Fernseher zu setzen und dort diverse Inhalte zu konsumieren. Je nach Art der Sendung bietet sich dort für uns die Möglichkeit, neues Wissen aufzunehmen, an das wir uns später in einem ruhigen Moment noch leicht erinnern können.

Die Hemmschwelle, am Abend ein Buch in die Hand zu nehmen, liegt bei den meisten Menschen sehr viel höher. Animierte Inhalte könnten in Zukunft eine noch stärkere Brücke zwischen diesen beiden Welten herstellen, als wir sie in diesen Tagen schon beobachten können. Damit ist vor allem die Chance verbunden, ein großes Publikum zu einem leichten und einfachen Lernen zu überreden und es auf diese Art und Weise dauerhaft auf seinem Weg zu unterstützen.