Haftung bei Datenverlust in der Cloud


Das Speichern in so genannten Clouds, also auf Servern über das Internet hat sich in den vergangenen Jahren zu einem einträglichen Geschäft entwickelt. Sowohl Privatpersonen, als auch Unternehmen nutzen den kostengünstigen Service, den Unternehmen wie beispielsweise unicon-software.com anbieten. Kosten für eine eigene Speicherung werden gespart und die Daten sind immer griffbereit.

Aber was geschieht eigentlich, wenn Daten in der Cloud verloren gehen?

Wer haftet und wann nicht?

Cloud-Computing SicherheitDas ist ein Thema über das viele Nutzer gar nicht nachdenken. Dabei ist die Gefahr gar nicht unreal. Eine Cloud existiert nur virtuell, ist also Angriffen von Hackern, Schadprogrammen oder auch einfachen Fehlern ausgeliefert.

Gehen die Daten verloren, dann sind viele Privatpersonen und Unternehmen erst einmal der Meinung, dass der Betreiber des Cloud-Dienstes dazu verpflichtet ist, Schadensersatz zu leisten. So sollte es auch sein, aber viele Anbieter schützen sich dagegen, indem sie in ihrem AGB oder im Nutzungsvertrag darauf hinweisen, dass die Speicherung von Daten auf eigene Gefahr des Kunden verläuft. Damit wollen sie sich rechtlich absichern.

Aber das muss der Nutzer nicht klaglos hinnehmen. In Deutschland ist auch über die AGB eine vollständige Befreiung von der Verantwortung nicht möglich. Sollte der Cloud-Betreiber grob fahrlässig oder gar selbstschuldnerisch (also mit Vorsatz) gehandelt haben, dann kann er von einem Gericht zum Schadensersatz verklagt werden. Nur ist es schwer, dies auch zu beweisen. Nur wenn mehrere Nutzer sich zusammenschließen oder die Bundesnetzagentur den Verdacht hat, dass nicht alles mit rechten Dingen lief, kann ein solcher Beweis erbracht werden.

Eine zweite Möglichkeit haben Nutzer, die den Cloud-Dienst als Verbraucher nutzen, also meist Privatpersonen. Sie können den Verbraucherrechtsschutz ihres Heimatlandes in Anspruch nehmen. Die hier geltenden Regeln haben Vorrang vor den AGB. Wie dann die Schuldfrage und der Schadensersatz aussehen, das müssen Betroffene selbst in Erfahrung bringen. In Deutschland wendet man sich in diesem Falle an den Verbraucherschutz.

Es gilt das Länderrecht

So weit, so klar! Aber viele Anbieter sitzen gar nicht in Deutschland. Wenn ein Cloud-Betreiber seinen Sitz in den USA hat, dann kann er auch nur nach dortigem Recht und von einem amerikanischen Gericht verklagt werden. Der Grundsatz: Der Gerichtsstand befindet sich beim Sitz des Unternehmens. Dieses Gesetz gilt bei fast allen Verträgen, besonders bei denen, die international abgeschlossen wurden.

Bei den meisten Nutzern lohnt sich der Aufwand nicht, der mit einer Klage in einem anderen Land verbunden ist. Und damit sind die Cloud-Betreiber fein raus, wie man umgangssprachlich sagen würde. Die einzige Hoffnung wären Sammelklagen von Betroffenen aus mehreren Ländern. Dann greifen auch die amerikanischen Gerichte sehr hart durch und können im schlimmsten Falle den Betreiber auch sperren lassen.

Aber: Bevor man einen internationalen Zwischenfall auslöst, sollte man lieber von allen wichtigen Daten ein Backup machen und dieses gesichert aufbewahren. Es mag mehr Aufwand sein, bietet aber immer noch die größte Sicherheit.

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