Wie man künftig einfacher seine Mails verschlüsseln kann


Spätestens seit der NSA-Affäre und den Enthüllungen von Edward Snowden wissen wir: Unsere Mails werden nicht nur staatlich im Rahmen des Telekommunikationsgesetzes überwacht, sondern auch der amerikanische Geheimdienst kann 75% aller Mails mitlesen.

Mit der vom Informatiker Phil Zimmermann entwickelten Software „Pretty Good Privacy“ und der S/MIME-Technik gibt es probate Mittel gegen Datenschnüffelei – diese werden allerdings bislang noch zu selten genutzt. Deshalb versuchen sowohl Telekommunikationsanbieter als auch Mailprovider, das Vorgehen zu vereinfachen.

Geringe technische Vorbildung erschwert Nutzung von Verschlüsselungsmaßnahmen

Emails sicher verschlüsseln

Obwohl Mails in vielen Bereichen den konventionellen Papier-Brief abgelöst haben und Eurostat zufolge 81 Prozent der Menschen in Deutschland E-Mails nutzen, kennt sich ein großer Teil der Bevölkerung nicht mit der dahinterstehenden Technik aus. Über 80 Prozent nutzen privat kostenlose E-Mail-Adressen von Providern und verlassen sich auf deren Sicherheitsmaßnahmen. Mehr als die Hälfte aller Internetnutzer verwendet Accounts bei GMX und Web.de.

Diese beiden Anbieter haben deswegen bereits im August die Möglichkeit eingerichtet, Mails per PGP zu verschlüsseln und darüber hinaus verkündet, den Mailverkehr zwischen Servern über die sogenannte DANE-Technik absichern zu wollen. Dadurch soll sichergestellt werden, dass bei einem GMX-Login möglichst keine Daten ausgespäht werden können.

Wissenswertes zu den sicheren Verschlüsselungsmethoden

Die besten Wege, Mails sicher zu verschlüsseln, sind die Verwendung des Programms PGP oder die Nutzung des Verschlüsselungsstandards S/MIME. Beide Verfahren sind nicht miteinander kompatibel, weswegen man sich zwischen ihnen entscheiden muss. Da der Erwerb eines S/MIME-Zertifikats mit Kosten verbunden ist und man von einer zentralen Zertifizierungsstelle als vertrauenswürdig eingestuft werden muss, eignet sich für die private Verwendung das benutzerfreundlichere, in Mailtools integrierbare PGP besser.

Bei Unternehmen, die nur mit wenigen Partnern verschlüsselt kommunizieren wollen, gilt S/MIME heutzutage dagegen als Standard. Zum Verschlüsseln einer PGP-gesicherten Mail benötigt man im Rahmen des Public-Key-Verfahrens neben seinem eigenen geheimen und passwortgeschützten Schlüssel jeweils den öffentlichen Schlüssel des Kommunikationspartners.

Da von beiden Seiten Schlüssel nötig sind, ist es möglich, seinen öffentlichen Schlüssel auf sogenannte Schlüsselserver hochzuladen.

Sicherheit und Risiken im Internet

Wie man mit PGP verschlüsselt

Für die Verschlüsselung mit PGP muss zunächst eine Browser-Erweiterung, wie Mailvelope, heruntergeladen werden. Darin können die benötigten Schlüssel erstellt und importiert werden. Mithilfe dieser Browser-Erweiterung ist es zudem möglich, Kontakte zum Schlüsseltausch einzuladen und deren Schlüssel zu importieren.

Auch Telekommunikationsanbieter ergreifen Maßnahmen

Im kommenden Jahr eröffnet sich zudem eine weitere Option, um seine Mails zu verschlüsseln. Die Telekom kooperiert mit dem Fraunhofer Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) und will bis April 2016 mit der sogenannten „Volksverschlüsselung“ eine kostenlose Ende-zu-Ende-Verschlüsselung anbieten. Durch all diese Veränderungen wird es künftig einfacher, seine sensiblen Daten besser vor den Augen Dritter zu schützen.Wie man künftig einfacher seine Mails verschlüsseln kann

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