Prisma – Kunstwerke auf Knopfdruck?

Viele Foto-Apps versprechen, dass sie per Knopfdruck aus jedem Schnappschuss ein Kunstwerk zaubern, doch nur wenige können dieses Versprechen auch halten. Denn meistens zeigt sich: Die Apps sind entweder umständlich, langsam oder bieten nur langweilige Ergebnisse, in denen Standardfilter über Handyschnappschüsse gestülpt werden.

Etwas anders ist es bei der App „Prisma – art filters and photo effects„. Dabei lassen sich die eigenen Bilder in den Stilen berühmter Maler gestalten. So erstrahlen Schnappschüssen in den Farben von Munch, werden im impressionistischen Stil von Kandinsky umgestaltet oder verwandeln sich in Gemälde im Stil von Van Gogh.

Prisma filtert die Bilder allerdings nicht, sondern malt sie über eine selbstentwickelte Fotosoftware komplett neu. Die Idee ist zwar nicht neu, wurde allerdings im Vergleich zu vielen Konkurrenz-Apps deutlich verbessert. Wie das genau aussehen kann, verdeutlicht eine Fotostrecke von Spiegel Online oder das folgende Video.

Fast werbefrei

Die App ist dabei erfrischend werbefrei und verzichtet bis auf einige wenige Markeneinblendungen vollständig auf Werbebanner. So ist es beispielsweise in der Bearbeitungsphase üblich, dass Markenlogos auf dem Bild eingeblendet werden, diese verschwinden allerdings nach der Bearbeitung wieder. Einziges Manko: Die App lässt die Bilder online bearbeiten, wodurch für jedes Bild ca. 170 Kilobyte Datenvolumen verbraucht werden. Probiert man alle 21 möglichen Filter durch, kommen dadurch knapp 3,5 Megabyte zusammen. Je nach Verbindungsgeschwindigkeit braucht die App für jede Umgestaltung mehrere Sekunden Bearbeitungszeit.

Bearbeitet – und dann?

Nach der Bearbeitung können Bilder bei Prisma per Knopfdruck in Soziale Medien wie Facebook, Twitter, Flickr oder Instagram geladen und somit Freunden zugänglich gemacht werden. Alternativ können Bilder auch lokal auf das Smartphone geladen und für eine spätere Nutzung gespeichert werden. Diese Funktion richtet sich vor allem an Hobbyfotografen, die ihre eigenen Kreationen bei Online-Dienstleistern wie CEWE entwickeln lassen möchten. Auf diese Weise können besonders gelungene Prisma-Kreationen anschließend für Kalender oder Wandbilder genutzt werden.

Eine Frage der Privatsphäre

Einziger Kritikpunkt an Prisma ist der Datenschutz. Bilder, die über die Software bearbeitet werden, werden zunächst auf den Server des russischen Unternehmens geladen und dort gespeichert. Dadurch gelten weder deutsche noch europäische Standards hinsichtlich Datenschutz und Privatsphäre, sodass eine Weitergabe von Daten und Bildern nicht ausgeschlossen werden kann. Eine lokale Speicherung ist erst möglich, nachdem das Bild auf dem Server bearbeitet wurde und erfolgt auch dann nur als Download vom Server. Private Bilder sollten daher nach Möglichkeit nicht in der App bearbeitet werden.

Bildrechte: Flickr Samsung Galaxy K Zoom Kārlis Dambrāns CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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