Smartphone Wasserschaden – was tun?

Es ist eine Schmach, wenn das Smartphone ins Wasser fällt. Die vielen Dateien, Bilder, Videos, das Adressbuch – in genau einem solchen Moment wird jedem klar, wie wichtig das eigene Smartphone eigentlich ist. Reflexartig ziehen Betroffene das Smartphone schnellstmöglich aus dem Wasser und wollen schauen, ob es noch geht. Das führt jedoch nur zu weiterem Schaden. Richtig reagieren bei einem Smartphone Wasserschaden – wir zeigen, wie!

Ashampoo PDF Pro 2

Das Smartphone ist ins Wasser gefallen: Schnelles Handeln ist angesagt

Smartphone Wasserschaden z.B. beim iPhone 6

Wir steigen thematisch dort ein, wo die meisten noch alles richtig machen: Das Smartphone wurde gerade aus dem Wasser gezogen. Ist es noch an? Wenn ja gilt, es schnellstmöglich auszuschalten. Wer es sich zutraut, sollte daraufhin den Akku entfernen. Bei den meisten Handys benötigt man dafür allerdings Spezialwerkzeug. Wer das nicht hat, muss zum Fachmann.

Zur Beruhigung sei gesagt, dass die meisten modernen Handys über Sensoren verfügen, die für eine sofortige Abschaltung bei Wasserkontakt sorgen. Das Smartphone ist also nicht gleich kaputt, wenn es beim Wasserkontakt von selbst ausgegangen ist. Es besteht noch Hoffnung!

Diese Handlungen verschlimmern die Situation

Betroffene können es gut meinen, aber dennoch viel falsch machen, wenn es um die Behandlung des Smartphones bei einem Wasserschaden geht. Auf keinen Fall sollte das Handy direkt oder vor Ende der nun folgenden Behandlungsmöglichkeiten wieder eingeschaltet werden, etwa um es zu testen.

Im Übrigen passiert dies vielen auch durch Zufall z.B. beim Versuch, das Gehäuse zu öffnen. Auch sollte Abstand von Vorschlägen wie „in Salz einlegen“ oder „auf die Heizung legen“ genommen werden.

Trotz dass solche Hausmittel den Schaden nur verschlimmern, gibt es Methoden für die Smartphone-Rettung, die jeder Nutzer zu Hause durchführen kann.

Sofortmaßnahmen bei Handy-Wasserschaden für Zuhause

Als Smartphone-Nutzer ist es unter Umständen möglich, selbst für die Wiederherstellung der Funktionalität des Smartphones nach einem Wasserschaden zu sorgen. Es gibt hier verschiedene Mittel und Wege, wobei das übergeordnete Ziel stets die vollständige Trocknung ist.

Das ist schwerer als gedacht: Ein Smartphone besteht nicht nur aus mehreren Teilen, die man schließlich noch auseinanderbauen könnte. Vielmehr sind unzählige Sensoren und Chips auf den Platinen verlötet, die wiederum mikroskopisch kleine Nischen und Lücken mitbringen, in denen sich Wasser sehr lange halten kann. Noch schlimmer: Es führt langfristig zu Korrosion, insbesondere im Verbund mit elektrischen Strömen.

Das Mindeste für eine erfolgreiche Trocknung ist das Einlegen des gesamten Smartphones in Reis oder trockenes Silica-Gel (die kleinen Päckchen mit kleinen Kugeln, die oft bei Elektronikgeräten in der Verpackung sind) sowie die Erwärmung auf nicht mehr als 40°C. Ein Dörrapparat ist in diesem Sinne ideal für die Trocknung geeignet.

Wichtig! Laut Experten für Handyreparatur Herrn Hartmann von Funmedia sollten diese Maßnahmen nur in den ersten 2 Stunden nach dem Wasserschaden angewendet werden. Ziel ist es mit diesen Maßnahmen ausschließlich die grobe Feuchtigkeit zu entfernen und das Handy nicht komplett „trockenzulegen“ – dies kann nämlich zu weiteren Schäden durch Korrosion führen.

Professionelle Behandlung bei Smartphone Wasserschaden

Wer die Wahrscheinlichkeit für eine korrekte Funktion des wassergeschädigten Smartphones maximieren möchte, bringt das Gerät zum Profi. Dieser zerlegt es in seine einzelnen Module und trocknet diese kurz. Im Anschluss daran werden sie in ein Ultraschallbad mit Elektronikreiniger gelegt.

Dadurch werden die Platinen von evtl. korrosiver Verschmutzung befreit. Ein anschließendes Bad in Isopropanol löst das verbleibende Wasser, selbst in feinen Ritzen. Da Isopropanol viel leichter verdunstet als Wasser, ist die anschließende Trocknung kein Problem. Das Display, die Kamera und ggf. der Akku müssen bei Defekt eventuell getauscht werden.

Hinsichtlich des Austauschs einzelner Module hat der Profi ebenso Möglichkeiten wie bezüglich der Reparatur von Bauelementen auf einer Platine. Tatsächlich ist es auch in Zeiten der Miniaturisierung möglich, mit Spezialwerkzeug wie Heißluft, Feinlötkolben, Flussmittel uvm. die kleinen SMD-Bauteile einer Platine einzeln auszutauschen: Das Stichwort hier ist Microsoldering:

SMD-Platinen dank Microsoldering reparieren

Beim Microsoldering werden einzelne auf der Platine verlötete (engl. „solder“) Bauteile ersetzt, insofern sie defekt sind. Der Namenszusatz „micro“ leitet sich daraus ab, dass jene Bauteile extrem klein sind: Selbst die großen Chips messen nur wenige Millimeter. Die Lötpunkte haben mitunter einen Durchmesser von der Größe eines Zehntel Millimeters.

Entsprechend vorsichtig gilt es, bei der Freilegung und der Entnahme des Bauteils mittels Heißluft zu arbeiten. Mit Lötlitze und Feinlötkolben werden die Kontakte gereinigt, damit das neue Bauteil wieder aufgelegt und verlötet werden kann.

Natürlich muss für den Erfolg dieser ganzen Prozedur feststehen, welches Bauteil defekt ist. Mit steigendem Aufwand erhöhen sich allerdings auch die Kosten für die Reparatur.

Prävention bei Handy Wasserschäden

Wasserschäden treten fast immer ohne Vorsehung auf und sind das Resultat eines Missgeschicks. So etwas lässt sich in Zukunft leider kaum verhindern. Dennoch gibt es Möglichkeiten, einem Wasserschaden präventiv zu begegnen: Ideal sind zum Beispiel wasserdichte Smartphones oder die Verwendung wasserdichter Hüllen in Umgebungen mit hohem Gefahrenpotential, z.B. bei Outdoor-Aktivitäten im Regen oder am See.

Auf diese Weise ist ein Wasserschaden bei Wasserkontakt sehr unwahrscheinlich. Leider sind nur wenige Smartphones wirklich wasserdicht. Die Hüllen wiederum verringern den praktischen Nutzen bzw. erschweren die Handhabung. Aber selbst, wenn das Smartphone nicht wasserdicht ist oder über eine wasserfeste Hülle verfügt, können Smartphone Nutzer sich gegen einen Wasserschaden absichern.

Für viele ist nicht etwa das Smartphone das Problem – es sind wie eingangs erwähnt die persönlichen Daten darauf. Wären diese nicht in unmittelbarer Gefahr, wäre der Stressfaktor bei einem Wasserschaden geringer. Daher ist es ratsam, diese regelmäßig zu sichern oder Cloud-Dienste zu nutzen.

Viele Smartphones bieten native Cloud-Dienste der jeweiligen Hersteller an. Sie können bei Bedarf aber auch andere installieren. Beispiele sind OneDrive, GoogleCloud, OwnCloud und viele weitere. Wer Datenschutzbedenken hat, nutzt entweder eine eigene Cloud oder sichert die Daten regelmäßig manuell über den Computer.