BIM-Software: Was sie kann und wie Sie die Beste finden

Kommunikation ist heute ein wesentlicher Faktor für effizient laufende Betriebe. Auch die Kommunikation zwischen Bauunternehmen, Architekten, Ingenieuren und anderen an einem Projekt beteiligten Personen ist da keine Ausnahme. Leider kommt es dabei immer wieder zu Problemen, beispielsweise gehen Informationen verloren oder in Messungen schleichen sich Zahlendreher ein.

Das kann unbemerkt zu Baufehlern führen, die später mühsam wieder korrigiert werden müssen. Um die Fehlerquote möglichst zu minimieren, müssen also spezielle Tools und Konzepte her.

Computer-aided-Design (CAD) kam bereits in den 1950er Jahren mit ersten 3D Modellen zur Hilfe. Rund 20 Jahre darauf folgte das erste BIM-Konzept. “BIM” ist hierbei die Abkürzung für “Building Information Modelling”. „Building“ bezieht sich hierbei nicht auf den Bau eines Gebäudes, sondern auf den Aufbau aller erforderlichen Infrastrukturen. „Information“ meint die Sammlung und Darstellung aller Informationen von allen Beteiligten. „Modelling“ bezieht sich auf den Entwurf des eigentlichen Modells. Dieses Zusammenwirken ist flexibel und verbessert gleichzeitig die Genauigkeit und Planungsarbeit.

Um die Kommunikation zwischen allen an einem Bauprojekt beteiligten Akteuren zu erleichtern, wurde die BIM-Software entwickelt. Konkret dient das Tool nicht nur der 3D-Modellierung des Bauvorhabens, sondern unterstützt auch bei der Planung, Zusammenarbeit und Vernetzung sowie letztlich bei der Durchführung des Projekts.

Funktionen von BIM-Software im Überblick

BIM-Software

3D-Modellierung an sich ist keine revolutionäre Technologie mehr, doch BIM-Software ist weit mehr als das. Sie kombiniert die Modellierung mit vielen weiteren Zahlen und Daten, beispielsweise Wartungsdaten, Termine oder Kostenfaktoren. Vor allem bei Großprojekten fungiert BIM-Software damit als wichtige Sammelstelle für sämtliche Informationen rund um den Bau. Auch Fehler in der Planung fallen dadurch auf, noch bevor mit einer womöglich fehlerhaften Ausführung von Arbeiten begonnen wurde.

Das schlagende Argument für die BIM-Software ist der Umstand, dass sie die Zusammenarbeit deutlich vereinfacht. Ohne viel Aufwand haben alle Beteiligten Zugriff auf das Projekt und Modell sowie sämtliche Daten dazu.

Es gibt keine Zettelwirtschaft mehr und kein Hin- und Herschicken von Informationen, wobei es naturgemäß immer zu diversen Verlusten kommt. Auch Änderungen müssen nicht manuell kommuniziert werden (z.B. Änderungen an Wasserleitungen, Türen oder Fenstern), sondern sind für alle Personen mit Zugriff sofort ersichtlich. Missverständnisse und Versäumnisse werden dabei fast auf Null reduziert.

Die richtige BIM-Software auswählen

Mit der steigenden Beliebtheit von BIM-Software einher geht auch, dass immer mehr Softwareanbieter entsprechende Tools auf den Markt bringen. Wie bei allen Dingen gibt es auch hier große Unterschiede in Qualität, Ausführung und Preis.

Welche Software Ihren Bedürfnissen gerecht wird, ist höchst individuell. Im Zweifelsfall ist es ratsam, klein zu beginnen und ggf. ein Upgrade durchzuführen, denn grundsätzlich ist BMI-Software skalierbar. Sie lässt sich in verschiedene Stufen unterteilen:

  • Stufe 0: Diese Stufe ist auf digitale Planungsunterlagen und Zeichnungen beschränkt. Es kann ein individuelles 3D-Modell erstellt werden, es gibt aber keine Zusammenarbeitsmöglichkeiten.
  • Stufe 1: Auf dieser Stufe sind die Planungsfunktionen bereits ausgereifter, doch noch immer sind die Kommunikationsmöglichkeiten sehr begrenzt.
  • Stufe 2: Diese Stufe ist bereits sehr beliebt, denn allein dank der Nutzung einheitlicher Dateiformate kann viel Zeit und Geld gespart werden. Leider ist auch hier noch kein externer Zugriff möglich.
  • Stufe 3: Dies ist die Stufe, aber der alle Beteiligten Zugriff auf haben. Das Modell liegt in 3D vor. Etwaige können durch die Zugriffsmöglichkeiten besser kommuniziert werden, alle Beteiligten werden informiert, sollten Anpassungen vorgenommen werden.
  • Stufe 4: Diese Stufe gilt als Ergänzung von Stufe 3, die Dimension “Zeit” kam hinzu. Es lassen sich neben Zeitplänen auch Gantt-Diagramme erstellen. Diese Variante ist derzeit noch recht teuer, steigert allerdings auch die Kosteneffizienz des gesamten Bauprojekts (z.B. da durch den Termin, wann der Rohbau steht, Fenster pünktlich eingebaut werden können).
  • Stufe 5: Diese bislang höchste Stufe befindet sich noch in der Entwicklungsphase, Stufe 4 soll um die Kostendimension erweitert werden.

Zusammenfassung

Moderne Bauprojekte werden heutzutage mit BIM-Software unterstützt. Mit dem Voranschreiten der Entwicklung dieser Technologie wurden auch ihre Vorteile immer deutlicher. Vor allem die Kommunikationsmöglichkeiten und die Einbeziehung externer Daten sorgen für eine niedrigere Fehleranfälligkeit bei gleichzeitiger Reduzierung drohender Verschwendung von Baumitteln.

Das gesamte Projekt profitiert von einem besseren und nachhaltigen Ablauf – und das gilt nicht nur beim Bau von Häusern, sondern auch für Straßen, Züge, Minen und viele weitere.

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