Wie halten Entwickler ihre Spiele für Gamer interessant?

Videospiele fesseln Millionen von Menschen weltweit jeden Tag für Stunden an den Bildschirm – ob am Smartphone, an der heimischen Spielkonsole oder am PC. Gerade in umfangreiche Spiele wie World of Warcraft, The Elder Scrolls oder Grand Theft Auto stecken die Spieler eine große Menge ihrer Zeit. Aber was bringt einen eigentlich dazu, lieber weiter zu spielen, als einer anderen Freizeitbeschäftigung nachzugehen?

Welche Mechanismen sorgen dafür, dass Games den Spieler motivieren, anstatt schnell langweilig zu werden? Tatsächlich haben die Entwickler hier einige Tricks in Petto.

Grinding macht Spaß?

Grinding in Games

Einer der Mechanismen, die Spiele frisch halten, ist genau so heiß diskutiert wie oft gesehen: Das Grinding. Grinding bezeichnet das wiederholte Durchführen von Aufgaben, um den eigenen Charakter aufzuleveln und dadurch seine Statuswerte zu steigern. MMO Spiele wie World of Warcraft sind hierfür ganz besonders bekannt: Gerade wenn man im Endgame noch bessere Stats erreichen will, muss man manchmal stundenlang dieselben Raids und Quests wiederholen, um genug Materialien für das neue Item zu sammeln. Auch japanische Rollenspiele wie Dragon Quest und Final Fantasy nutzen die Mechanik ausgiebig: Hier steht die eigene Party plötzlich einem Endgegner gegenüber, der 20 Stufen höher ist als man selbst. Einzige Lösung: Standardkämpfe bestreiten, bis man ausreichend Erfahrung gesammelt hat, um den Boss zu besiegen.

Kritik und Lob

Dies wird von Spielern oft kritisiert, tatsächlich lockt Grinding die Gamer aber in Scharen vor die Bildschirme. Repetitive Arbeiten auszuführen, um am Ende belohnt zu werden, gehört nämlich schon seit Urzeiten zur menschlichen Existenz dazu. Der Mensch ist ein Arbeitstier und kann Belohnungen (auch virtuelle) nur dann richtig wertschätzen, wenn er dafür Zeit und Energie investieren musste – viel schlimmer als ein hoher Schwierigkeitsgrad ist es nämlich, wenn einem während dem Spielen alles in den Schoß fällt und man sich dafür nicht anstrengen muss.

Wichtig ist aber immer die richtige Balance: Wenn ein Spiel zu sehr in den immer-gleichen Trott abdriftet, dann wird es auch dem größten Hardcore-Gamer irgendwann zu viel. Inzwischen sind die Entwickler aber sehr gut darin geworden, genau diese Balance zu finden – und das sogar angepasst an die jeweiligen geographischen Regionen: In Japan zum Beispiel werden repetitive Aufgaben allgemein wohlwollender betrachtet als im Westen.

Ganz besonders trifft dies auf Multiplayer-Spiele zu: Der Erfolg von Serien wie Monster Hunter zum Beispiel kommt zum großen Teil von der sozialen Komponente. Aber auch andere Games setzen auf das Prinzip. Entwickler Plarium zum Beispiel hat eine ganze Reihe an Strategie- und Multiplayer Titeln für Smartphones und Browser veröffentlicht, die dem Spieler das Grinden so angenehm wie möglich machen sollen. Ebenso erfolgreich sind hier Square Enix aus Japan und CD Projekt Red, die Entwickler hinter der The Witcher Reihe.

Fazit

Entwickler verwenden eine Vielzahl von Methoden, um die Gamer vor die Bildschirme zu fesseln und auch nach längerer Zeit keine Langeweile aufkommen zu lassen. Eine davon ist Grinding, welche – richtig eingesetzt – die Motivation zum Weiterspielen ganz erheblich erhöhen kann. Dieses Prinzip findet nicht nur in traditionellen Rollenspielen Einsatz, sondern auch bei Multiplayer Games. Denn gemeinsames Spielen erhöht den Spaß am Leveln ungemein. Das sorgt nicht nur für bessere Absatzzahlen der Spiele, sondern auch dafür, dass die Spieler noch begeisterter von ihrem Hobby sind. Letztlich profitieren also alle davon. Und genau so sollte es ja auch sein.

Hat Dir der Artikel geholfen? Dann teile ihn mit anderen!

Stand: 11.12.2018 um 10:37 Uhr, * = Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API