SEO-Sichtbarkeit: Was heißt das – und wie aussagekräftig ist sie?

Suchmaschinenoptimierung gehört inzwischen zum kleinen Einmaleins des Online-Marketings – aber wie erfolgreich die SEO wirklich abläuft, verrät der Sichtbarkeitsindex. Was genau sich hinter diesem Begriff verbirgt und wie aussagekräftig der Wert ist, zeigt der folgende Artikel.

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Was ist die SEO-Sichtbarkeit?

Was ist die SEO-Sichtbarkeit

Bei der SEO-Sichtbarkeit oder auch dem Sichtbarkeitsindex geht es um eine Methode, die dazu dient, die Position der Webseite (in Bezug auf ein bestimmtes Keyword) und deren Wert abzubilden. Die Faustregel lautet: Je höher der ausgegebene Wert, desto besser steht es um die SEO-Sichtbarkeit der Webseite. Der Markt bietet verschiedene SEO-Tools an, die diesen Wert darstellen (wie etwa Xovi und SISTRIX).

Dies stellt allerdings auch eine Herausforderung dar, denn die unterschiedlichen Tools verwenden für die Berechnung der SEO-Sichtbarkeit leider auch unterschiedliche Berechnungsgrundlagen. Einen einzigen, global vergleichbaren Wert gibt es also nicht. Daher ist es generell Sinnvoll eine eigene Sichtbarkeit zu berechnen bzw. die verschiedenen Tools miteinander zu vergleichen.

Mit einer höheren SEO-Sichtbarkeit steigt am Ende die Wahrscheinlichkeit, dass eine bestimmte Webseite Besucher über Suchanfragen bei Google bekommt. Der Wert kann(!) also ein Indikator für eine gute Suchmaschinenoptimierung sein.

Wie funktioniert die Berechnung im Detail?

Einige der elementarsten Punkte sind bei allen SEO-Tools identisch. Um die Berechnung der SEO-Sichtbarkeit durchzuführen, werden in der Regel zunächst zwei Schritte unternommen:

1. Das SEO-Tool nimmt sich einen umfangreichen (auf die jeweilige Branche abgestimmten) Keyword-Pool (im Bereich von mehreren hunderttausend Begriffen) vor und ermittelt dann die 100 Keywords mit dem derzeit höchsten Ranking. Dabei wird auch länderspezifisch gearbeitet, außerdem stellen 10 % der Keywords aktuelle Ereignisse dar (wie vielleicht Sport-Events) und 90 % setzen sich aus „zeitlosen“ Begriffen zusammen. So sammelt SISTRIX beispielsweise jede Woche etwa 25 Millionen einzelne Daten.

2. Weiter geht es bei der SEO-Sichtbarkeit mit zwei Werten, die einerseits bestimmen, mit wie viel Traffic Webseitenbetreiber aufgrund der Position des Keywords zu rechnen hat und andererseits, wie viel Traffic durch das Keyword selbst entsteht.

Werden diese Werte (und weitere Eigenschaften, die sich aber von Tool zu Tool unterscheiden) miteinander verglichen, entsteht am Ende ein Wert – die SEO-Sichtbarkeit. Aufgrund der genannten Probleme in Bezug auf die Vergleichbarkeit zwischen unterschiedlichen SEO-Tools ist es niemals ratsam und auch praktisch nutzlos, die Werte Tool-übergreifend zu vergleichen.

Unter Umständen ist der Wert nicht gänzlich aktuell. Viele Tools aktualisieren die Datengrundlagen „nur“ einmal pro Woche. Die besten Resultate im Sinne der Aktualität liegen also immer dann vor, wenn die Sichtbarkeit genau nach einem solchen Update berechnet wird.

Die Aussagekraft: Wie wichtig ist die SEO-Sichtbarkeit?

Wie wichtig ist die SEO-Sichtbarkeit für die Suchmaschinenoptimierung

Aufgrund der genannten Eigenschaften der Sichtbarkeitsberechnung ist es nicht unvernünftig, anzunehmen, dass eine gute Sichtbarkeit auch Rückschlüsse auf eine gute Suchmaschinenoptimierung zulässt. Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit, da der Sichtbarkeitsindex stets nur eine von diversen Metriken ist, um SEO-Maßnahmen endgültig als gelungen (oder nicht) zu bezeichnen. Folgende Probleme können unter anderem auftreten:

  1. Der Anstieg eines Keywords im Ranking bedeutet nicht zwangsläufig, dass auch frischer (organischer!) Traffic zur Webseite weitergeleitet wird.
  2. Der Sichtbarkeitsindex einer Webseite könnte steigen, aber dennoch kann der Traffic sinken, da beides nicht zwingend miteinander gekoppelt ist.
  3. Die unter anderem für Onlineshops wichtigen Conversion-Raten sind ebenfalls nicht eindeutig dem Sichtbarkeitsindex zuzuordnen.

Mit anderen Worten: Zwar hat die SEO-Sichtbarkeit einen gewissen Anteil daran, die Wirksamkeit einer Optimierung erkennbar zu machen – aber als ausschließlich genutztes Werkzeug ist der Sichtbarkeitsindex weniger sinnvoll.

Ein anderes Problem bekommen (oftmals auch privat geführte) Webseiten, die sich nur einem sehr speziellen Thema widmen. Die oben genannten Sammlungen aus sehr großen Keyword-Massen treffen auf Seiten, die sich einer bestimmten Nische zuwenden, seltener zu. Unter Umständen kann es also passieren, dass das Tool diese Seite nicht berücksichtigt, weil einfach nicht genügend Keywords vorhanden sind – obwohl in genau dieser Nische diese Webseite vielleicht der richtige Anlaufpunkt ist. Diese kleinen Webseiten könnten also langfristig niemals eine gute SEO-Sichtbarkeit erwerben, obwohl der dort zu findende Content über jeden Zweifel erhaben ist

Wann ist der Sichtbarkeitsindex sinnvoll?

Dennoch bringt die SEO-Sichtbarkeit viele positive Merkmale mit. Beispielsweise können Webseitenbetreiber eine langfristige Analyse vornehmen und über jenen Verlauf herausfinden, ob die Webseite zu einem bestimmten Zeitpunkt von Google mit einer Strafe belegt wurde oder nicht (oder es noch immer ist). Falls dies der Fall ist, wäre eine Analyse der Gründe für diese Google Penalty denkbar (und damit hoffentlich die Vermeidung jener Strafe in der Zukunft).

Häufig veröffentlicht Google außerdem Updates, deren Auswirkungen sich jedoch nicht immer sofort beobachten lassen. SEO-Tools lassen auch hier Rückschlüsse zu: Nach einem Update sackt der Traffic plötzlich stark ab oder steigt an. Dann gibt es hier genügend Gründe, sich die technischen Feinheiten des Updates genauer anzusehen. Am Ende spielt die SEO-Sichtbarkeit also sehr wohl eine große Rolle bei der Suchmaschinenoptimierung – sofern sie in Relation zu Traffic, Absprungraten, Verweildauer und ähnlichen Performance-Indikatoren gesetzt wird.

Fazit

Wie so viele Indikatoren ist auch die SEO-Sichtbarkeit für sich allein genommen nur ansatzweise ausreichend, um die Wirksamkeit einer Suchmaschinenoptimierung zu belegen (oder zu widerlegen). Dennoch: Mit passenden SEO-Tools wie etwa der Performance Suite der Online Solutions Group (OSG) stellt dieser Index eine hervorragende Möglichkeit dar, im Verbund mit anderen Indikatoren verlässliche Informationen zu erhalten – die versierte Webseitenbetreiber dann gewinnbringend einsetzen können.