Multi-GPU 2026: Macht eine zweite Grafikkarte heute noch Sinn für dich?

Erinnerst du dich noch an die Zeit, als ein High-End-PC erst dann richtig cool aussah, wenn zwei fette Grafikkarten per Brücke im Gehäuse verbunden waren? Früher galt das Thema Multi-GPU als der heilige Gral für jeden Gamer, der das Maximum aus seinen FPS herausholen wollte. Doch während wir im Jahr 2026 angekommen sind, hat sich die Welt der Hardware drastisch gewandelt.

In diesem Artikel schauen wir uns gemeinsam an, warum das klassische Setup aus zwei Karten fast ausgestorben ist, aber in manchen Nischen ein überraschendes Comeback feiert.

Egal, ob du ein Hardcore-Zocker bist oder dich für KI und Video-Editing interessierst: Wir klären, ob sich die Investition in ein Multi-GPU-System für dich heute noch lohnt oder ob du dein Geld lieber anderweitig investieren solltest. Schnapp dir einen Kaffee, wir steigen tief in die Materie ein!

Der Tod von SLI und Crossfire: Warum Gaming heute anders funktioniert

Zwei Grafikkarten im Multi-GPU-Setup als Beispiel für klassische SLI-Konfigurationen
Multi-GPU im klassischen SLI-Setup – früher beliebt, heute im Gaming praktisch bedeutungslos.

Lange Zeit waren NVIDIA SLI und AMD Crossfire die Begriffe, die Gaming-Träume wahr werden ließen. Du hast einfach zwei Mittelklasse-Karten gekauft und hattest (theoretisch) die Leistung eines Flaggschiffs. Doch diese Zeiten sind vorbei.

Die Spieleentwickler haben den Support für diese Techniken fast vollständig eingestellt. Moderne Grafik-Engines wie die Unreal Engine 5 setzen auf Techniken, die mit der zeitversetzten Berechnung von Bildern durch zwei verschiedene Karten kaum noch klarkommen. Das Ergebnis früherer Multi-GPU-Versuche war oft frustrierend: Mikroruckler und Bildfehler waren an der Tagesordnung.

Heute ist die Architektur einer einzelnen GPU so effizient, dass die Synchronisation zwischen zwei Karten mehr Rechenpower fressen würde, als sie am Ende an Performance-Gewinn liefert.

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Die Renaissance der Multi-GPU-Systeme im Bereich KI

Auch wenn Gamer den Kopf schütteln, gibt es eine Gruppe, für die das Thema Multi-GPU im Jahr 2026 wichtiger ist denn je: Die KI-Enthusiasten. Wenn du lokale Sprachmodelle (LLMs) wie Llama oder Bildgeneratoren wie Stable Diffusion nutzt, zählt für dich vor allem eins: Videospeicher (VRAM).

Bei KI-Anwendungen ist es oft möglich, den Speicher mehrerer Grafikkarten zu kombinieren. Während ein Spiel nur auf einer Karte läuft, kann eine KI ihre Daten über zwei oder drei Karten verteilen. Laut der offiziellen Dokumentation im NVIDIA Developer Blog ist die Skalierung über mehrere Karten oft der einzige Weg, um große Sprachmodelle lokal auszuführen.

Bei KI-Anwendungen ist es oft möglich, den Speicher mehrerer Grafikkarten zu kombinieren. Während ein Spiel nur auf einer Karte läuft, kann eine KI ihre Daten über zwei oder drei Karten verteilen.

  • VRAM-Verdopplung: Zwei Karten mit je 16 GB ermöglichen das Laden deutlich größerer Modelle.
  • Parallelisierung: Während die eine Karte ein Bild generiert, kann die andere bereits den nächsten Prompt verarbeiten.
  • Effizienz: Für professionelle Workflows ist ein Multi-GPU-Setup hier oft günstiger als eine einzige, extrem teure Profi-Karte wie die NVIDIA RTX 6000 Ada.

Viel Grafikspeicher muss nicht teuer sein. Wer lokale KI-Modelle nutzen will, findet hier den aktuell günstigsten Einstieg mit 16 GB VRAM:

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Rendering und Content Creation: Wo zwei Karten glänzen

Nicht nur die KI profitiert. Wenn du viel mit Programmen wie Blender, OctaneRender oder DaVinci Resolve arbeitest, ist eine zweite Grafikkarte ein echter Zeitretter. Diese Programme sind darauf ausgelegt, Rechenaufgaben in kleine Pakete zu zerteilen.

Jede verbaute GPU übernimmt dann einen Teil der Arbeit. Das bedeutet im Klartext: Mit zwei Karten halbiert sich deine Rendering-Zeit nahezu. Das ist ein massiver Produktivitätsvorteil, wenn du mit 4K- oder 8K-Videoformaten arbeitest.

Pro-Tipp: Achte darauf, dass dein Netzteil genug Reserven hat. Zwei moderne High-End-Karten können unter Volllast locker über 800 Watt ziehen – nur für die Grafik!

Die technischen Hürden: Strom, Hitze und PCIe-Lanes

Multi-GPU-System mit zwei Grafikkarten zeigt hohen Stromverbrauch und Hitzeentwicklung

Bevor du jetzt losläufst und dir eine zweite Karte bestellst, müssen wir über die Schattenseiten sprechen. Ein Multi-GPU-System ist kein „Plug-and-Play“-Projekt für Anfänger.

Die Sache mit den PCIe-Lanes

Dein Prozessor verfügt nur über eine begrenzte Anzahl an Datenleitungen (Lanes) zur Grafikkarte. Die meisten Consumer-CPUs bieten 16 Lanes für die Grafik. Verbaust du zwei Karten, werden diese oft auf 8 Lanes pro Karte gedrosselt (x8/x8). Das kann bei modernsten Karten bereits zu einem Flaschenhals werden.

Hitzeentwicklung im Gehäuse

Zwei Grafikkarten direkt untereinander sorgen für einen massiven Hitzestau. Die obere Karte saugt oft die warme Abluft der unteren Karte an. Ohne ein extrem gut belüftetes Gehäuse oder eine maßgeschneiderte Wasserkühlung drosseln sich die Karten nach wenigen Minuten selbst herunter (Thermal Throttling).

Lohnt sich Multi-GPU für dich als Gamer noch?

Die ehrliche Antwort für 99 % aller Gamer im Jahr 2026 lautet: Nein.

Anstatt zwei Karten der Mittelklasse (z. B. zwei RTX 5070) zu kaufen, fährst du mit einer einzelnen Oberklasse-Karte (z. B. einer RTX 5090) in jeder Hinsicht besser.

Die Gründe liegen auf der Hand:

  1. Keine Software-Profile: Fast kein aktuelles Spiel unterstützt die Lastverteilung auf zwei GPUs.
  2. DLSS und FSR: Moderne Upscaling-Technologien bringen dir mehr FPS-Zuwachs als eine zweite Karte jemals könnte – und das völlig kostenlos.
  3. Frame Generation: Funktionen wie Frame Generation laufen stabil auf einer Karte und verdoppeln deine gefühlte Flüssigkeit ohne die Latenzprobleme alter Dual-Systeme.

Der versteckte Preisfresser: Stromkosten im Vergleich

Ein oft unterschätzter Punkt bei Multi-GPU-Systemen ist der Unterhalt. Während eine einzelne moderne Karte sehr effizient arbeitet, verdoppelt eine zweite Karte nicht nur die Leistung (theoretisch), sondern garantiert auch den Stromverbrauch.

Angenommen, du spielst im Schnitt 2 Stunden am Tag bei einem Strompreis von ca. 0,40 € pro kWh (Stand 2026).

SetupDurchschnittlicher Verbrauch (Last)Stromkosten / Jahr
Single-GPU (z.B. RTX 5080)ca. 320 Watt~ 93,44 €
Multi-GPU (2x Mittelklasse)ca. 550 – 600 Watt~ 175,20 €
Enthusiast Dual-GPU (2x High-End)ca. 850+ Watt~ 248,20 €

Dein Spar-Potenzial: Mit einem Single-GPU-Setup sparst du also nicht nur beim Anschaffungspreis, sondern allein durch die Stromrechnung über 80 € im Jahr – das ist fast schon ein neues Top-Game pro Jahr geschenkt!

Checkliste: Wann solltest du über eine zweite Karte nachdenken?

Du bist dir noch unsicher? Gehe diese Liste durch. Wenn du mehr als zwei Punkte mit „Ja“ beantwortest, könnte ein Multi-GPU-System für dich sinnvoll sein:

  • [ ] Ich arbeite professionell mit 3D-Rendering (Blender, Cinema 4D).
  • [ ] Ich trainiere eigene KI-Modelle oder nutze große lokale LLMs.
  • [ ] Ich streame auf Twitch/YouTube und möchte das Encoding komplett von der Spiele-Performance trennen.
  • [ ] Ich habe ein Gehäuse mit extrem gutem Airflow und ein Netzteil über 1000 Watt.
  • [ ] Ich nutze mehr als vier Monitore mit extrem hohen Auflösungen für das Home-Office.

Profi-Setup: So konfigurierst du Multi-GPU für KI und Rendering unter Windows

Wenn du dich für eine zweite Grafikkarte entschieden hast, um die Power von Künstlicher Intelligenz (KI) zu bändigen, gibt es unter Windows ein paar Dinge zu beachten. Einfach nur einstecken reicht oft nicht aus, um das volle Potenzial auszuschöpfen.

Windows-Hardwarebeschleunigung optimieren

Seit den letzten großen Updates in Windows 11 und dem aktuellen Windows 12 hat Microsoft die Grafikeinstellungen verbessert.

  • Gehe zu: Einstellungen > System > Bildschirm > Grafiken.
  • Aktiviere die „Hardwarebeschleunigte GPU-Planung“.
  • Hier kannst du für jede App einzeln festlegen, welche GPU die Hauptlast tragen soll. Für ein KI-Tool wie Stable Diffusion kannst du gezielt die zweite, stärkere Karte zuweisen, während dein Browser über die erste Karte läuft.

VRAM-Stacking bei KI-Modellen (LLMs)

Der größte Vorteil von Multi-GPU im Jahr 2026 ist das Aufteilen von großen Sprachmodellen. Wenn ein Modell (z. B. ein Llama 3 mit 70B Parametern) nicht in den Speicher einer Karte passt, nutzen Tools wie LM Studio oder Ollama beide Karten.

Pro-Tipp: Achte darauf, dass beide Karten über den gleichen Bustyp verfügen (z. B. beide PCIe 4.0 oder 5.0). Ist eine Karte deutlich langsamer angebunden, bremst sie den gesamten Datenaustausch aus, da die KI-Gewichte ständig zwischen den Speichern verschoben werden.

Die Kühlung: Das „Sandwich“-Problem lösen

In einem Multi-GPU-System ist die obere Karte oft 10–15 °C heißer.

  1. Slot-Abstand: Nutze ein Mainboard, das zwischen den beiden großen PCIe-Slots mindestens zwei freie Slots Platz lässt.
  2. Lüfterkurve: Nutze Tools wie den MSI Afterburner, um für die obere Karte eine aggressivere Lüfterkurve einzustellen.
  3. Seitenlüfter: Wenn dein Gehäuse es zulässt, montiere einen Lüfter im Seitenteil, der frische Luft direkt zwischen die beiden Karten bläst. Das ist oft effektiver als jeder Frontlüfter.

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Das Fazit: Eine Karte für alle Fälle

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Ära von Multi-GPU im klassischen Sinne ist vorbei. Für Gamer ist das eine gute Nachricht, denn die Zeiten von komplizierten Treiber-Einstellungen und Mikrorucklern sind vorbei. Eine einzelne, starke GPU ist heute effizienter, leiser und stressfreier.

Nur wenn du im Bereich Content Creation oder Künstliche Intelligenz unterwegs bist, bietet dir ein Setup mit mehreren Karten einen echten Mehrwert, der die hohen Stromkosten rechtfertigt.

Was denkst du? Hast du früher selbst SLI oder Crossfire genutzt und vermisst die Zeit der monströsen Setups? Oder bist du froh, dass heute eine Karte für alles reicht? Schreib es mir unten in die Kommentare – ich bin gespannt auf deine Erfahrungen!

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