Dirks-Computerforum

Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

Lokales Windows-Konto vs. Microsoft-Zwang: Wie haltet ihr das?

Hallo zusammen,

ich musste neulich den Laptop von meinem Schwager neu aufsetzen und bin mal wieder fast wahnsinnig geworden, wie aggressiv Microsoft einen inzwischen zum Online-Konto drängen will. Früher konnte man das ja noch relativ leicht überspringen, aber bei den aktuellen Windows 11 Versionen verstecken sie die Optionen ja komplett oder sperren die Einrichtung, wenn kein Internet da ist.

Ich persönlich weigere mich ja aus Prinzip, für jeden popeligen Heim-PC ein Microsoft-Konto anzulegen, und nutze per Workaround immer noch ein rein lokales Konto.

Wie seht ihr das? Habt ihr irgendwann zähneknirschend nachgegeben, weil es bequemer ist, oder trickst ihr Microsoft bei der Installation auch nach wie vor aus?

Gruß, Christian

Hallo Christian,

da sprichst du mir absolut aus der Seele! Dieser extreme Zwang von Microsoft nervt mich auch schon lange. Vor allem für Leute, die einfach nur Datenschutz wollen oder den PC komplett offline nutzen möchten, ist das eine reine Schikane.

Ich trickse Microsoft da auch nach wie vor konsequent aus. Es gibt ja zum Glück immer noch funktionierende Wege (wie den bekannten BypassNRO-Befehl in der Eingabeaufforderung während des Setups), um Windows 11 komplett ohne Online-Konto und sogar ohne Internetverbindung zu installieren.

Weil sich die Methoden aber gefühlt mit jedem größeren Windows-Update ändern, halte ich dazu auf meinem Blog auch immer eine aktuelle Schritt-für-Schritt-Anleitung bereit. Wer also vor dem gleichen Problem steht, findet hier den passenden Weg: Lokales Konto unter Windows 11 einrichten: So klappt es ohne Microsoft-Konto

Für mich gehört das Betriebssystem dem Nutzer und nicht dem Cloud-Anbieter. Solange es diese Hintertüren gibt, werde ich sie bei meinen Systemen definitiv nutzen!

Mit freundlichen Grüßen
Dirk Löbe alias Computerdirk

Ich sehe das ehrlich gesagt ein bisschen entspannter.

Klar nervt es, dass Microsoft einem die Option nicht mehr offensichtlich anbietet, aber Hand aufs Herz: Wer nutzt denn heute noch ein Smartphone ohne Google- oder Apple-Account? Da kräht auch kein Hahn danach.

Ich habe bei meinen privaten PCs inzwischen überall das Microsoft-Konto aktiv und finde den Komfort ehrlich gesagt ziemlich praktisch. Wenn ich den Rechner neu aufsetze, sind meine OneDrive-Daten direkt da, die Edge-Favoriten synchronisiert und vor allem: Die Windows-Lizenz ist digital mit dem Konto verknüpft. Ich muss nie wieder nach irgendwelchen alten Key-Aufklebern suchen.

Für jemanden, der sich extrem um Datenschutz sorgt, verstehe ich Christians Ansatz. Aber für den Otto-Normal-Verbraucher überwiegen am Ende einfach die Bequemlichkeit und die Cloud-Vorteile. Solange man die Telemetrie-Daten in den Datenschutzeinstellungen nach der Installation ein bisschen eindämmt, kann ich damit gut leben.

Gruß, Thomas

Hi Thomas,

da hast du natürlich nicht ganz unrecht. Das Argument mit der digitalen Lizenzierung und der Synchronisierung der Favoriten ist im Alltag tatsächlich ein Komfortgewinn, das sehe ich ein. Wer das nutzt, für den ist das eine feine Sache.

Mich stört am Ende einfach primär die Bevormundung. Microsoft könnte dem Nutzer ja beim Setup ganz transparent die Wahl lassen: „Möchtest du die Cloud-Vorteile nutzen (Online-Konto) oder den PC klassisch betreiben (lokales Konto)?“. Stattdessen werden die Optionen komplett versteckt.

Aber genau dafür ist so ein Austausch ja da – am Ende muss jeder selbst wissen, wo er die Grenze zwischen Bequemlichkeit und Datenschutz zieht. 😉

Gruß, Christian