Welcher Router für deinen Internetanschluss geeignet ist, hängt nicht zuerst vom WLAN-Standard oder von möglichst hohen Geschwindigkeitsangaben ab. Entscheidend ist zunächst, ob du DSL, Kabel, Glasfaser oder Mobilfunk nutzt. Diese Anschlussarten arbeiten mit unterschiedlicher Technik und benötigen jeweils ein passendes Modem.
Genau hier passieren viele Fehlkäufe. Ein moderner WLAN-Router kann Wi-Fi 7, schnelle LAN-Anschlüsse und zahlreiche Zusatzfunktionen bieten – und sich trotzdem nicht direkt mit deiner Anschlussdose verbinden lassen.
Ich würde deshalb immer zuerst die Anschlussart und das benötigte Modem klären. Danach kannst du prüfen, welche WLAN-Leistung, Anschlüsse und Telefoniefunktionen du tatsächlich brauchst.
Welcher Router passt zu welchem Anschluss?

Ein Router verbindet deine Geräte zu Hause miteinander und stellt die Verbindung zum Internet her. Für die Verbindung mit dem Netz deines Anbieters benötigt er entweder ein passendes integriertes Modem oder ein separates Modem, das vor dem Router installiert wird.
Die Bezeichnung „WLAN-Router“ reicht deshalb nicht aus, um die Kompatibilität zu beurteilen. WLAN beschreibt nur die drahtlose Verbindung zwischen dem Router und Geräten wie Laptop, Smartphone oder Fernseher.
Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Unterschiede:
| Anschlussart | Passende Routerart | Typischer Anschluss | Wichtige Besonderheit |
|---|---|---|---|
| DSL oder VDSL | DSL-Router mit DSL-Modem | DSL-Buchse | DSL-Standard muss zum Tarif passen |
| Kabel-Internet | Kabelrouter mit Kabelmodem | Koaxialanschluss | Freischaltung durch den Anbieter erforderlich |
| Glasfaser mit ONT | Router mit Ethernet-WAN | WAN-Buchse | Separates Glasfasermodem ist vorgeschaltet |
| Glasfaser direkt | Glasfaserrouter | Glasfaser- oder SFP-Anschluss | Glasfaserstandard muss zum Netz passen |
| 5G oder LTE | Mobilfunkrouter | SIM-Karten-Steckplatz | Empfang und unterstützte Frequenzen beachten |
Ein Router mit einer normalen WAN-Buchse besitzt nicht automatisch ein DSL-, Kabel- oder Glasfasermodem. Er kann jedoch hinter einem separaten Modem betrieben werden.
Wie sich Modem und Router voneinander unterscheiden, erkläre ich ausführlicher im Beitrag Was ist ein Modem und wie funktioniert es?.
Welcher Router ist für DSL und VDSL geeignet?
Für einen DSL-Anschluss brauchst du normalerweise einen Router mit integriertem DSL-Modem. Dieser wird über ein DSL-Kabel mit der Telefondose oder dem DSL-Anschluss verbunden.
Die entsprechende Buchse am Router trägt meistens die Bezeichnung „DSL“ oder „DSL/TEL“. Eine normale Netzwerkbuchse mit der Beschriftung „WAN“ kann nicht direkt mit der DSL-Leitung verbunden werden.
Zusätzlich muss das DSL-Modem den Standard deines Anschlusses unterstützen. Bei älteren Anschlüssen kommt beispielsweise ADSL2+ zum Einsatz. Schnellere Anschlüsse verwenden meist VDSL2, Vectoring oder Supervectoring 35b.
Besonders bei einem DSL-Tarif mit bis zu 250 Mbit/s solltest du auf die Unterstützung von Supervectoring 35b achten. Ein älteres VDSL-Modem kann die Geschwindigkeit sonst möglicherweise nicht vollständig nutzen.
Wichtig ist dabei die Trennung zwischen DSL und WLAN. Ein Router mit Wi-Fi 7 ist nicht automatisch für einen schnellen VDSL-Anschluss geeignet. Das DSL-Modem und das WLAN-Modul sind zwei unterschiedliche Bestandteile des Geräts.
Achte außerdem auf die Telefoniefunktionen. Wenn du Festnetztelefone verwenden möchtest, sollte der Router die benötigten Anschlüsse oder eine integrierte DECT-Basis besitzen.
Ein DSL-Router mit integriertem Modem ist besonders sinnvoll, wenn du:
- nur ein Gerät für Internet, WLAN und Telefonie verwenden möchtest,
- den Router direkt an der DSL-Leitung anschließt,
- keine zusätzliche Hardware betreiben möchtest,
- deine Telefone über den Router verwalten willst.
Viele DSL-Router lassen sich später auch hinter einem Glasfasermodem weiterverwenden. Dafür benötigen sie einen separaten WAN-Anschluss oder einen LAN-Anschluss, der sich als WAN-Port konfigurieren lässt.
Welcher Router funktioniert am Kabelanschluss?
Kabel-Internet wird über das Koaxialkabel des Fernsehkabelnetzes bereitgestellt. Für die direkte Verbindung benötigst du deshalb einen Kabelrouter mit integriertem Kabelmodem.
Du erkennst einen Kabelrouter an seinem runden Koaxialanschluss. Dieser wird mit der Multimedia-Dose an der Wand verbunden. Eine solche Dose besitzt häufig getrennte Anschlüsse für Fernsehen, Radio und Daten.
Aktuelle Kabelrouter sollten DOCSIS 3.1 unterstützen. DOCSIS ist der technische Standard, über den die Daten im Kabelnetz übertragen werden. Ältere Geräte mit DOCSIS 3.0 können je nach Anschluss noch funktionieren, sind für einen Neukauf aber meistens nicht mehr empfehlenswert.
Ein DSL-Router funktioniert nicht direkt am Kabelanschluss. Die DSL-Buchse und das darin verbaute Modem sind nicht für das Koaxialnetz geeignet. Umgekehrt kannst du einen Kabelrouter nicht direkt an einer DSL-Leitung verwenden.
Bei einem eigenen Kabelrouter kommt noch ein wichtiger Punkt hinzu: Das integrierte Kabelmodem muss vom Internetanbieter freigeschaltet werden. Dafür werden je nach Anbieter bestimmte Gerätedaten benötigt.
Kaufst du einen gebrauchten Kabelrouter, solltest du genau prüfen, ob er ursprünglich frei im Handel verkauft wurde. Ehemalige Leihgeräte eines Providers können noch registriert sein und lassen sich möglicherweise nicht an einem anderen Anschluss aktivieren.
Am sichersten ist deshalb ein frei verkäufliches Modell, das ausdrücklich für deinen Kabelanbieter geeignet ist.
Du kannst auch den vorhandenen Kabelrouter des Anbieters behalten und dahinter einen eigenen WLAN-Router betreiben. Ideal ist es, wenn sich das Providergerät in einen Bridge- oder Modemmodus versetzen lässt.
Arbeiten beide Geräte gleichzeitig als Router, entsteht sogenanntes doppeltes NAT. Das kann unter anderem Portfreigaben, Online-Spiele, VPN-Verbindungen und den Zugriff von außen erschweren.
Welcher Router passt zu einem Glasfaseranschluss?

Bei Glasfaser gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten. Entweder wird ein separates Glasfasermodem verwendet oder der Router wird direkt mit der Glasfaser verbunden.
Das separate Glasfasermodem wird häufig als ONT bezeichnet. Die Abkürzung steht für „Optical Network Termination“. Das Gerät wandelt die optischen Signale der Glasfaser in normale Ethernet-Daten um.
Zwischen ONT und Router wird ein Netzwerkkabel verlegt. In diesem Fall benötigst du keinen Router mit integriertem Glasfasermodem. Ein normaler WLAN-Router mit Ethernet-WAN-Anschluss kann ausreichen.
Diese Variante bietet einen praktischen Vorteil: Das Glasfasermodem kann in der Nähe des Hausanschlusses bleiben. Den Router kannst du über ein Netzwerkkabel dort aufstellen, wo das WLAN möglichst viele Räume gut erreicht.
Bei einer direkten Glasfaserverbindung übernimmt der Router dagegen selbst die Aufgabe des Glasfasermodems. Das Glasfaserkabel wird dann direkt mit dem Router oder einem passenden SFP-Modul verbunden.
Dabei muss der Router genau zu der Technik des Netzbetreibers passen. Zu den verbreiteten Varianten gehören:
- AON: Eine aktive Punkt-zu-Punkt-Verbindung zum Anschluss.
- GPON: Eine passive Glasfasertechnik, bei der sich mehrere Anschlüsse einen Netzabschnitt teilen.
- XGS-PON: Eine schnellere passive Technik für Übertragungsraten im Multi-Gigabit-Bereich.
Nicht jeder Glasfaserrouter unterstützt alle Varianten. Manche Modelle arbeiten nur mit GPON, andere benötigen ein bestimmtes SFP-Modul.
Auch der Glasfaserstecker muss passen. Verlasse dich deshalb nicht nur auf die allgemeine Bezeichnung „Glasfaserrouter“, sondern prüfe die technischen Angaben deines Netzbetreibers.
Bei einigen Anbietern muss ein neues Glasfasermodem außerdem über seine Modem-ID registriert werden. Ohne diese Aktivierung kann der Internetanschluss trotz korrekter Verkabelung nicht funktionieren.
Die freie Wahl des Endgeräts gilt grundsätzlich auch für Glasfaseranschlüsse. Das eigene Gerät muss jedoch die technischen Anforderungen der jeweiligen Netzschnittstelle erfüllen. Informationen dazu findest du bei der Bundesnetzagentur zur Schnittstelle am Netzabschluss.
Bei Tarifen oberhalb von einem Gigabit solltest du außerdem auf die Geschwindigkeit der Netzwerkanschlüsse achten. Ein Router mit ausschließlich Gigabit-Ethernet kann an einem einzelnen Anschluss nicht mehr als ungefähr ein Gigabit pro Sekunde übertragen.
Für schnellere Tarife brauchst du mindestens einen 2,5-Gigabit-WAN-Anschluss. Soll auch ein einzelner PC oder ein NAS die höhere Geschwindigkeit nutzen, ist zusätzlich ein entsprechend schneller LAN-Anschluss erforderlich.
Wann ist ein 5G-Router die richtige Wahl?

Ein 5G-Router stellt die Internetverbindung über das Mobilfunknetz her. Er besitzt ein integriertes Mobilfunkmodem und normalerweise einen Steckplatz für eine SIM-Karte.
Diese Lösung eignet sich besonders für Orte, an denen kein schneller DSL-, Kabel- oder Glasfaseranschluss verfügbar ist. Auch in Ferienwohnungen, Gartenhäusern oder während eines Umzugs kann ein Mobilfunkrouter praktisch sein.
Die erreichbare Geschwindigkeit hängt jedoch stark vom Standort ab. Entfernung zum Funkmast, Gebäudewände, verwendete Frequenzen und die Auslastung der Funkzelle beeinflussen die Verbindung.
Ein 5G-Symbol auf dem Smartphone bedeutet deshalb nicht automatisch, dass der Router überall im Haus eine schnelle Verbindung erreicht. Ich würde den Empfang vor dem Kauf nach Möglichkeit mit einer SIM-Karte des gewünschten Anbieters testen.
Wichtige Eigenschaften eines 5G-Routers sind:
- Unterstützung der verwendeten 4G- und 5G-Frequenzen,
- Rückfallmöglichkeit auf LTE,
- Anschlüsse für externe Mobilfunkantennen,
- übersichtliche Anzeige der Signalqualität,
- ausreichend schnelle LAN-Anschlüsse,
- Unterstützung der passenden SIM-Kartengröße,
- bei Bedarf Telefoniefunktionen.
Der Standort des Routers kann einen großen Unterschied machen. Ein Platz in Fensternähe ist häufig besser als ein Standort mitten im Raum oder hinter großen Möbeln.
Bei schwachem Empfang kann eine Außenantenne oder ein wetterfester Außenrouter sinnvoll sein. Dabei solltest du darauf achten, dass die Antenne zu den verwendeten Mobilfunkfrequenzen passt.
Auch der Tarif gehört zur Entscheidung. Prüfe Datenvolumen, Geschwindigkeitsbegrenzung und die Bedingungen für eine stationäre Nutzung.
Für Streaming, Homeoffice und normales Surfen kann 5G einen Festnetzanschluss ersetzen. Beim Online-Gaming, bei Serverdiensten oder bei VPN-Zugriffen können schwankende Latenzen und die Adressvergabe des Mobilfunkanbieters jedoch Nachteile bringen.
Integriertes Modem oder separates Modem?
Ein Router mit integriertem Modem vereint mehrere Geräte in einem Gehäuse. Er übernimmt den Internetzugang, die Verteilung im Heimnetz, das WLAN und häufig auch die Telefonie.
Für die meisten Privathaushalte ist das die einfachste Lösung. Du brauchst nur ein Gerät, ein Netzteil und eine Benutzeroberfläche.
Ein separates Modem bietet dagegen mehr Flexibilität. Du kannst den WLAN-Router austauschen, ohne gleichzeitig das Modem ersetzen zu müssen. Das ist besonders bei Glasfaseranschlüssen mit ONT interessant.
Auch leistungsfähige Mesh-Systeme, professionelle Router oder besondere Firewall-Lösungen besitzen häufig kein integriertes DSL-, Kabel- oder Glasfasermodem. Sie werden über ihren WAN-Anschluss mit einem vorgeschalteten Modem verbunden.
Probleme können entstehen, wenn das vorgeschaltete Gerät ebenfalls als Router arbeitet. Dann befinden sich zwei Router hintereinander und erzeugen zwei getrennte lokale Netzwerke.
Mögliche Lösungen sind:
- den ersten Router in den Bridge- oder Modemmodus versetzen,
- den zweiten Router nur als Access Point betreiben,
- notwendige Freigaben auf beiden Geräten einrichten.
Welche Möglichkeit verfügbar ist, hängt vom Gerät und vom Internetanbieter ab. Nicht jeder Providerrouter bietet einen frei nutzbaren Bridge-Modus.
Für Einsteiger ist ein passendes Kombigerät meistens unkomplizierter. Ein getrenntes System lohnt sich, wenn du besondere Anforderungen an WLAN, Sicherheit oder Netzwerkeinstellungen hast.
Wie viel WLAN-Leistung brauchst du?
Erst nachdem die Anschlussart geklärt ist, solltest du dich mit dem WLAN beschäftigen. Für viele Haushalte ist Wi-Fi 6 weiterhin eine gute Grundlage. Wi-Fi 6E und Wi-Fi 7 bieten zusätzliche Möglichkeiten, die jedoch passende Endgeräte voraussetzen.
Die Geschwindigkeitsangaben auf der Verpackung sind theoretische Gesamtwerte. Häufig werden dafür die maximalen Werte mehrerer Frequenzbänder zusammengerechnet. Ein einzelner Laptop erreicht diese Summe nicht.
Wichtiger sind die Größe deiner Wohnung, die Anzahl der verbundenen Geräte und die Bauweise des Gebäudes. Dicke Wände, Stahlbeton und eine ungünstige Aufstellung können selbst einen leistungsfähigen Router ausbremsen.
Für eine kleinere Wohnung reicht häufig ein guter Dualband-Router aus. In einem größeren Haus solltest du auf Mesh-Unterstützung achten, damit sich das WLAN mit zusätzlichen Zugangspunkten erweitern lässt.
Bei vielen gleichzeitig aktiven Geräten ist außerdem eine leistungsfähige Hardware sinnvoll. Das gilt besonders, wenn mehrere Personen gleichzeitig streamen, spielen oder im Homeoffice arbeiten.
Ein teurer High-End-Router macht einen langsamen Internetanschluss nicht schneller. Er kann sich trotzdem lohnen, wenn du große Dateien innerhalb deines Heimnetzes überträgst, etwa zwischen einem PC und einem NAS.
Mehr zu den verschiedenen WLAN-Generationen findest du im Beitrag IEEE 802.11 einfach erklärt. Bei Problemen mit der Reichweite helfen dir außerdem meine Tipps für ein besseres WLAN.
Welche Anschlüsse und Funktionen sind wichtig?

Neben dem Modem und dem WLAN sollte der Router auch zu deinen kabelgebundenen Geräten passen. Gerade die Anzahl und Geschwindigkeit der LAN-Anschlüsse werden beim Kauf häufig unterschätzt.
Vier Gigabit-LAN-Anschlüsse reichen in vielen Haushalten aus. Möchtest du PCs, Fernseher, Spielekonsolen, Drucker und ein NAS per Kabel verbinden, können sie jedoch schnell belegt sein.
In diesem Fall lässt sich das Netzwerk später mit einem zusätzlichen Switch erweitern.
Bei schnellen Glasfasertarifen solltest du besonders auf den WAN-Anschluss achten. Ein Gigabit-WAN-Port begrenzt die nutzbare Geschwindigkeit, wenn dein Tarif deutlich mehr als ein Gigabit bietet.
Abhängig von deinen Anforderungen können außerdem folgende Funktionen wichtig sein:
- DECT-Basis für schnurlose Telefone,
- Anschlüsse für analoge Telefone,
- Gast-WLAN,
- Kindersicherung,
- Mesh-Unterstützung,
- VPN-Funktionen,
- IPv6-Unterstützung,
- konfigurierbare DNS-Server,
- automatische Sicherheitsupdates,
- USB-Anschluss für Speicher oder Drucker.
Ich halte eine zuverlässige Versorgung mit Sicherheitsupdates für wichtiger als möglichst viele selten genutzte Zusatzfunktionen. Der Router ist dauerhaft mit dem Internet verbunden und schützt gleichzeitig dein Heimnetz.
Auch eine verständliche Benutzeroberfläche ist im Alltag viel wert. Ein Router mit übersichtlichen Einstellungen ist für normale Nutzer häufig sinnvoller als ein Gerät mit zahlreichen komplizierten Profifunktionen.
Eine allgemeine Kaufberatung findest du im Beitrag Router kaufen: Die wichtigsten Tipps und Empfehlungen.
Providerrouter oder eigenen Router verwenden?
Ein Router vom Internetanbieter passt normalerweise bereits zum gebuchten Anschluss. Zugangsdaten, Telefonie und weitere Einstellungen werden häufig automatisch eingerichtet.
Auch bei technischen Problemen kann ein Providergerät Vorteile haben. Der Support kennt das Modell und kann viele Einstellungen direkt überprüfen.
Dafür fallen bei Mietgeräten oft monatliche Kosten an. Über mehrere Jahre kann dadurch ein beträchtlicher Betrag zusammenkommen.
Ein eigener Router lohnt sich besonders, wenn du:
- mehr Kontrolle über dein Heimnetz möchtest,
- bestimmte WLAN- oder Mesh-Funktionen benötigst,
- bessere Telefonie- oder VPN-Funktionen suchst,
- keine dauerhafte Routermiete zahlen willst,
- ein bereits vorhandenes System weiterverwenden möchtest.
Vor dem Kauf solltest du die technischen Anforderungen deines Internetanbieters prüfen. Das betrifft nicht nur den Internetzugang, sondern auch die Telefonie.
Selbst wenn die Internetverbindung funktioniert, können für Rufnummern zusätzliche Zugangsdaten notwendig sein. Kläre deshalb, ob dein Anbieter diese Daten bereitstellt und ob der gewünschte Router sie unterstützt.
Bei Kabel- und direkten Glasfaseranschlüssen solltest du außerdem prüfen, wie ein eigenes Gerät aktiviert wird. Je nach Anbieter musst du Seriennummern, MAC-Adressen oder eine Modem-ID hinterlegen.
Checkliste: So vermeidest du einen Fehlkauf
Bevor du einen Router bestellst, solltest du die folgenden Fragen beantworten:
- Welche Anschlussart nutzt du?
Kläre, ob dein Internet über DSL, Kabel, Glasfaser oder Mobilfunk bereitgestellt wird. - Ist bereits ein separates Modem vorhanden?
Bei Glasfaser ist häufig ein ONT installiert. Bei Kabel kann ein Providergerät als Modem dienen. - Soll der Router direkt mit der Anschlussdose verbunden werden?
Dann benötigt er ein passendes integriertes Modem. - Welcher technische Standard wird verwendet?
Beispiele sind Supervectoring 35b, DOCSIS 3.1, GPON, AON oder XGS-PON. - Muss der Router beim Anbieter registriert werden?
Das ist besonders bei Kabel- und Glasfasermodems häufig erforderlich. - Wie schnell ist dein Tarif?
WAN-, LAN- und WLAN-Schnittstellen sollten die Geschwindigkeit sinnvoll übertragen können. - Welche Telefoniefunktionen brauchst du?
Prüfe DECT, analoge Telefonanschlüsse und die Unterstützung der Anbietertelefonie. - Wie groß ist der zu versorgende Bereich?
Für größere Wohnungen und Häuser kann ein Mesh-System sinnvoll sein. - Wie lange erhält der Router Updates?
Ein aktuelles und regelmäßig gepflegtes Gerät ist für die Sicherheit wichtig. - Bestätigt der Anbieter die Kompatibilität?
Prüfe nicht nur Händlerangaben, sondern auch die Informationen des Herstellers und Netzbetreibers.
Ich würde einen Router erst bestellen, wenn Anschlussart, Modemtechnik und Anbieteranforderungen eindeutig geklärt sind. WLAN-Geschwindigkeit und Zusatzfunktionen kommen erst danach.
Häufige Fehler bei der Routerwahl
Ein typischer Fehler ist der Kauf eines WLAN-Routers ohne integriertes Modem. Ein solches Gerät kann sehr gut sein, lässt sich aber nicht direkt mit einer DSL-, Kabel- oder Glasfaserleitung verbinden.
Häufig werden auch DSL und Kabel verwechselt. Kabel-Internet ist kein besonders schneller DSL-Anschluss, sondern verwendet ein eigenes Leitungsnetz und eine andere Modemtechnik.
Bei Glasfaser sorgt die Bezeichnung „glasfasertauglich“ ebenfalls für Missverständnisse. Ein Router kann für den Betrieb hinter einem Glasfasermodem geeignet sein, ohne einen direkten Glasfaseranschluss zu besitzen.
Ein weiterer Fehler sind zu langsame WAN- oder LAN-Anschlüsse. Ein moderner WLAN-Standard hilft wenig, wenn der Internetanschluss bereits am WAN-Port ausgebremst wird.
Auch die theoretischen WLAN-Werte sollten nicht überbewertet werden. Ein gut aufgestellter Mittelklasse-Router oder ein passendes Mesh-System kann im Alltag besser funktionieren als ein einzelnes Spitzenmodell an einem schlechten Standort.
Bei gebrauchten Geräten solltest du außerdem auf den Update-Status und die Herkunft achten. Das gilt besonders für ehemalige Leihgeräte von Kabelanbietern.
FAQ: Häufige Fragen zur Routerwahl
Kann ich meinen alten DSL-Router am Glasfaseranschluss weiterverwenden?
Das ist häufig möglich, wenn ein separates Glasfasermodem vorhanden ist und der DSL-Router einen Ethernet-WAN-Anschluss besitzt. Das integrierte DSL-Modem wird dann nicht mehr verwendet.
Funktioniert ein Kabelrouter auch an einem DSL-Anschluss?
Nein. Kabel- und DSLrouter besitzen unterschiedliche Modems und Anschlüsse. Ein Kabelrouter ist für das Koaxialnetz ausgelegt, während ein DSL-Router mit der Telefonleitung arbeitet.
Bedeutet Wi-Fi 7, dass der Router zu jedem Anschluss passt?
Nein. Wi-Fi 7 beschreibt nur die drahtlose Verbindung im Heimnetz. Für den Internetzugang benötigt der Router weiterhin ein passendes Modem oder einen geeigneten WAN-Anschluss.
Kann ich jeden Router hinter einem Glasfasermodem verwenden?
Viele Router mit Ethernet-WAN lassen sich hinter einem ONT betreiben. Sie müssen jedoch die Zugangsmethode des Anbieters unterstützen und ausreichend schnelle Anschlüsse besitzen.
Ist ein 5G-Router immer schneller als DSL?
Nein. 5G kann hohe Geschwindigkeiten erreichen, hängt aber stark vom Empfang und von der Auslastung der Funkzelle ab. Eine gute DSL-Verbindung kann langsamer, aber gleichmäßiger sein.
Fazit: Zuerst den Anschluss prüfen, dann den Router kaufen
Welcher Router zu dir passt, entscheidet sich zuerst an deiner Anschlussart. Für DSL brauchst du ein passendes DSL-Modem, für Kabel ein freischaltbares DOCSIS-Kabelmodem und für eine direkte Glasfaserverbindung einen Router, der den verwendeten Glasfaserstandard unterstützt.
Ist bereits ein separates Modem vorhanden, kannst du häufig einen normalen WLAN-Router mit Ethernet-WAN verwenden. Das gilt besonders für Glasfaseranschlüsse mit ONT.
Ein 5G-Router ist dagegen eine gute Alternative, wenn keine schnelle Festnetzleitung verfügbar ist. Dabei spielen der Mobilfunkempfang und der passende Tarif eine wichtige Rolle.
Ich würde mich beim Kauf nicht von möglichst hohen WLAN-Zahlen leiten lassen. Wichtiger sind ein kompatibles Modem, passende WAN- und LAN-Anschlüsse, regelmäßige Updates und eine WLAN-Abdeckung, die zu deiner Wohnung passt.
Welche Anschlussart nutzt du zu Hause, welcher Router ist daran angeschlossen und welche Erfahrungen hast du damit bei Geschwindigkeit, Einrichtung oder WLAN-Abdeckung gemacht?






